Westfalia Westerkappeln will schnellstmöglich Kunstrasenplatz bauen
„Brauchen kurzfristige Entscheidung“

Westerkappeln -

In Sachen Außensportanlagen ging es in Westerkappeln in den vergangenen Jahren oft einen Schritt vor und zwei zurück. Mit der Verabschiedung des Sportstättenkonzeptes sollen die Fußballplätze und Leichtathletikanlagen in Westerkappeln nun endlich auf Vordermann gebracht werden. Trotzdem haben die Verantwortlichen des TSV Westfalia 06 Westerkappeln das Gefühl, „dass wir auf der Stelle treten“, wie Vorsitzender Wolf-Dietrich Häke es nennt.

Montag, 16.04.2018, 17:30 Uhr

Westfalia habe alle Unterlagen für den Kunstrasen zusammen, betonen Reiner Nietiedt und Wolf-Dietrich Häke. jetzt sehen sie die Politik am Zug, damit der Platz schnellstmöglich gebaut werden kann.
Westfalia habe alle Unterlagen für den Kunstrasen zusammen, betonen Reiner Nietiedt und Wolf-Dietrich Häke. jetzt sehen sie die Politik am Zug, damit der Platz schnellstmöglich gebaut werden kann. Foto: Frank Klausmeyer

„Wir brauchen eine kurzfristige Entscheidung, damit wir im Sommer mit dem Bau beginnen können“, hofft Reiner Nietiedt auf einen baldigen Ratsbeschluss. Der Vorsitzende der Tennisabteilung mit jeder Menge Bauerfahrung unterstützt die Fußballer und Leichtathleten des Vereins bei ihren Plänen und betont, dass der Verein alle Schularbeiten gemacht hat.

Nachdem Häke vergangene Woche aufgrund der Platzsituation die Absage des diesjährigen Fußballsommercamps mit dem VfL Osnabrück verkündet hatte (WN berichteten), spielte Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer hinsichtlich des Baus eines Kunstrasenplatzes den Ball ins Feld der Westfalia. Der TSV erarbeite derzeit ein Konzept für eine Vorfinanzierung des Kunstrasens. Sobald die Unterlagen vorlägen, könne darüber in den politischen Gremien beraten werden. Zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag (17. April) werde daraus wohl nichts, sagte die Verwaltungschefin vergangene Woche.

Das war wohl ein Fehlpass, um im Bild zu bleiben. Denn nach Darstellung von Häke und Nietiedt hat Westfalia alles zusammen. Eine Entscheidung müsse nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. „Seit eineinhalb Jahren arbeiten wir intensiv daran, dass wir einen Kunstrasen bekommen“, betont Nietiedt. Die Planung sei bereits im Frühjahr 2017 abgeschlossen gewesen. Bis zum Grundsatzbeschluss des Rates zum Sportstättenkonzeptes sei ein weiteres halbes Jahr vergangen. Zwischenzeitlich seien Lärmschutzgutachten und Bodenuntersuchungen abgearbeitet worden. Die Baugenehmigung liege längst vor, sagt Nietiedt.

Dann sei die Idee aufgeflammt, den Kunstrasenplatz nach dem sogenannten Tecklenburger Modell zu realisieren. Danach tritt der Verein in finanzielle Vorleistung und zeichnet auch für die Ausschreibung verantwortlich. Das hat vor allem den Vorteil, dass ein Verein mehr Spielraum bei den Preisverhandlungen als ein öffentlicher Auftraggeber hat. „Das Modell ist nur eine Krücke“, meint Reiner Nietiedt. Denn der Verein nehme eigentlich gar kein Geld auf, die Gemeinde bürge und übernehme Zins und Tilgung. „Wir haben schon vor zwei Monaten signalisiert, dass wir das machen“, erklärt Nietiedt.

Vor drei Wochen habe es dazu noch ein Gespräch im Rathaus gegeben. Bereits mit Schreiben vom 13. März habe die Kreissparkasse Steinfurt quasi grünes Licht gegeben. „Wir können im Augenblick gar nichts tun, weil es keinen Ratsbeschluss gibt“, ärgert sich Nietiedt über die Verzögerung. Selbst die Ausschreibung dürfe aus rechtlichen Gründen nicht eingeleitet werden.

Häke und Nietiedt befürchten, dass sich die Entscheidung der Politik noch länger hinzieht. Die nächste ordentliche Finanzausschusssitzung ist erst im Juni. Dann binnen weniger Wochen den Kunstrasen auszuschreiben und zu bauen, bringe nichts. „Wenn ich einem Unternehmer sage, er soll in zwei Wochen anfangen, gibt es beim Preis nichts mehr zu verhandeln“, gibt Baufachmann Nietiedt zu bedenken. Und den Kunstrasenplatz im Winter zu bauen, sei „Murks“.

„Unser Ziel ist es, dass hier schnell etwas in Schwung kommt und wir anfangen können“, erklären Häke und Nietiedt. Viele Mitglieder wollten die Sanierung der Sportstätten aktiv mit Eigenleistung unterstützten. „Und wir kämpfen hier nicht für die Fußballer, sondern für die Sportstätten“, betont Häke. Mit dem Start der Oberstufe an der Gesamtschule müssten auch die Leichtathletikanlagen im Hanfriedenstadion fertig sein. „Sonst werden die Schüler nach Halen gefahren.“

Gleichwohl wünscht sich der Verein endlich wettbewerbstaugliche Fußballplätze. „Westfalia hat in der Vergangenheit gute Leute verloren, weil die Sportstätten hier indiskutabel sind.“

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5665918?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35348%2F
Gutachten birgt Sprengstoff in sich
Fischsterben im Aasee: Gutachten birgt Sprengstoff in sich
Nachrichten-Ticker