Kommentar
Verein SF Lotte gibt ein schlechtes Bild ab

Vier Spieler der Sportfreunde Lotte wurden am Donnerstag von der Vereinsführung suspendiert. Daraufhin streikte ein Teil der Mannschaft und boykottierte das Training. Ei Kommentar.

Donnerstag, 23.08.2018, 20:48 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.08.2018, 00:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 23.08.2018, 20:48 Uhr

Es ehrt die Vereinsführung ja, wenn er gegen den Strom schwimmt und bei Erfolglosigkeit nicht sofort den Trainer rausschmeißt, wie es gängige Praxis ist. In der vergangenen Saison standen bei den Sportfreunden Lotte vier Trainer unter Vertrag. Zweimal wurde die Mannschaft beim Vorstand vorstellig und schob so die Entlassung an. Der Verein kam aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Das sollte nicht wieder passieren. „Ein solches Katastrophenjahr will ich nicht noch einmal erleben“, hatte der Sportliche Leiter Manfred Wilke zu Saisonbeginn geäußert.

Aktuell sind die negativen Schlagzeilen allerdings größer denn je. SF Lotte scheint immer mehr zu einem Chaosclub zu verkommen, der Selbstzerfleischung betreibt.

Ob die Schuld an der aktuellen Misere an der Clubführung liegt, am Trainerteam oder an den Spielern sei dahingestellt, in jedem Fall gibt der Verein, und dazu gehören sie alle, ein richtig schlechtes Bild ab. Wer erinnert sich noch an die sensationellen Pokalerfolge 2016/17, als die Sportfreunde in der bundesweiten Beliebtheitsskala regelrecht nach oben schossen. Davon ist das Drittliga-Schlusslicht derzeit meilenweit entfernt – und hat es sich selbst zuzuschreiben.

Dass für die Suspendierung der vier Spieler keine genauen Gründe genannt werden, ist nachvollziehbar, bietet aber fruchtbaren Boden für Spekulationen. Musste man diesen Schritt überhaupt gehen? Sind Neidhart, Wendel, Langlitz und Oesterhelweg wirklich solche Quertreiber? Die drei erstgenannten werden noch immer als Aufstiegshelden gefeiert, Oesterhelweg war vergangene Saison der Torgarant. Doch was zählt der Ruhm von gestern, gerade im Profisport? Sollten sie jedoch tatsächlich für Unruhe gesorgt und den Trainer gar hintergangen haben, ist die Entscheidung des Vereins in Ordnung.

Dass der aber anscheinend nicht mit einer Reaktion der anderen Spieler, Kollegen eben, in Form eines Spielerstreiks gerechnet haben soll, ist kaum zu glauben, ja geradezu fahrlässig. Die aufgerissenen Wunden dürften so oder so nur schwer zu kitten sein. Und neue Probleme tun sich auf. Haben die sechs Spieler, die am Donnerstag trainiert haben, noch ein Standing in der Mannschaft, kann es ein gemeinsames Miteinander überhaupt noch geben?

Die Probleme, die jetzt auf den Verein zukommen, sind sicherlich nicht viel geringer als jene, die die Sportfreunde zuvor durch die Sieglosserie hatten. Das einzige, was helfen kann, sind nun Erfolge auf dem Platz. Und da ist wiederum die Mannschaft gefragt.

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