Fußball: 3. Liga
Marcos Álvarez erweist sich vor Sieg des VfL Osnabrück gegen Uerdingen als Hellseher

Osnabrück -

Die Konkurrenz spielte am Wochenende für den VfL Osnabrück – und die Lila-Weißen nahmen die Vorlage am Montag an: Mit einem 2:1-Sieg gegen den KFC Uerdingen hat der VfL seine Tabellenführung in der 3. Liga ausgebaut.

Mittwoch, 07.11.2018, 17:14 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 06.11.2018, 17:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 07.11.2018, 17:14 Uhr
Da gab es kein Halten mehr. Nach dem Abpfiff setzten Ersatz-Keeper Philipp Kühn, Siegtorschütze Marcos Alvarez, Bashkim Renneke, Anas Ouahim, Marc Heider, David Blacha und Felix Agu vor den VfL-Fans zum „Diver“ an.
Da gab es kein Halten mehr. Nach dem Abpfiff setzten Ersatz-Keeper Philipp Kühn, Siegtorschütze Marcos Alvarez, Bashkim Renneke, Anas Ouahim, Marc Heider, David Blacha und Felix Agu vor den VfL-Fans zum „Diver“ an. Foto: Mareike Stratmann

Die Konkurrenz spielte am Wochenende für den VfL Osnabrück – und die Lila-Weißen nahmen die Vorlage am Montag an: Mit einem 2:1-Sieg gegen den KFC Uerdingen hat der VfL seine Tabellenführung in der 3. Liga ausgebaut. Ein Handelfmeter in der Nachspielzeit von Marcos Alvarez versetzte die Bremer Brücke in Ekstase. Der lila-weiße Wahnsinn in letzter Minute hat in dieser Saison anscheinend Methode. Schon mehrfach setzten die Osnabrücker in der Schlussphase den Lucky-Punch.

Trainer Daniel Thioune konnte sich der Euphorie, die sich mit dem Schlusspfiff entlud, nicht entziehen: Er sprang in die Luft, und wäre ohne Stollenschuhe beinahe hart auf dem Boden gelandet. „Ich habe mich noch mal abgefangen“, grinste Thioune. In der Bewertung der engen Partie gab es wenig Interpretationsspielraum. „Es war ein offenes Kampfspiel, in dem sich beide Mannschaften lange neutralisiert haben“, sagte KFC-Trainer Stefan Krämer, der sich nun eventuell Sorgen um seinen Job machen muss. Schon in der Vorwoche hatte der KFC gegen Lotte mit 0:2 verloren.

Mann des Abends war Marcos Alvarez. Der scheint nun sogar auch hellsehen zu können? „Im Morgentraining haben wir noch darüber geflachst, da sagte er, er weiß ganz genau, wie der Uerdinger Keeper reagieren wird“, verriet Tim Danneberg : „Da war er sich schon sicher, den macht er rein!“

Genau so trat es ein. Alvarez, der Mann für die Standards beim VfL Osnabrück, trat mit der letzten Aktion des Spiels zum Elfmeter an. Manuel Konrad hatte einen Kopfball von Maurice Trapp mit der Hand abgewehrt, der Schiedsrichter zeigte zum Punkt. Geht einem da als Schütze nicht etwas die Düse? „Klar, man weiß, der Schiedsrichter pfeift danach ab. Entweder ist das Ding drin und wir gewinnen 2;1 oder eben nicht. Aber die Jungs sind gleich gekommen und haben gesagt, hau den rein, so wie in den letzten Wochen“, sagte Alvarez. Die letzten Wochen, die haben dem Stürmer eine breite Brust gegeben. Auch deshalb sagte er abgeklärt: „Ich habe im Moment richtig viel Selbstvertrauen. Ich habe kaum gezweifelt, dass ich den mache.“

Seine Mitspieler offenbar auch nicht. „Wenn man schon weiß, dass Alva mit all seiner Coolness zum Punkt geht, dann hat man da schon eine gewisse Sicherheit, dass er den auf jeden Fall rein macht“, meinte Tim Danneberg, der zuvor für das wichtige 1:1 gesorgt hatte. Alvarez ist sich sicher, dass dieser Sieg Signalwirkung haben dürfte: „Gerade, wenn man dann solche Spiele in der letzten Minute zieht, dann kann das einiges machen mit einer Mannschaft.“

Nicht nur auf dem Platz auch auf den Rängen war einiges los – oder auch nicht. Während die KFC-Anhänger nach etwa einer Viertelstunde in die Unterstützung einstieg, blieben die VfL-Ultras die komplette erste Halbzeit stumm. Die ersten 15 Minuten hatten Fans und Spieler dabei ein Dauerpfeifen im Ohr. Die Ultras beider Lager hatten Trillerpfeifen mitgebracht. Eine Viertelstunde trillerte es nur so durch die Bremer Brücke.

„Das war schon etwas unglücklich, weil man nicht wusste, pfeift jetzt der Schiedsrichter oder kommt das von der Tribüne“, sagte Alvarez. Das lautstarke Signal richtete sich an den DFB. Thema: Wir pfeifen auf euch und eure Montagsspiele. Mit zahlreichen Plakaten widmeten sich die Ultras in der Ostkurve immer wieder in der ersten Halbzeit diesem Thema. „Wo das Herz schlägt, bleibt das Flutlicht montags aus“ oder „Egal ob auswärts oder daheim, Montag darf kein Spieltag sein“ war zu lesen.

„Es war aller Ehren Wert, was die Fans vorher auch ohne Ultras für Stimmung erzeugt haben“, sagte Danneberg. Kritisch sah der Vizekapitän, dass mehrfach Tennisbälle aus der Ostkurve auf den Rasen flogen. Auch bei den anderen Zuschauern kam diese Aktion nicht gut an. Von den Trillerpfeifen schon leicht genervt, gab es nach den fliegenden Tennisbällen einen Sprechchor: „Ultras raus.“

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