Fußball: 3. Liga
VfL Osnabrück mit großer Leidenschaft zum 2:1-Sieg gegen SV Wehen Wiesbaden

Osnabrück -

Das war ein Spiel so richtig nach dem Geschmack der knapp 10.000 Zuschauer an der Bremer Brücke. Nach einem frühen Rückstand (2.) legte der VfL Osnabrück große Leidenschaft an den Tag und bezwang den SV Wehen Wiesbaden mit 2:1.

Samstag, 08.12.2018, 00:00 Uhr aktualisiert: 10.12.2018, 16:24 Uhr
Mit Haken und Ösen wurde gekämpft an der Breme Brücke. Hier wird Manuel Farrona Puldio von Reddemann gestoppt. Am Ende durfte der VfL doch jubeln
Mit Haken und Ösen wurde gekämpft an der Breme Brücke. Hier wird Manuel Farrona Puldio von Reddemann gestoppt. Am Ende durfte der VfL doch jubeln Foto: Tobias Mönninghoff

Zur Herbstmeisterschaft hat es zwar (noch) nicht gereicht, da der Karlsruher SC sein Spiel gegen Preußen Münster mit 5:0 gewonnen hat, aber der VfL Osnabrück hat die Tabellenführung in der 3. Liga verteidigt. Und das in beeindruckender Manier. Nach einem 0:1-Rückstand drehten Marc Heider und Marcos Alvarez die Partie und schossen die Lila-Weißen zum 2:1-Sieg im letzten Heimspiel des Jahres. Die Stimmung auf den Rängen war trotz des nasskalten Wetters bestens. Und so durften nach dem Abpfiff im Tollhaus Bremer Brücke alle Spieler auf den Zaun.

Zum Jahresausklang im heimischen Stadion zeigte der VfL noch einmal, dass er zurecht auf dem ersten Tabellenplatz steht. Mit Leidenschaft, Kampf und dem unbedingten Willen, dieses Spiel zu gewinnen, trumpfte der VfL auf und verdiente sich bei schwierigen äußeren Bedingungen den Sieg redlich. Das unterstrich auch der überragende Keeper Nils Körber: „Riesenkompliment an die Mannschaft. Wie wir hier aufgetreten sind nach dem frühen Rückschlag, alle Achtung. Das war die richtige Antwort auf das blöde Gegentor.“

Nicht im Kader waren der an der Schulter verletzte Felix Schiller und der wieder angeschlagene Sebastian Klaas sowie Konstantin Engel, dessen muskulären Probleme hartnäckiger zu sein scheinen als zunächst angenommen. Dafür stand Alexander Dercho erstmals seit dem Spiel gegen Preußen Münster wieder in der Startelf. Der war heilfroh: „Ich war selten in meiner Karriere so lange verletzt. Die letzten Wochen waren echt hart für mich. Umso glücklicher bin ich, wieder von Beginn an gespielt zu haben und dann noch mit einem Sieg. Das ist ein tolles Gefühl.“

Das Tor zum 1:1: Marc Heider. traf per Kopf.

Das Tor zum 1:1: Marc Heider. traf per Kopf. Foto: Tobias Mönninghoff

Für Dercho fing die Partie aber alles andere als gut an. Der Sekundenzeiger hatte gerade eine Drehung hinter sich, da trugen die Gäste über seine Seite einen Angriff vor. Der Ball kam irgendwie in die Mitte. Dort schoss Ulrich Taffertshofer den am Boden liegenden Manuel Schäffler an, so dass der Ball ins Tor trudelte, ein halbes Eigentor. Bei scheußlichem Wetter eine richtig kalte Dusche für den VfL, der danach eine ganze Zeit benötigte, um ins Spiel zu finden. Trotz einiger Standschwierigkeiten auf dem nassen Rasen kämpften sich die Hausherren jedoch in die Partie und hatten durch Bashkim Renneke eine gute Chance (19.). Er verzog jedoch aus 18 Metern.

Kamen die Gäste dann aber mal nach vorne, wurde es gleich gefährlich. So musste Nils Körber in der 32. Minute gegen Jules Schwadorf sein ganzes Können aufbieten. In der 36. Minuten belohnten sich die Lila-Weißen endlich für ihr großes Engagement. Zunächst wurde ein Freistoß von Alvarez zur Ecke abgelenkt. Die schlug der Ex-Wehener David Blacha in den Strafraum und fand den Kopf von Marc Heider, der zum 1:1 traf. Und fast hätte es nur drei Minuten später 2:1 geheißen. Alvarez verfehlte das SVW-Tor aus spitzem Winkel jedoch knapp. Dafür machte er es weitere fünf Minuten später besser. Viel besser. Einen Freistoß aus 25 Metern zirkelte er exakt ins obere Tordreieck. 2:1. Mit stehendem Ovationen wurde der VfL für diese erstklassige Aufholjagd in die Halbzeit verabschiedet. Es war aller Ehren wert, wie der VfL den frühen Rückstand weggesteckt und sich in die Partie hineingearbeitet hat.

Anas Ouahim zeigte wie alle Osnabrücker eine klasse Leistung.

Anas Ouahim zeigte wie alle Osnabrücker eine klasse Leistung. Foto: Tobias Mönninghoff

Genauso engagiert machten die Hausherren nach dem Seitenwechsel weiter. Fast hätte Farrona Pulido in der 55. Minute auf 3:1 erhöhte. Wehens Keeper Markus Kolke konnte jedoch klären. Zwei Minuten später verpasste Alvarez nach einem klasse Angriff das 3:1 knapp. Das fiel nicht, so musste der VfL bis zum Abpfiff zittern, da Wehen in der Schlussphase mit aller Macht auf den Ausgleich drängte. Mehrfach brannte es lichterloh im Strafraum von Keeper Nils Körber. Dann war Schluss, und eine heiße lila-weiße Nacht konnte starten.

VfL Osnabrück : Körber - Renneke, Trapp, Susac, Dercho (81. Danneberg) - Blacha, Taffertshofer - Farrona Pulido (71. Tigges), Alvarez (79. Amenyido), Ouahim - Heider.

SV Wehen Wiesbaden : Kolke - Lorch, Mockenhaupt, Reddemann (76. Dittgen), Mintzel - Schönfeld (37. Titsch Rivero), Dams - Andrist (46. Kyereh), N. Schmidt, Schwadorf - Schäffler

Tore: 0:1 Schäffler (2.), 1:1 Heider (36.), 2:1 Alvarez (44.). - Schiedsrichter : Sören Storks (Velen). - Gelbe Karten: Farrona Pulido, Susac - Schwadorf, Kyereh, Titsch Rivero, Schäffler. - Zuschaue r: 9581.

Trainerstimmen:

Rüdiger Rehm (SV Wehen Wiesbaden): „Der VfL steht verdient da oben. Warum, das hat man heute wieder gesehen. Aber ich bin sehr enttäuscht, dass wir nichts mitgenommen haben nach unserem guten Start. Nach 20 Minuten haben wir nachgelassen, haben es nicht mehr geschafft, dem VfL weh zu tun. Wir hatten vor dem Ausgleich die Riesenchance zum 2:0. Das machen wir nicht und wurden bestraft. Der VfL hat uns mit großer Galligkeit den Schneid abgekauft, wenn es auch im zweiten Durchgang ein ausgeglichenes Spiel war. Wir hatten noch einige Chancen und hätten einen Punkt verdient gehabt.“

Daniel Thioune (VfL Osnabrück): „ Wir haben jetzt 37 Punkte, ein tolles Gefühl. Dafür haben wir letzte Saison zwölf Monate gebraucht. Gefallen hat mir auch, wie wir nach dem frühen Rückstand reagiert haben. Mit der Spielführung und der Art wie wir Fußball gespielt haben, haben wir uns die Pausenführung verdient. Das war mit die beste Saisonleistung bisher. Wir haben nie nachgelassen, auch in der zweiten Halbzeit nicht, trotz des tiefen Bodens. Zum Schluss war es ein reines Verteidigen, aber meine Mannschaft hat unfassbar gut gegen den Ball gearbeitet. Kompliment. Über 90 Minuten gesehen, war der Sieg nicht unverdient. Die Jungs können stolz auf sich sein.“

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