Fußball: 3. Liga
Jovic lässt SF Lotte spät jubeln

Lotte -

„Endlich“, durften die Sportfreunde Lotte am Samstagnachmittag gedacht haben. Endlich durften sie wieder jubeln. Nach zuvor fünf sieglosen Spielen feierten sie bei SG Sonnenhof Großaspach einen 1:0-Erfolg. Glück zwar, aber nicht unverdient.

Sonntag, 03.02.2019, 00:00 Uhr
Der eingewechselte Michael Schulze (Mitte) und Jeron Al-Hazaimeh (links) feierten am Samstag bei der SG Sonnenhof Großaspach mit den Sportfreunden Lotte einen wichtigen 1:0-Erfolg.
Der eingewechselte Michael Schulze (Mitte) und Jeron Al-Hazaimeh (links) feierten am Samstag bei der SG Sonnenhof Großaspach mit den Sportfreunden Lotte einen wichtigen 1:0-Erfolg. Foto: Jörg Wahlbrink

Nach fünf sieglosen Spielen sind die Sportfreunde Lotte beim glücklichen und ungemein wichtigen 1:0 (0:0) als Gast der SG Sonnenhof Großaspach auf den Erfolgskurs zurückgekehrt. Der Jubel nach dem Last-Minute-Treffer von Toni Jovic kannte keine Grenzen.

Dem Siegbringer stand die Freude ins Gesicht geschrieben. „Ich bin sehr glücklich jetzt: glücklich für das Team und glücklich für mich“, schwärmte Jovic. Der Kroate hatte bis zur Schlussminute kaum starke Szenen gehabt. Das lag allerdings auch daran, dass beide direkten Konkurrenten nach wochenlangem Training auf Kunstrasen auf dem tiefen Rasen der Mechatronik Arena in nur wenigen Phasen im Offensivspiel überzeugten.

Doch dann kam der 26-Jährige in seinem zweiten Einsatz für Lotte doch noch zu seiner starken Szene. Nach einer Kombination zwischen Paterson Chato und dem eingewechselten Felix Drinkuth schlug Alexander Langlitz eine letzte Flanke. „Erst dachte ich: Ich komme gar nicht an den Ball“, beschrieb der flinke Stürmer. Doch Großaspachs Kapitän Julian Leist bekam den Ball im Strafraum nicht geklärt – und das Lauern von Jovic zahlte sich aus: Aus der Drehung traf er mit dem linken Fuß unhaltbar ins linke Eck (90.). „Instinktiv – typisch für einen Stürmer“, ergänzte der Zugang von HŠK Zrinjski Mostar. Mit diesem Treffer bauten die Lotter den Vorsprung auf Großaspach auf sechs Zähler aus. Mit einer Niederlage wären sie einem Abstiegsplatz bedrohlich nahe gekommen.

Für Langlitz war der späte Siegtreffer kein Zufall: „Wir haben in der Winterpause an unserer Mentalität gearbeitet, damit wir die 50:50-Spiele endlich auf unsere Seite holen“, sagte der Rechtsverteidiger, der nicht vergaß: „Wir hatten in der zweiten Hälfte aber auch das nötige Glück.“ Langlitz meinte den satten Schuss von Leist aus gut 30 Metern ans Lattenkreuz (53.) und den präzisen Schlenzer von Philipp Hercher (69.), den Lottes Keeper Steve Kroll noch so eben an die Querstange lenkte (69.).

„Ich bin doppelt glücklich über diesen schmeichelhaften Sieg, auf den wir in der Schlussphase allerdings auch energisch gedrängt haben“, sagte Gerrit Wegkamp. „Ich bin richtig erleichtert, weil ich in der ersten Hälfte eine Riesenchance ausgelassen hatte.“ Wegkamp meinte die 21. Minute, als er aus spitzerem Winkel freistehend an Kevin Broll gescheitert war. Der Torwart hatte zuvor im Fünfmeterraum bereits gegen Tim Wendel geklärt. Das waren die größten Chancen der Sportfreunde vor dem erlösenden Siegtreffer.

Mit den Einwechslungen von Sinan Karweina (61.) und vor allem von Michael Schulze (66.) kam neuer Schwung in den Lotter Auftritt. Zudem war der spät hineingekommene Drinkuth an der Entstehung des Siegtreffers beteiligt. „Die Eingewechselten haben mehr als angedeutet, dass wir jetzt in der Breite besser besetzt sind“, sagte Trainer Nils Drube, der nach dem Sieg „total happy“ war: „Wir sind aber noch nicht auf dem Level, das wir vor der Winterpause hatten“, so der Coach: „Vor allem in den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte hatten wir ein schlechtes Positionsspiel gegen den Ball.“

Einen Talisman hatte Drube bereits vor dem Spiel ausgemacht – Andile, den Esel, der jedes Großaspacher Heimspiel am Spielfeldrand verbringt. „Ich habe gehört, dass man ihn streicheln muss – dann hat man das Glück auf seiner Seite“, sagte Drube. Entsprechend hatte er Andile vor dem Spiel liebkost. Der Esel verweilte dann auch zu Beginn des Spiels direkt vor den Lotter Trainerplätzen und ließ sich schwerlich wegziehen. „Wenn ich hier noch mal hinkommen sollte, dann kümmere ich mich wieder um ihn“, sagte der Trainer.

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