Fußball: 3. Liga
VfL Osnabrück schafft Wendesieg: 3:1 gegen Carl Zeis Jena

Osnabrück -

Mit einem hochverdienten 3:1-Sieg gegen den FC Carl Zeiss Jena schließt der VfL Osnabrück die englische Woche ab und setzt die Konkurrenz am 29. Spieltag unter Druck.

Samstag, 16.03.2019, 17:51 Uhr
Osnabrücker Jubel mit Luca Pfeiffer, Marcos Alvarez und Ulrich Taffertshofer (von links) sowie Baskim Ajdini (oben).
Osnabrücker Jubel mit Luca Pfeiffer, Marcos Alvarez und Ulrich Taffertshofer (von links) sowie Baskim Ajdini (oben). Foto: Tobias Mönninghoff

Knapp 10 000 Zuschauer ließen sich von der Moral und dem Willen der Mannschaft mitreißen und trugen mit tollem Support dazu bei, dass dder VfL Osnabrück nach einem frühen 0:1-Rückstand durch Tore von Benjamin Girth , Marcos Alvarez und Luca Pfeiffer erneut einen der für sie typischen Wendesiege schaffte.

Der VfL (58 Punkte) behauptet damit den Vorsprung von neun Punkten vor dem SV Wehen Wiesbaden (49), der durch das 2:0 gegen Preußen Münster vorübergehend auf Platz drei vorrückte. Der Karlsruher SC (51) steht nun am Sonntag bei Energie Cottbus genauso unter Druck wie der Hallesche FC (48) am Montag in Rostock.

Im 4-2-3-1 schickte Trainer Daniel Thioune seine Startelf in das 14. Heimspiel der Saison. Im Vergleich zum Spiel am Dienstag bei Fortuna Köln (1:1) gab es drei Veränderungen: Steffen Tigges, Luca Pfeiffer und Manuel Farrona Pulido standen beim Anpfiff nicht auf dem Rasen, dafür waren Benjamin Girth, Etienne Amenyido und Konstantin Engel wieder dabei.

Alle hatte davon gesprochen, dass dem VfL ein schweres Spiel bevorstand - doch so richtig klar war diese Tatsache den meisten wohl erst nach sechs Minuten: Einen 30-Meter-Freistoß von Starke ließ Körber nach rechts abprallen, Kübler passte nach innen, wo Tietz den Ball über die Linie ins leere Tor drückte.

Erstes Saisontor von Luca Pfeiffer.

Erstes Saisontor von Luca Pfeiffer. Foto: Tobias Mönninghoff

Das Beeindruckendste an diesem Rückstand war die Reaktion des Publikums: Sofort brandeten Sprechchöre auf, von allen Seiten kamen Applaus und anfeuernde Gesänge. Gerade bestellt, prompt geliefert: In der zwölften Minute schlich sich Benjamin Girth zwischen den beiden Innenverteidigern frei und platzierte eine Linksflanke von Maurice Trapp per Kopf ins Eck.

Mehr Sicherheit gab das Tor dem VfL zunächst nicht, denn die spielstarken und offensiven Gäste kamen gegen eine ungewohnt wackelige VfL-Defensive zu weiteren Möglichkeiten. Grösch (18.) und Eckhardt (20.) kamen im Strafraum frei zum Schuss, verfehlte aber knapp.

Dann fand der VfL seinen Rhythmus und erhöhte den Druck von Minute zu Minute. Auf dem durchnässten Rasen, der schlechter bespielbar war als es von den Rängen aussah, steigerte sich die Mannschaft stetig. Nach einem Freistoß von Alvarez (27.), der knapp vorbeistrich, war der bislang beste Angriff das Zeichen für eine dominante Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit.

Anas Ouahim hatte diesen Angriff eingeleitet und abgeschlossen, dazwischen lag ein starker Pass von Alvarez und eine Flanke von Konstantin Engel - Ouahims Kopfball verfehlte das Tor knapp (30.). Danach verhinderte der belgische Torwart Coppens mit zwei sehenswerten Flugparaden die VfL-Führung: Erst bei einem Freistoß des spiel- und lauffreudigen Alvarez (39.), dann bei einem 17-Meter-Schuss von David Blacha (41.) nach einem klugen Zuspiel von Girth. Als dann Girth kurz vor der Pause in eine Flanke von Ajdini rutschte und den Ball an die Latte jagte, durfte das Halbzeitfazit lauten: Eine VfL-Führung wäre verdient gewesen.

Der VfL nahm den Faden gleich nach dem Seitenwechsel wieder auf, scheiterte aber bei Girths Kopfball (46. und bei Amenyidos Schlenzer (48.) an Coppens, der seine Flugschau fortsetzte. Die Jenenser riskierten nun weniger als in der ersten Halbzeit und zogen sich weit zurück; den VfL erwarteten sie nun mit einer Sechserreihe.

Nachdem Coppens auch das Duell gegen den von Alvarez glänzend freigespielten Amenyido gewann, spielte der VfL nicht nur gegen einen zäh, clever und laufstark verteidigenden Gegner, sondern auch gegen die Uhr. Und plötzlich bieben auffällig oft Jenenser nach Zweikämpfen am Boden liegen, um eine Unterbrechung und eine Behandlungspause zu erzwingen.

Wie ein Mann standen 10 000 hinter der Mannschaft. Deshalb war eigentlich dieses fantastische Publikum der Torschütze zum 2:1. Aber Marcos Alvarez hatte sich diesen Treffer genauso verdient, denn der Torjäger bot in der Rolle hinter den Spitzen eine herausragende Leistung. Das Tor war typisch für ihn: Nach einem weiten Einwurf des eingewechselten Steffen Tigges verlängerte Luca Pfeiffer per Kopf und Alvarez nickte ein (79.).

Die Entscheidung gegen nicht aufgebende Jenenser fiel drei Minuten vor Schluss. Alvarez erkämpfte im Mittelfeld mit einer Grätsche gegen Tchenkoua den Ball, die Vorlage kam genau in den Lauf von Pfeiffer, der eben noch den Assist für „Alva“ geleistet hatte. Der Stürmer ließ sich die Chancen nicht nehmen, startete durch und schob den Ball an Coppens vorbei flach ins Netz - das erste Saisontor für Pfeiffer, das er sich redlich verdient hatte bei guten, aber glücklosen Auftritten in den letzten Wochen.

VfL Osnabrück : Körber – Ajdini, Susac, Trapp, Engel (73. Farrona Pulido ) – Taffertshofer, Blacha – Amenyido, Alvarez, Ouahim (73. Tigges ) – Girth (76. Pfeiffer).

Carl Zeiss Jena : Coppens – Fl. Brügmann, Grösch, Gerlach (75. Slamar), Bock (76. Schüler) – Kübler, Schau (81. Felix Brügmann) – Eckhardt, Starke – Tietz, Tchenkoua.

Tore: 0:1 Tietz (6.), 1:1 Girth (12.), 2:1 Alvarez (79.), 3:1 Pfeiffer (87.). - Schiedsrichter: Jablonski (Bremen). - Gelbe Karten: Blacha - Tchenkoua, Schau. - Zuschauer: 9116.

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