Fußball: Niedersachsen-Pokal
Engel verletzt sich beim 1:2 des VfL Osnabrück schwer

Osnabrück -

Der VfL Osnabrück hat sich um ein attraktives Pokalfinale gegen den SV Meppen gebracht. Vier Tage nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga scheiterte die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune im NFV-Pokal-Halbfinale mit 1:2 beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel.

Donnerstag, 25.04.2019, 17:15 Uhr aktualisiert: 25.04.2019, 17:19 Uhr
Konstantin Engel (rechts) hat sich bei der Pokalpleite des VfL in Drochtersen einen Schienbeinbruch zugezogen. Damit ist für ihn die Saison beendet.
Konstantin Engel (rechts) hat sich bei der Pokalpleite des VfL in Drochtersen einen Schienbeinbruch zugezogen. Damit ist für ihn die Saison beendet. Foto: Tobias Mönninghoff

Überschattet wurde die verdiente Niederlage von der schweren Verletzung von Konstantin Engel , der sich bei einem eigenen Foul wahrscheinlich einen Schienbeinbruch zuzog.

386 Tage nach dem Pokal-K.o. an gleicher Stelle – damals nach einem 0:0 mit 6:7 im Elfmeterschießen –unterlag der VfL erneut dem Pokal-Schreck aus dem Landkreis Stade . Trainer Daniel Thioune verzichtete - abgesehen von den Rekonvaleszenten - auf Marc Heider und Marcos Alvarez ; Maurice Trapp und Felix Agu fehlten angeschlagen. Im Vergleich mit der Startelf, die am vergangenen Samstag beim 2:0 gegen VfR Aalen begonnen hatten, waren nur Ulrich Taffertshofer und Adam Susac beim Anpfiff auf dem Rasen.

Eine halbe Stunde plätscherte das Spiel recht träge dahin, weil der VfL es nicht verstand, seine hohe Ballbesitzquote in schnelle Offensivaktionen umzusetzen. Der Regionalligist mauerte sich rund um den eigenen Strafraum ein.

In der 29. Minute dann der Schock für den VfL: Beim Versuch, einen Konter zu stoppen, kam Engel auf der rechten Abwehrseite gegen den schnellen Elfers einen Moment zu spät, foulte dabei den Verteidiger - und blibb selbst schwer verletzt liegen. Umstehende Zuschauer und die Bankbesetzung hatten den krachenden Knacks gehört, Engel hielt sich die Hände vor das schmerzverzerrte Gesicht. Es dauerte sechs, sieben Minuten, ehe der Osnabrücker mit einer Trage vom Platz und ins Krankenhaus gebracht wurde; Physiotherapeut Günter Schröder begleitete ihn. Alle Anzeichen deuteten auf einen Bruch des rechten Schienbeins hin. Einige Zuschauer leisteten sich asoziale Zwischenrufe („Ab zur Notschlachtung“), die so gar nicht zum Image des sympathischen Dorfclubs passen.

Nach siebenminütiger Unterbrechung waren die VfL-Profis – für Engel kam Bashkim Ajdini - spürbar geschockt und gerieten in Rückstand, ehe sie sich wieder gefangen hatten. Nach einer misslungenen Klärungsaktion von Konrad kam Elfers in halblinker Position im Strafraum an den Ball und bezwang Kühn mit einem Flachschuss ins lange Eck (42.).

In der siebenminütigen Nachspielzeit verfehlte Pfeiffer nach einer Hereingabe von Ajdini das lange Eck mit einem Flachschuss knapp - es war die zweite Chance des VfL nach einem Volley von Danneberg (16.), der aus 20 Metern knapp über das Tor gegangen war.

Der kam unverändert aus der Kabine - im doppelten Sinn: Mit derselben Elf und derselben Fahrigkeit und denselben Konzentrationsmängeln wie vor der Pause. Die Quittung: Nach einem krassen Ballverlust von Tigges, düpierte Neumann mit einem Bogenlampe VfL-Torwart Kühn - nach 50 Minuten führte der Pokalschreck mit 2:0.

Das gab dem Außenseiter den letzten Kick, in diesem Pokal-Fight alles rauszuhauen. Der VfL versuchte es weiter mit spielerischen Mitteln, nahm auch den Kampf nicht richtig an und wirkte bei allem Bemühen rat- und fassungslos. Ein Flachschuss von Tigges (53.) und ein Direktschuss des eingewechselten Ouahim (73.), die Torwart Siefkes entschärfte, blieben bis zur Schlussoffensive die einzigen Chancen.

Bis zuletzt versuchte der VfL alles – doch nahezu alles misslang: Schlecht getimte Flanken, Fehlpässe, schwache Standards. Typisch, wie leichtfertig Ouahim freistehend sechs Minuten vor Schluss die Chance auf den Anschlusstreffer vergab. Umso mehr, als Luca Pfeiffer in der 88. Minute nach einer Kopfballverlängerung von Tigges zum 1:2 traf.

Allen guten Vorsätzen zum Trotz schaffte es die Mannschaft nicht, den natürlichen Spannungsabfall nach dem Aufstiegs-Triumph zu kompensieren. Die Aussicht auf ein Pokalfinale an der Bremer Brücke gegen den SV Meppen , der sich zeitgleich beim TSV Havelse durchsetzte, ist dahin. Pokal-Pleite in Drochtersen – das ist wirklich die einzige Konstante im Vergleich zur letzten Saison.

Verträge von Alvarez und Girth verlängert

Per Vertragsoption haben sich die Verträge von Marcos Alvarez und Benjamin Girth mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga automatisch verlängert. Alvarez‘ Arbeitspapier gilt nun bis 2020, die Leihe von Girth von Holstein Kiel an den VfL verlängert sich ebenfalls um ein Jahr. Den Club verlassen werden im Sommer Furkan Zorba, Kamer Krasniqi und Tim Danneberg. Das teilt der VfL in einer Pressemitteilung mit.Für zwei Spielzeiten seit 2014 und seit 2017 trägt Alvarez das Trikot der Lila-Weißen. Zwischenzeitlich stand er bei Dynamo Dresden unter Vertrag. Mit bisher elf Treffern und sieben Torvorbereitungen ist der 27-jährige Top-Scorer des VfL in der laufenden Drittligasaison. Girth haben die Lila-Weißen im Winter 2019 von Zweitligist Holstein Kiel ausgeliehen. Sechs Treffer gelangen dem 27-Jährigen in seinen bisherigen zwölf Ligaspielen. „Wir sind sehr froh, dass sich die Verträge aufgrund der vorab verhandelten Optionen mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga automatisch verlängert haben und uns beide Spieler auch in der kommenden Zweitligasaison zur Verfügung stehen. Sowohl Marcos Alvarez als auch Benjamin Girth haben ihren Anteil am aktuellen sportlichen Erfolg“, erklärt VfL-Sportdirektor Benjamin Schmedes.Die zum 30. Juni auslaufenden Verträge mit Furkan Zorba, Kamer Krasniqi und Tim Danneberg werden indes nicht verlängert. Zorba wurde bereits 2018 mitgeteilt hat, dass er in den Überlegungen der sportlichen Leitung keine Rolle spielt. Mit Kamer Krasniqi erhält ein im Leistungszentrum entwickeltes Eigengewächs keinen neuen Vertrag. „Einem verdienten Spieler mit Osnabrücker wurzeln wie Kamer Krasniqi mitzuteilen, dass er keine sportliche Perspektive mehr beim VfL hat, gehört nicht zu den angenehmen Dingen. Kamer hat sich immer professionell verhalten, entsprechend werden wir ihn auch bei seiner persönlichen Neuausrichtung unterstützen“, so Schmedes.Auch Tim Danneberg wird ab Sommer nicht mehr zum Kader gehören, für den er zwei Jahre lang auflief. Danneberg ist mit 330 Einsätzen Rekordspieler der 3. Liga. Schmedes: „Tim Danneberg hat sich ganz sicher mehr Einsatzzeit in diesem Jahr versprochen, dennoch hat er die Entscheidungen des Trainers stets mitgetragen und sich als wichtiger Bestandteil und Führungsspieler in das Team eingebracht.“

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