Fußball: 3. Liga
Nach 0:3 dicht am Abgrund: Lotte-Kapitän Straith übt Kritik

Unterhaching -

Wie begossene Pudel schlichen die Fußballer des Drittligisten Sportfreunde Lotte nach dem herben 0:3 (0:1) beim direkten Konkurrenten Spvg. Unterhaching am Samstagnachmittag vom Rasen.

Sonntag, 12.05.2019, 21:42 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 10:58 Uhr
Lottes Mannschaftskapitän Adam Straith redete nach der Pleite in Unterhaching Klartext und kritisierte auch seine Mitspieler.
Lottes Mannschaftskapitän Adam Straith redete nach der Pleite in Unterhaching Klartext und kritisierte auch seine Mitspieler. Foto: Mrugalla

Da mit Ausnahme von Fortuna Köln und Eintracht Braunschweig alle Abstiegskandidaten dreifach punkteten, ist die Chance des neuen Tabellen-Drittletzten auf den Klassenerhalt vor dem letzten Spieltag nur noch theoretischer Natur.

Nach vier Spielen mit 0:7 Toren und nur einem Punkt stehen die Sportfreunde vor dem letzten Heimspiel gegen die Würzburger Kickers erstmals seit dem achten Spieltag auf einem Abstiegsrang. Im Grunde ist die Konstellation klar: Nur, wenn Carl Zeiss Jena zu Hause gegen 1860 München und die SG Sonnenhof Großaspach beim nun fixen Absteiger Fortuna Köln verlieren und Lotte zeitgleich gegen die Franken gewinnt, gibt es eine vierte SFL-Saison auf dritthöchster Ebene. „München ist nicht so schlecht, dass sie in Jena nicht gewinnen könnten – auch Fortuna Köln hat gegen Aspach eine Chance“, sagt der Sportliche Leiter Manfred Wilke . „Zunächst müssen wir aber nur auf uns gucken, dass wir endlich mal wieder gewinnen.“

Das würde sich auch Kapitän Adam Straith wünschen, der sich nach dem Abpfiff in Haching nicht mehr – wie zuletzt noch so oft – schützend vor seine Mitspieler stellte. „Wir hatten immer wieder gesagt, dass wir alle Möglichkeiten haben und alles in unserer Hand liegt – auf dem Platz passierte dann aber leider nichts, was unsere Worte bestätigt hätte.“

Auch seinen Nebenmann in der Verteidigung, den zumeist so zuverlässigen Matthias Rahn, nahm Straith nicht von der Kritik aus. Rahn war beim Stand von 0:1 nach einem harten Einsteigen in der gegnerischen Hälfte mit einer fragwürdigen Roten Karte (42.) vom Platz geflogen. „Das darf ihm nicht passieren. Normalerweise sichern wir Innenverteidiger hinten ab. Ich weiß auch nicht, warum er es in dieser Situation nicht tat.“ Rahn wusste selbst, dass er der Elf mit der Unterzahl einen Bärendienst erwiesen hätte. „Es ist jetzt nicht mehr die Zeit dafür, solche Sachen schönzureden. Solche Fehler töten uns.“ Nicht weniger genickbrechend waren die herben Schnitzer von Torwart Steve Kroll beim 0:1 und 0:2.

Während die Abwehr lange Lottes Prunkstück war, liegt die Offensive seit Wochen brach. Die einzige Großchance vergab Maximilian Oesterhelweg (23., Freistoß) Dazu kamen noch zwei unplatzierte Verzweiflungsschüsse, aber nicht eine herausgespielte Möglichkeit.

Auch Trainer Ismail Atalan redete nach dem 0:3 Klartext. „Wenn ein Team in 37 Spielen nur 30 Tore schießt, fällt dies irgendwann auch den Spielern auf“, sagte der Coach und deutete damit an, dass die Mannschaft neben dem Mentalitäts- auch ein klares Qualitätsproblem habe.

Der Verein bekäme nun die Quittung für die missglückten Spielerwechsel im vergangenen Sommer und Winter. In diesen Transferperioden hat der Kader der Sportfreunde jeweils klar an Qualität verloren. „Wenn man im Winter dann noch spiel- und offensivstarke Spieler wie Neidhart oder Piossek gehen lässt, muss man sich nicht wundern“, so Atalan.

Als die Anfrage von Lotte kam, habe er diese zunächst ablehnen wollen. „Kein Trainer hatte Lust, diesen Job zu übernehmen. Ich wusste, dass es brutal schwer und ein Himmelfahrtskommando wird.“ Wilke versteht die Sicht des Rückkehrers. „Im Winter ist nicht viel Positives geschehen. Gerade die, die aus höheren Ligen kamen, waren schwach.“ Der Macher gestand, dass es noch keine konkrete Planung für die Regionalliga gibt. Die Lizenzunterlagen sind für die 3. Liga und Regionalliga eingereicht. Nur „zwei, drei oder vier Verträge“ würden auch für die 4. Liga gelten.

Im Neuaufbau eines Kaders sei Lotte nicht unerfahren. „Ein normaler Prozess, den andere Vereine auch schon gemeistert haben“, so Wilke. Der Abstieg wäre eine neue Chance. „Das kann richtig in die Hose gehen. Genauso kann aber auch etwas richtig Gutes entstehen.“

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