Fußball: 3. Liga
Den Sportfreunden Lotte droht der erste Abstieg seit 47 Jahren

Lotte -

Sind die Sportfreunde Lotte „unabsteigbar“? Die Tabelle sagt etwas anderes, ist der Club einen Spieltag vor Saisonende doch extrem gefährdet. Ein Blick in die Historie lässt aber genau das vermuten. Seit 1972 ging es nur nach oben, der letzte Abstieg des Drittligisten liegt 47 Jahre zurück.

Dienstag, 14.05.2019, 16:01 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 14:41 Uhr
Riesengroß war der Jubel 2013 beim Aufstieg in die 3. Liga, als die Fans den Platz stürmten und Matthias Rahn sowie Jeron Al-Hazaimeh sich in die Polonaise einreihten.
Riesengroß war der Jubel 2016 beim Aufstieg in die 3. Liga, als die Fans den Platz stürmten und Matthias Rahn sowie Jeron Al-Hazaimeh sich in die Polonaise einreihten. Foto: Mrugalla

Der Abstieg der Sportfreunde Lotte aus der 3. Liga ist wohl kaum noch abzuwenden. Der „Fußballgott“, an den auch Trainer Ismail Atalan nach eigenen Worten glaubt, müsste es am Samstag, dem letzten Spieltag, schon so richtig gut mit dem Club vom Autobahnkreuz meinen. Ein Sieg gegen die Würzburger Kickers vorausgesetzt, müssten weitere Faktoren zusammenkommen, damit es zum Klassenerhalt reicht. Darauf zu wetten, würde wohl eine sehr hohe Quote mit sich bringen.

Dabei gelten die Sportfreunde eigentlich als „unabsteigbar“. Der letzte Abstieg liegt bereits 47 Jahre zurück. Am Ende der Saison 1971/72 ging es für Lotte aus der damaligen Bezirksklasse zurück in die Kreisliga wie in dem Buch „111 Gründe, die Sportfreunde Lotte zu lieben“ zu lesen ist. Zehn Jahre später, 1982, gelang der Aufstieg in die Bezirksliga. Seither ging es nur bergauf. Einen Abstieg gab es am Autobahnkreuz nicht mehr zu betrauern. Das kann kaum ein Club von sich behaupten. Die Konkurrenten aus der Nachbarschaft, VfL Osnabrück und Preußen Münster, auch nicht.

Wie in dem Buch zu lesen ist, mussten die Sportfreunde Lotte nach siebenjähriger Zugehörigkeit zur Bezirksklasse mit dem damaligen Trainer Putten Priesmeyer absteigen. Nach dem Sprung 1982 in die Bezirksliga unter Trainer Wolfgang Herlitzius durften die Sportfreunde anschließend fünf weitere Aufstiege bejubeln. 1989, drei Jahre zuvor war das neue Stadion am Autobahnkreuz eingeweiht worden, folgte mit Trainer Axel Kreutzer nach einer beeindruckenden Saison ohne Niederlage der Landesliga-Aufstieg.

Obwohl von 1990 bis 1994 der schon damals bekannte Klaus Bienemann , der heutige Nachwuchs-Koordinator, den Trainerposten inne hatte, dauerte es erneut sieben Jahre, ehe es eins höher ging. Mit Interims-Spielertrainer Thomas Lüken, der wenige Wochen zuvor trotz Tabellenführung Heribert Essing abgelöst hatte, klappte 1996 der Aufstieg in die Verbandsliga.

In dieser Klasse verbrachten die Sportfreunde acht Jahre. Nachdem im Sommer 2003 Klaus Bienemann zum zweiten Mal den Trainerposten in Lotte übernommen hatte, feierte er mit seinem Team am Saisonende auf Anhieb den Oberliga-Aufstieg.

Auch diese Klasse sollte nur eine Durchgangsstation sein. Die zur Saison 2008/2009 neu installierte dreigleisige Regionalliga war das Ziel. Es sah lange gut aus, ehe die SFL-Maschinerie ins Stocken geriet. Nach drei Niederlagen in Folge trat Klaus Bienemann als Trainer im März 2008 zurück und wurde Sportlicher Leiter. Als Coach wurde Manfred Wölpper verpflichtet, der den Regionalliga-Aufstieg als Vierter der Oberliga doch noch perfekt machte. Nach einem katastrophalen Saisonstart in der vierthöchsten Liga musste Wölpper schon im August 2008 gehen. Ein gewisser Maik Walpurgis übernahm. Der schaffte mit den Sportfreunden im ersten Jahr nicht nur souverän den Klassenerhalt, sondern 2013 auch erstmals die Meisterschaft in der Regionalliga. In den neu installierten Relegationsspielen zur 3. Liga scheiterte Lotte aber an RB Leipzig.

Drei Jahre später machte schließlich Ismail Atalan nach den erfolgreich abgeschlossenen Relegationsspielen gegen Waldhof Mannheim den Aufstieg perfekt. Die Sportfreunde waren erstmals in der Vereinsgeschichte drittklassig.

Zwei Jahre hielt sich der Club aus der 14 000-Seelengemeinde sicher in der Liga, nun droht der Abstieg. Es wäre der erste für die Sportfreunde Lotte seit 47 Jahren.

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