Fußball: Kreisspruchkammer verhängt sechswöchige Sperre
„Mach et, Otze“-Strafe für Spieler des SC Halen

Tecklenburger Land -

Im Spiel der Kreisliga A zwischen SC Halen und Arminia Ibbenbüren 2 provozierte ein Halener Spieler seine fünfte gelbe Karte. Anschließend prahlte er damit, dass es geklappt habe, da er eine Woche später nicht hätte spielen können. Nun sperrte ihn die Kreisspruchkammer für sechs Wochen.

Mittwoch, 15.05.2019, 18:38 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 19:16 Uhr

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. So banal diese Redewendung, so sicher dürfte schon jeder nach einem voreilig von sich gegebenen Spruch damit konfrontiert worden sein. „Ach hätte ich doch geschwiegen“, dürfte sich auch ein Spieler des SC Halen seit dem 7. April sagen. Im Spiel der Kreisliga A gegen Arminia Ibbenbüren 2 provozierte er seine fünfte gelbe Karte. Anschließend prahlte er damit, dass es geklappt habe, da er eine Woche später nicht hätte spielen und genau zu dem Zeitpunkt seine Sperre würde absitzen können. Dumm nur, dass er das lautstark vor der Auswechselbank der Arminen tat, und auch der Schiedsrichter das deutlich vernommen hat. Der verfasste einen Sonderbericht, so dass auch die Kreisspruchkammer eingeschaltet wurde. Die verhängte nun wegen grober Unsportlichkeit eine sechswöchige Sperre. Somit hat sich der Halener im wahrsten Sinne des Wortes ins Abseits geplappert.

Erinnerungen werden wach an den legendären Kultspruch „Mach et, Otze“. Der damalige Trainer des ­ 1. FC Köln, Erich Rutemöller, hatte am 7. Mai 1991 im Rückspiel des DFB-Pokal-Halbfinales gegen den MSV Duisburg seinen Angreifer Frank Ordenewitz angewiesen, eine rote Karte zu kassieren, die er wenig später auch bekam. Kurz zuvor hatte Ordenewitz die zweite gelbe Karte im laufenden Wettbewerb gesehen und wäre für das Finale gesperrt gewesen. Eine Sperre im Anschluss an einen Platzverweis war 1991 noch nicht an einen Wettbewerb gebunden, sondern galt ab sofort. Der Kölner hätte sie also in der Bundesliga absitzen können und wäre im Endspiel dabei gewesen. Da sich Erich Rutemöller aber verplapperte, schritt der DFB ein, sperrte Frank Ordenewitz doch und verhängte eine Geldstrafe gegen den FC-Coach.

Im Kreisliga-A-Spiel am 7. April lag der SC Halen kurz vor dem Ende mit 2:1 vorne, als der Halener Spieler aufreizend langsam zu einem Freistoß schritt. Als auch nach Aufforderung des Schiedsrichter, sich zu beeilen, nichts passierte, zückte der die gelbe Karte. Die nahm der SC-Akteur gerne hin. Wie sich im Verlauf der Kreisspruchkammer-Sitzung unter Vorsitz von Horst Gerseker (Lienen) herausstellte, soll der Halener daraufhin lautstark geäußert haben, dass er diese Verwarnung habe kassieren wollen. Es war seine fünfte gelbe Karte. So könne er die Sperre am folgenden Sonntag absitzen, da er dann aus privaten Gründen keine Zeit habe zu kicken. Spieler der DJK Arminia und der Schiedsrichter haben die Worte vernommen und waren entsprechend zur Spruchkammersitzung als Zeugen geladen.

Während der Verhandlung wies der Spieler zunächst alle Anschuldigungen von sich. Auf den Hinweis von Gerseker, dass der Sonderbericht des Schiedsrichters eindeutig sei und bei einer Falschaussage eine sehr lange Strafe drohe, dribbelte der Halener nach kurzer Unterredung mit Vereinsangehörigen zurück und gab zu, die Verwarnung provoziert zu haben.

Wegen grober Unsportlichkeit verhängte die Kammer eine sechswöchige Sperre bis einschließlich 19. Mai. Damit ist er im letzten Saisonspiel erst wieder dabei. Zudem muss der Halener die Verfahrenskosten in Höhe von 180 Euro tragen.

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