Fußball: 3. Liga
Lotte-Trainer Atalan: „Bereue es keine Sekunde“

Lotte -

Der Anlass ist eigentlich erfreulicher Natur. Zum Saisonfinale am Samstag gegen die Würzburger Kickers (13.30 Uhr Frimo-Stadion) laufen die Spieler der Sportfreunde Lotte in einem speziellen Trikot anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Clubs auf. Doch ausgerechnet am Samstag könnte eher Trauer angesagt sein. Denn nach drei Jahren Ligazugehörigkeit spricht aktuell (fast) alles dafür, dass die Sportfreunde aus der 3. Liga absteigen werden.

Donnerstag, 16.05.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 17.05.2019, 14:23 Uhr
Die Sportfreunde Lotte haben sich auf das Saisonfinale eingeschworen. Mit einem Sieg gegen die Würzburger Kickers wollen sie sich am Samstag von den Zuschauern verabschieden. Alles andere liegt nicht mehr in ihrer Hand. Das Hinspiel endete 2:2.
Die Sportfreunde Lotte haben sich auf das Saisonfinale eingeschworen. Mit einem Sieg gegen die Würzburger Kickers wollen sie sich am Samstag von den Zuschauern verabschieden. Alles andere liegt nicht mehr in ihrer Hand. Das Hinspiel endete 2:2. Foto: Frank Diederich

Die Sportfreunde Lotte haben es nicht mehr in eigener Hand und sind auf doppelte fremde Hilfe angewiesen, sollten sie ihr letztes Spiel gegen die Kickers gewinnen. Trainer Ismail Atalan ist aber überzeugt, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigen will. Die Intensität im Training sei sehr hoch, so der SFL-Coach. „Ich habe in den vergangenen vier Wochen noch nie so viel Freude im Training gesehen wie am Mittwoch. Die Spieler sind schon gewillt, am Samstag einen Sieg einzufahren, um sich auch vernünftig von den Zuschauern zu verabschieden.“

Wie so ein Sieg gelingen soll, darüber rätseln nicht nur die Fans. Atalan weiß, dass die Offensive der Sportfreunde in dieser Saison alles ist, nur nicht angsteinflößend für die jeweiligen Gegner. „Wir können uns nur noch offensiver ausrichten. Das fängt schon bei der Innenverteidigung an. Die Jungs müssen weiter an sich glauben“, sagt Lottes Trainer. Die ganze Problematik sei auch schon in der Hinrunde erkennbar gewesen. Es sei kaum einmal ein Spiel mit mehr als zwei Toren Unterschied gewonnen worden. „Ich denke, die anderen Mannschaften haben es im Frühjahr geschafft, noch zehn, 15 Prozent draufzupacken. Das haben wir vielleicht nicht geschafft“, so Atalan weiter.

Ich hoffe, dass die Zuschauer, die den Verein wirklich im Herzen tragen, weiterhin kommen und den Verein unterstützen.

Ismail Atalan

Atalan, der vor drei Jahren die Sportfreunde zum Aufstieg geführt hatte, bereut es nach eigener Aussage nicht, den Job jetzt wieder angenommen zu haben. Es war vorher klar, dass es extrem schwer wird“, sagt er. „Ich bereue es keine Sekunde.“ Und wenn der Verein schon falle, „dann soll er sanft fallen. Ich hoffe, dass die Zuschauer, die den Verein wirklich im Herzen tragen, weiterhin kommen und den Verein unterstützen.“ Er sei sich zu 100 Prozent sicher, „dass wir wieder aufstehen werden.“ Ob es jetzt am Samstag sei oder in einem Jahr. Wenn der Verein es zulasse, dass man wieder erfolgreich Fußball spielen könne und wieder eine Euphorie entfache, dann könne er sich vorstellen, auch in der neuen Saison in Lotte zu bleiben, so Atalan auf der Pressekonferenz am Donnerstag.

Am Samstag muss Atalan seine Mannschaft auf jeden Fall in der Abwehr umbauen. Lars Dietz dürfte für den rotgesperrten Matthias Rahn in die Innenverteidigung rücken. „Mit Dietz und Straith haben wir ein unfassbar gutes Innenverteidiger-Duo“, ist Atalan überzeugt. Ausfallen wird Stürmer Sinan Karweina, der sich einen Muskelfaserriss zugezogen hat. Auch Jules Reimerink steht verletzungsbedingt nicht mehr in dieser Saison zur Verfügung. Dagen könnte Tim Wendel zumindest wieder auf der Bank sitzen. „Tim hat am Mittwoch erste Gehversuche unternommen“, ist Atalan vorsichtig optimistisch. Keine Änderung plant er im Tor. Trotz der schweren Patzer in Unterhaching vertraut Atalan Torwart Steve Kroll.

Eindeutig ist die Ausgangslage: Lotte muss gewinnen und sowohl Jena (gegen 1860 München) als auch Großaspach (bei Fortuna Köln) müssen am Samstag verlieren, dann gäbe es doch noch das „Wunder von Lotte“.

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