Fußball: 3. Liga
Absteiger Sportfreunde Lotte

Lotte -

Drei Jahre haben die Sportfreunde Lotte in der 3. Liga gespielt. Das ist vorbei. Seit Samstagnachmittag steht fest, der Club vom Autobahnkreuz steigt ab und muss in der Regionalliga einen neuen Anlauf nehmen. 1:2 endete die Partie gegen Würzburg, die siebte Heimniederlage in Folge.

Samstag, 18.05.2019, 15:06 Uhr aktualisiert: 18.05.2019, 15:33 Uhr
Trainer Ismail Atalan blickt nachdenklich in die Zukunft. Er wird aber wohl in Lotte bleiben.
Trainer Ismail Atalan blickt nachdenklich in die Zukunft. Er wird aber wohl in Lotte bleiben. Foto: dpa

Nun ist es Fakt. Was zu erwarten war, ist eingetreten. Nach dreijähriger Zugehörigkeit müssen die Sportfreunde Lotte die 3. Liga wieder verlassen. Der Abstieg hatte sich am letzten Spieltag schnell abgezeichnet, da Jena in der neunten Minute bereits das 1:0, acht Minuten später das 2:0 erzielte und mit 4:0 gegen 1860 München gewann. Auch Großaspach punktete bei Fortuna Köln dreifach. Damit spielte das Ergebnis der Sportfreunde, 1:2. gegen die Würzburger Kicker, ohnehin keine Rolle, mehr.

Fakt ist aber auch, dass dieser Abstieg überflüssig war. Acht Punkte Vorsprung hatte Lotte noch im März, zwölf Spieltage vor Saisonende, auf die gefährdete Zone. Eine eklatante Heimschwäche und nicht vorhandene Durchschlagskraft in der Offensive ließen diesen schrumpfen, bis die Sportfreunde am vorletzten Spieltag auf einen Abstiegsrang rutschen und den nicht mehr verlassen konnten. Nun ist Fehleranalyse angesagt. Alles muss auf den Tisch, jeder Stein muss umgedreht werden. Denn klar ist, dass im vergangenen halben Jahr einiges schief gelaufen ist -- auf und neben dem Platz.

Optimismus vor der Partie

Vor dem Anpfiff hatte Trainer Ismail Atalan noch Optimismus versprüht. Gut 45 Minuten vor dem Anstoß wandelte er allein und in Gedanken versunken über den Platz. „Ich habe an die vielen Erfolge gedacht, die wir hier schon gefeiert haben und habe nach den richtigen Worten gesucht, die ich der Mannschaft für das Spiel mit auf den Weg geben kann“, sollte er später sagen.

Entschieden hatte sich Atalan für eine offensive Ausrichtung. Für Gerrit Wegkamp, der seit 22 Spieltagen auf einen Treffer wartet, begann Felix Drinkuth, Michael Schulze rückte in die Startelf für den gesperrten Matthias Rahn. Von Beginn an war der Blick der Sportfreunde, die in Sondertrikots zum 90-jährigen Vereinsbestehen aufgelaufen waren, nur nach vorne gerichtet. Die ersten Chancen verzeichneten dennoch die ballsichereren Gäste durch Orhan Ademi (6., knapp vorbei) und Fabio Kaufmann (13., Pfosten).

Erstes Tor nach 396 Minuten

Die Hausherren ließen nicht locker und kamen dem gegnerischen Tor bei bester Stimmung im Frimo-Stadion immer näher. Max Oesterhelweg (18., knapp drüber) und Adam Staith per Kopf nach Ecke (28., um Zentimeter daneben) verpassten die Führung noch. Die besorgte dann Jaroslaw Lindner in der 29. Minute. Es war der erste Treffer für die Sportfreunde nach zuvor 396 Minuten langer Flaute. Das Ergebnis zur Pause war durchaus verdient, weil die Sportfreunde alles raushauten und untermauerten, dass sie in ihrem letzten Drittliga-Spiel nicht als Verlierer vom Feld gehen wollten.

Forsch begannen die Hausherren auch den zweiten Durchgang und liefen prompt in einen Konter. Keeper Steve Kroll unterschätze eine Flanke. Am zweiten Pfosten stand Fabio Kaumann frei und köpfte zum 1:1 ein. Die Sportfreunde zeigten sich jedoch wenig beeindruckt und schlugen zurück. Zwei Mal der eingewechselte Paterson Chato und Alexander Langlitz scheiterten jedoch in aussichtsreicher Position. Da die Spielstände auf den anderen Schauplätzen natürlich bekannt waren, verflachte die Partie in der Schlussphase zusehends, die Bemühungen für den Siegtreffer ließen nach, die Unterstützung des Publikums aber nicht, das sich ebenfalls mit dem Abstieg abgefunden hatte. Schlimmer noch, in der 87. Minute markierte Würzburg das 1:2 durch Patrick Breitkreuz. Damit bleibt Lotte auch im siebten Heimspiel in Folge ohne Punktgewinn.

SF Lotte: Kroll - Langlitz, Dietz, Straith, Al-Hazaimeh - Oesterhelweg (72. Wegkamp), Schulze (72. Wendel), Hofmann - Lindner, Jovic (46. Chato), Drinkuth.

Würzburger Kickers: Verstappen - Göbel, Hägele, Schuppan, Kurzweg - Gnaase (60. Hansen), Sontheimer, Bachmann (56. Skarlatidis) - Kaufmann, Baumann (78. Breitkreuz), Ademi.

Tore: 1:0 Lindner (29.), 1:1 Kaufmann (50.). - Schiedsrichter : Jonas Weickenmeier (Frankfurt). - Gelbe Karten: Dietz, Lindner - Gnaase. - Zuschauer: 1633 (72 aus Würzburg).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6621381?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35348%2F
Neuer Plan gegen alte Probleme
Viele Klinikärzte fühlen sich überlastet. Dazu trägt auch der Fachkräftemangel an deutschen Krankenhäusern bei.
Nachrichten-Ticker