Fußball: 2. Bundesliga
Kaderplanung des VfL Osnabrück: Kevin Wolze als Linksverteidiger verpflichtet

Osnabrück -

Eine Woche vor dem Trainingsstart (18./19. Juni Leistungsdiagnostik, 20. Juni Auftakt) diskutieren die Fans des VfL Osnabrück die Kaderbildung und die Transferaktivitäten des VfL Osnabrück. Bisher sind erst mit Kevin Wolze vom MSV duisburg vier Verpflichtungen getätigt worden.

Mittwoch, 12.06.2019, 16:41 Uhr aktualisiert: 12.06.2019, 16:50 Uhr
Trainer Daniel Thioune (von links), Sportdirektor Benjamin Schmedes und Geschäftsführer Jürgen Wehling wollen sich bei der Zusammenstellung des endgültigen VfL-Kaders Zeit lassen.
Trainer Daniel Thioune (von links), Sportdirektor Benjamin Schmedes und Geschäftsführer Jürgen Wehling wollen sich bei der Zusammenstellung des endgültigen VfL-Kaders Zeit lassen. Foto: Mareike Stratmann

Die einen sorgen sich, weil mit dem am Dienstag verpflichteten Linksverteidiger Kevin Wolze (MSV Duisburg) erst vier Transfers vollzogen sind. Die anderen sind ganz ruhig, weil sie der Arbeit von Sportdirektor Benjamin Schmedes und Trainer Daniel Thioune vertrauen. So oder so: Eine Woche vor dem Trainingsstart (18./19. Juni Leistungsdiagnostik, 20. Juni Auftakt) diskutieren die Fans die Kaderbildung und die Transferaktivitäten des VfL Osnabrück , der Ende Juli in die 2. Bundesliga startet.

24 Spieler stehen unter Vertrag, darunter 20 Spieler aus dem Aufstiegs- und Meisterteam. Der VfL verlor bislang keinen Spieler, den er hätte halten wollen; bis jetzt sind auch keine Anfragen anderer Vereine eingegangen.

Fünf bis sechs Planstellen sollen noch besetzt werden. Mit der Verpflichtung von Kevin Wolze hat der Zweitliga-Aufsteiger frühzeitig die Lücke hinten links in der Abwehr geschlossen. Der Linksverteidiger kommt ablösefrei aus Duisburg und hat bei den Lila-Weißen einen Vertrag bis 2021 unterschrieben. Konstantin Engel fällt wegen eines Schien- und Wadenbeinbruchs auf unbestimmte Zeit aus. Zuvor stand für die Position nur Felix Agu zur Verfügung; das 20-jährige Eigengewächs war eine der Entdeckungen der letzten Saison. Ihn vertrat in der letzten Saisonphase Steffen Tigges, der sich zur U 23 von Borussia Dortmund verabschiedet.

Laut Sportdirekte Benjamin Schmedes schaut sich der VfL weiter nach Verstärkungen „für alle Mannschaftsteile“ um. Gesucht wird beispielsweise ein dritter Torwart. „Das soll ein erfahrener Mann sein, der die Rolle als dritter Torwart annimmt“, sagt Schmedes.

Die Suche nach Verstärkungen läuft ohne Zeit- und Handlungsdruck, denn die sportliche Leitung glaubt an die prinzipielle Entwicklungsfähigkeit der Aufsteiger, individuell und mannschaftlich. „Eine Garantie, dass jeder unserer Spieler die Herausforderung der 2. Bundesliga besteht, haben wir nicht. Aber wir trauen es dem Kern der Mannschaft absolut zu“, sagt der Sportdirektor.

Mit dem Aufstieg erhöhen sich die Einnahmen; in erster Linie, weil der VfL nun von den Geldströmen aus dem lukrativsten Fernsehvertrag der Bundesliga-Geschichte partizipiert. Knapp acht Millionen Euro fließen aus diesem Topf nach Osnabrück – doch damit steht der VfL am Ende der Geldrangliste.

Zum Vergleich: Jeder andere Verein bekommt mehr, jeder der drei Absteiger aus der Bundesliga kassiert zwischen 25 und 28 Millionen Euro aus dem TV-Vertrag. Der VfB Stuttgart sieht sich derzeit unter besonderem Spardruck, weil er den Personaletat auf 60 Millionen Euro drücken muss – der VfL dürfte nicht wesentlich mehr als ein Zehntel für die Mannschaft zur Verfügung haben.

„Wir wissen genau, wo wir stehen, aber wir jammern nicht – wir sind froh, dass wir in dieser attraktiven 2. Bundesliga dabei sind, und wollen mehr als ein staunender Aufsteiger mit großen Augen sein“, betont Schmedes. Im Rennen um interessante Spieler hat der VfL gegen durchschnittliche Zweitligisten in der Regel keine Chance: So entschied sich der Rostocker Cebio Soukou für Arminia Bielefeld und der Münsteraner René Klingenburg für Dynamo Dresden.

Für Schmedes und Thioune ist das eher Ansporn als Entmutigung, den Weg des vergangenen Jahres zu gehen und Spieler zu finden, die Osnabrück als Plattform begreifen, ihr Potenzial zu entwickeln oder stockende Karrieren in wieder in Gang zu bringen. „Anders als vor einem Jahr haben wir eine funktionierende Einheit, auf der wir aufbauen können“, sagt Schmedes, „wir suchen nicht nach der einfachsten oder schnellsten Lösung, sondern nach der besten für den VfL.“ Unter Zeitdruck fühlt sich der Sportdirektor deshalb nicht, und so ist es möglich, dass der VfL die am 31. August endende Transferperiode 1 zeitlich ausschöpft.

„Der Markt öffnet sich ja gerade erst, und die Dominosteine fallen nach hinten“, erklärt Schmedes, „deshalb müssen wir Geduld haben.“ Dabei prägt der Sportdirektor ein originelles Bild: „Ich will mich im August nicht ärgern müssen, dass wir nicht auf das Wildschwein schießen können, weil wir mit der letzten Patrone im Juli einen Hasen erlegt haben…“

Aus dem eigenen Nachwuchs kommt in diesem Jahr höchstens ein Spieler – Laurenz Beckemeyer bleibt eventuell als vierter Torwart – in den Profikader.

Die von der DFL vorgeschriebene „Local-Player-Quote“ macht dem VfL keine Probleme: Acht Spieler aus dem Kader müssen in der Ausbildungsphase (im Alter von 15 bis 21 Jahren) bei einem deutschen Verein gespielt haben, vier davon im eigenen Verein – was Agu, Heider, Engel, Haubrock, Klaas, Heyer und Möller (der an einen Regional- oder Drittligisten ausgeliehen werden soll) erfüllen.

Grundsätzlich Stellung nimmt Schmedes zur Frage der Bedeutung von Zweitligaerfahrung im Team. Nur etwa 150 Spiele in der 2. Bundesliga verteilen sich auf zehn Spieler. „Erfahrung ist immer hilfreich, aber uns ist es mindestens ebenso wichtig, wenn unsere entwicklungsfähigen Spieler Zweitligaerfahrung sammeln“, sagt Schmedes.

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