Fußball: 2. Bundesliga
VfL Osnabrück nach Turnier in Lohne: Nur Körber ist gesetzt

Osnabrück -

Nach viereinhalb Wochen Vorbereitung ist nicht der eine Punkt auszumachen, in dem der VfL massiven Aufholbedarf hätte, aber es gibt auch „nichts, was exorbitant gut ist“, zog Thioune ein durchwachsenes Fazit nach dem Turnier in Lohne. Die beiden 60-Minuten-Spiele gegen die Bundesligisten aus Köln (0:3) und Bremen (1:0) brachten ihn nur bedingt weiter. Die Gegner waren „ein schlechter Maßstab“, weil ihre Qualität stark schwankte: Köln bot nicht die erste Garde, aber immer noch eine gute Besetzung gegen den VfL auf. Bremen schickte eine Defensive aus der U 23 (Regionalliga) ins Spiel.

Sonntag, 21.07.2019, 20:00 Uhr
Kevin Friesenbichler erzielte das Siegtor in Lohne beim 1:0 gegen Werder Bremen.
Kevin Friesenbichler erzielte das Siegtor in Lohne beim 1:0 gegen Werder Bremen. Foto: Tobias Mönninghoff

Ein paar Erkenntnisse gab es dann doch, und auch personell zeichnen sich zum Ende der Vorbereitung Tendenzen bei der möglichen Startelf ab. „Es ist ja alles noch offen, bis die Plätze vergeben werden“, sagt Thioune, der sich allerdings auf einer Position schon festgelegt hat. Im Tor steht Nils Körber gegen Heidenheim. „Er hat sich in der Vorbereitung nichts zuschulden kommen lassen.“

In der Abwehr ist Kevin Wolze links gesetzt. Zentral haben Lukas Gugganig und Adam Sušac einen Erfahrungs-Vorteil, aber Moritz Heyer drängt sich mit Robustheit und gutem Kopfballspiel auf. Sind Maurice Trapp und Konstantin Engel wieder gesund, werden die Karten neu gemischt. Rechts empfahl sich Felix Agu auch mit seiner Vorarbeit zum Tor gegen Bremen. Bashkim Ajdini dürfte beim Saisonauftakt nur spielen, wenn seine Adduktorenzerrung ganz auskuriert ist.

Die Dreierkette zeigte gegen Köln Schwächen, weil Thioune „zu viele Momente“ seiner Abwehrspieler sah, „in denen sie geschlafen haben“. Abgeschrieben ist die Taktik aber nicht. Grundsätzlich gilt – nicht nur für die Abwehr – im Spiel gegen den Ball: „Gegen Heidenheim müssen wir deutlich resistenter sein“ als im Test gegen Köln.

Im Mittelfeld stehen die Zeichen gut für das Duo David Blacha/Ulrich Taffertshofer, solange Bryan Henning verletzt ist. Aber auch Zugang Sven Köhler macht Druck und verfügt über eine saubere Technik.

Davor hatte Niklas Schmidt als Spielmacher zuletzt leichte Vorteile gegenüber Marcos Álvarez, der allerdings in Lohne auffiel. Schmidt musste vorzeitig runter. Er war bei einer Drehung im Rasen hängen geblieben. Die Auswechslung war eine Vorsichtsmaßnahme.

Auf den Flügeln streiten Marc Heider, Anas Ouahim, Etienne Amenyido und Nico Granatowski um zwei Plätze. Amenyido, der zu Beginn der Vorbereitung Eindruck auf Thioune gemacht hat, konnte sich in Lohne kaum zeigen, aber die Momentaufnahme soll nicht das einzige Bewertungskriterium bleiben.

Sebastian Klaas muss sich angesichts starker Konkurrenz im zentralen Mittelfeld mit einer neuen Position in den Halbräumen oder auf dem Flügel anfreunden. Manuel Farrona Pulido hat wohl nur Einsatzchancen, wenn er sich auf die eher ungeliebten Defensivaufgaben einlässt. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass er sein offensives Glück noch woanders sucht.

Im Angriff liefern sich Benjamin Girth und Kevin Friesenbichler ein Duell auf Augenhöhe, wobei Girth in der Vorbereitung auf die höhere Torquote kommt, in Lohne aber eine Prellung an der Wade davontrug. Friesenbichler bestach gegen Werder mit starker Ballannahme vor seinem Treffer.

Taktisch und spielerisch zeigten vor allem die Kölner dem VfL auf, „dass leichte und einfache Ballverluste schon verdammt wehtun können“, wie Thioune bilanzierte. Zum Zweitligastart ist es „wichtig, dass wir wenig auf unser Tor zulassen und unser Positionsspiel einfach besser ist. Wir hatten so viele einfache Ballverluste im Spiel gegen Köln. Wenn man permanent hinterherrennt, ist es egal, wer auf dem Platz steht oder in welcher Ordnung wir spielen. Dann wird es einfach schwierig, und dann wird es auch gegen Heidenheim schwierig“, warnte er.

Die Partie gegen Bremen war „in der Nähe von dem, was wir eigentlich spielen wollen“, fand Friesenbichler. Sein Gesamtfazit fiel dennoch nüchtern aus: „Es war okay, aber nicht mehr.“ Heider bewertete das Gesamtpaket etwas positiver: „Das waren gute Tests, die uns dahin bringen, wo wir hinwollen. Wir sind gefordert worden“ – ein Vorgeschmack auf das, was auf den VfL zukommt, wenn es ab dem nächsten Samstag ernst wird.

Die VfL-Spiele in Lohne

VfL Osnabrück - 1. FC Köln 0:3 (0:2)VfL: Körber – Gugganig, Heyer, Sušac – Granatowski (31. Agu), Taffertshofer, Blacha, Farrona Pulido (31. Wolze) – Amenyido, Ouahim – Girth (31. Friesenbichler).Köln: Scott – Schmitz, Sörensen, Wimmer, Jakobs – Schaub (42. Bader), Drexler (31. Hauptmann), Höger, Churlinov – Schindler, Cordoba.Tore: 0:1 Cordoba (10.), 0:2 Drexler (25.), 0:3 Schindler (49.).Gelb: Granatowski, Agu/Schmitz, Schindler, Höger, Sörensen.Werder Bremen - VfL Osnabrück 0:1 (0:1)Werder: Kapino – Goller, Groß, Becker (31. Sargent), Wiemann – Bartels (46. Barry), Pudic, Rieckmann, J. Eggestein (31. Karbstein) – Pizarro (46. Füllkrug), Harnik.VfL: Kühn – Agu (38. Heyer), Gugganig (31. Sušac), Konrad, Wolze – Schmidt (57. Taffertshofer), Köhler – Klaas, Álvarez, Heider – Friesenbichler (42. Farrona Pulido).Tor: 0:1 Friesenbichler (19.).Gelb: Pudic, Groß/–.Zuschauer: 3800.

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