Fußball: 2. Bundesliga
Timo Beermann: „Ich wurde zu meinem Glück gezwungen“

Osnabrück/Heidenheim -

Er ist einer aus einem Dutzend ehemaliger Profis des VfL Osnabrück, die in der 2. Bundesliga ein Wiedersehen mit dem Ex-Club feiern. Aber bei keinem ist die Bindung an die Lila-Weißen so eng wie bei Timo Beermann aus Ostercappeln. Somit dürfte es eher Fügung als Zufall sein, dass das viel beachtete Zweitliga-Comeback das VfL am Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Heidenheim auch für ihn zur Bühne wird: Erstmals trifft der Abwehrspieler auf den Club, dessen Farben er von 2004 bis 2013 getragen hat.

Mittwoch, 24.07.2019, 19:38 Uhr aktualisiert: 24.07.2019, 19:40 Uhr
Timo Beermann (2. von links), hier noch im VfL-Trikot, trifft am Samstag zum Zweitligastart an der Bremer Brücke erstmals mit seinem jetzigen Club 1. FC Heidenheim auf seinen Ex-Verein.
Timo Beermann (2. von links), hier noch im VfL-Trikot, trifft am Samstag zum Zweitligastart an der Bremer Brücke erstmals mit seinem jetzigen Club 1. FC Heidenheim auf seinen Ex-Verein. Foto: Tobias Mönninghoff

Beim Ostercamp für Talente aus der Region, einst von Jugendmanager Heiko Flottmann beim VfL aufgebaut, wurde das Talent vom FV Ostercappeln entdeckt, damals noch ein „Zehner“, später ein Innenverteidiger mit Gardemaß und starkem linken Fuß. Aus der Jugend rückte er 2011 auf in den Profikader von Trainer Uwe Fuchs, der beim Neuaufbau den Mut hatte, junge Spieler zu bringen. Am 16. August 2011 gab Beermann in der 3. Liga sein Profidebüt und hatte mit einer starken Leistung Anteil am 0:0 bei Rot-Weiß Erfurt.

Auf Anhieb zählt er die Mitspieler von damals auf, von Manuel Riemann über Marco Neppe bis zu Kevin Kampl; nur Niels Hansen und Fouad Idabdelhay fallen ihm nicht sofort ein. „Ich weiß noch alles: Ein Dienstagabend unter Flutlicht, bei denen spielte Gaetano Manno, mit dem ich heute noch Kontakt habe. Ich habe den verletzten Jan Mauersberger vertreten, der mir nach dem Spiel zu meiner Leistung gratuliert hat.“

Für den lila-weiß gefärbten Beermann war ein Traum wahr geworden. Vielleicht wäre er heute noch in Osnabrück, doch als der VfL im Frühjahr 2013 unverständlicherweise und gegen den Rat von Trainer Claus-Dieter Wollitz mit einem Vertragsangebot zögerte, gab Beermann dem Werben des Heidenheimer Trainers Frank Schmidt nach, packte seine Siebensachen und zog auf die Schwäbische Alb. „Wenn man mir damals beim VfL rechtzeitig einen Vertrag vorgelegt hätte, hätte ich direkt unterschrieben“, erinnert sich Beermann.

Heute sagt er: „Ich bin quasi zu meinem Glück gezwungen worden, denn ich habe den Schritt nach Heidenheim noch keine Minute bereut“. Er geht in seine siebte Saison – und fühlt sich in jeder Hinsicht wohl. „Meine Heimat bleibt Osnabrück, aber Heidenheim ist meine Welt“, sagt der 28-Jährige. Der bodenständige Beermann schätzt die Kontinuität im Club: „Unfassbar: Ich bin seit 2013 hier und wie am ersten Tag ist Frank Schmidt mein Trainer. Man weiß, was man aneinander hat, aber es rostet nichts ein. Der Ehrgeiz ist groß, die Entwicklung soll weitergehen.“

Sportlich gehört der FCH zur Spitzengruppe der 2. Bundesliga, der Erfolg ist kein Zufall. Systematisch haben Schmidt und sein kongenialer Partner, der seit 25 Jahren verantwortliche Holger Sanwald, aus einem namenlosen Provinzverein einen modernen Proficlub mit Bundesliga-Perspektive gebaut.

„Die ganze Region trägt den Verein mit, die Stimmung im Stadion ist super“, sagt Beermann, „Heidenheim hat nur 50 000 Einwohner, aber unser Zuschauerschnitt liegt bei 11 000.“ Platz fünf war in der vergangenen Saison die beste Platzierung seit dem Aufstieg 2014, mit 25 Startelf-Einsätzen als Innenverteidiger hatte Beermann seinen Anteil am erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte; auch beim Höhepunkt, dem couragierten Auftritt im Pokal-Viertelfinale beim FC Bayern München (4:5) war „Eule“ dabei.

„Wenn ich fit war, habe ich gespielt, gefehlt habe ich nur, wenn ich verletzt war“, sagt Beermann, „deshalb ist mein größter Wunsch, gesund zu bleiben.“ Ansonsten: Keine Wünsche offen bei Timo, der mit seiner aus Osnabrück stammenden Freundin Vanessa mitten in Heidenheim wohnt. Osnabrück ist unvergessen – aber weit weg.

Marc Heider bleibt Kapitän

Marc Heider wird die Mannschaft des VfL Osnabrück auch in der Zweitligasaison 2019/20 als Kapitän auf das Feld führen. Seine Stellvertreter sind David Blacha und Maurice Trapp.Am Dienstag haben die Spieler den Mannschaftsrat gewählt, heißt es in einer Pressemitteilung des Zweitligaaufsteigers. Dieser setzt sich zusammen aus Marc Heider, David Blacha, Maurice Trapp, Ulrich Taffertshofer und Kevin Wolze.Cheftrainer Daniel Thioune hat aus diesem Kreis den Kapitän und zwei Stellvertreter bestimmt, die im kommenden Jahr Marc Heider (Kapitän), David Blacha und Maurice Trapp (beide Vize-Kapitän) heißen. Bereits in der vergangenen Spielzeit war Heider Kapitän der Aufstiegsmannschaft. Taffertshofer war in 2018/19 bereits Teil des Mannschaftsrates, neu sind Blacha, Trapp und Wolze.

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