Fußball: 2. Bundesliga
Fans und Platz drei geben dem VfL Osnabrück Auftrieb

Osnabrück -

Minutenlang ließen sich die Profis des VfL Osnabrück nach dem 4:0-Sieg gegen Darmstadt 98 vom Publikum feiern, und vereinzelt schwebten die Fans schon in höheren Sphären. „Nie mehr zweite Liga“, stimmte ein Zuschauer auf der Nordtribüne im Überschwang der Euphorie an.

Mittwoch, 21.08.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 21.08.2019, 18:26 Uhr
Jubel des VfL Osnabrück nach dem 4:0-Sieg gegen Darmstadt 98 (von links): Marcos Alvarez, Marc Heider, Ulrich Taffertshofer, Neuzugang Joost van Aken und Torhüter Nils Körber.
Jubel des VfL Osnabrück nach dem 4:0-Sieg gegen Darmstadt 98 (von links): Marcos Alvarez, Marc Heider, Ulrich Taffertshofer, Neuzugang Joost van Aken und Torhüter Nils Körber. Foto: Mareike Stratmann

Vom Durchmarsch sind die Lila-Weißen noch meilenweit entfernt, aber der dritte Tabellenplatz passt zum derzeit großen Selbstvertrauen. „Wir haben in den ersten Spielen gezeigt, dass wir in der Liga mithalten können und angekommen sind“, sagte Trainer Daniel Thioune : „Wir sind nicht hochmütig, aber die Brust ist sicherlich breit.“

Platz drei in der 2. Bundesliga – wann gab es das schon zuletzt? 1990/91 hatte der VfL mal die Tabelle angeführt. Das war allerdings am ersten Spieltag, nach einem 3:0 bei Schweinfurt 05. Im Verlauf einer Saison stand der VfL letztmals am 22. November 1987 so gut da wie aktuell – nach einem 1:1 in Darmstadt.

Am Montagabend war ein Remis gegen die Hessen keine Option. Der Auftritt sei „sehr nah dran an unserer Spielidee“ gewesen, attestierte Thioune seinem Team. In der Nachbesprechung am Dienstag konnte er seinen Spielern „ein bisschen auf die Schultern klopfen“ und hatte wenig zu monieren: „Wenn man zu Hause 4:0 gegen eine Mannschaft gewinnt, die noch kein Tor aus dem Spiel kassiert hat, hat man schon richtig gut Fußball gespielt.“

Die nötigen Lücken riss Marc Heider . „Heidi hätte es verdient gehabt, seine Leistung mit einem Tor zu krönen“, wusste Mitspieler Kevin Wolze um die Verdienste des Kapitäns, dem zwar kein Treffer gelang, aber der an der Entstehung aller vier Tore beteiligt war.

„Er hat sich brutal in die Zweikämpfe reingehauen und ist permanent marschiert“, registrierte Thioune den großen Einsatz, der sich auch in der Statistik niederschlug: Mit 11,79 Kilometern lieferte Heider die zweithöchste Laufleistung beim VfL nach Ulrich Taffertshofer (12,1 km) ab. „Es war eine sehr, sehr, sehr gute Leistung“, lobte der Trainer, „vielleicht gehörte das Spiel zu den besten, die Marc jemals für den VfL gemacht hat.“

Die Euphorie um Platz drei und eine gestiegene Erwartungshaltung sollen nicht den Blick aufs Wesentliche verstellen. „Sechs Punkte bedeuten am Ende der Saison definitiv den Abstieg“, vermeidet Thioune den Blick auf die Tabelle und schaut lieber darauf, „was wir Woche für Woche machen. In Nürnberg am Sonntag wollen wir wieder alles rausblasen. Wenn uns das annähernd so gut gelingt wie in den letzten Spielen, muss Nürnberg ordentlich was auf den Platz bringen, um uns zu ärgern.“

Den Respekt vor der neuen Spielklasse hat der VfL schnell abgelegt. „Wir sind keine Mannschaft, die sich verstecken will“, sagt Etienne Amenyido, „wir sind da, um die Liga ein Stück weit sehenswerter zu machen und schönen Fußball zu bieten“. Angedeutet hatte sich das schon in den ersten Spielen. Seit Montagabend sind die Lila-Weißen und ihre Fans um ein berauschendes Zweitliga-Kapitel reicher.

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