Regionalliga West
4:0 – SF Lotte zerlegt SV Lippstadt

Lotte -

Endlich mal wieder guter Fußball im Sportpark am Autobahnkreuz, endlich mal wieder ein klarer Sieg und endlich Beifall auf offener Szene. Mit 4:0 zerlegten die Sportfreunde Lotte am Samstagnachmittag den SV Lippstadt förmlich. Ein weitaus höherer Sieg war möglich.

Samstag, 21.09.2019, 00:00 Uhr
Nach einem Bilderbuchkonter in der 45. Minute erzielte Kevin Freiberger (Nr. 19) das 3:0. Nils Köhler (rechts) und Keeper Balkenhoff kommen zu spät.
Nach einem Bilderbuch-Konter in der 45. Minute erzielte Kevin Freiberger (Nr. 19) das 3:0. Nils Köhler (rechts) und Keeper Balkenhoff kommen zu spät. Foto: Frank Diederich

So will man sie sehen, die Sportfreunde Lotte . Mit jugendlichem Charme und einfachen, schnellen Spielzügen zerlegten sie am Samstagnachmittag den SV Lippstadt förmlich, einen Gegner, den Trainer Ismail Atalan zuvor „auf Augenhöhe“ gesehen hatte. Nach einer absolut überzeugenden ersten Halbzeit und einer 3:0-Führung, ließen es die Sportfreunde nach dem Seitenwechsel ruhiger angehen. So traf nur noch der eingewechselte Jules Reimerink zum 4:0-Endstand.

Bei den in rot-schwarz gekleideten Gästen ging gar nichts. Sie hätten auch grün tragen können wie am Donnerstag Borussia Mönchengladbach in der Europa-League gegen Wolfsberg. Wie der Bundesligist waren auch die Ostwestfalen völlig neben der Spur. Lotte war haushoch überlegen. Was man ihnen vorwerfen kann, ist die Vielzahl an vergebenen Chancen, und dass sie die Partie nach dem Seitenwechsel nicht mehr so schwungvoll weitergeführt haben.

Wie erwartet kehrte Stammkeeper Alexander Eiban nach überstandener Gehirnerschütterung und Virusinfektion für Jhonny Peitzmeier zwischen die Pfosten zurück. Überraschend rückte Leon Demaj, der seinen Innenbandriss im Knie auskuriert hatte, für Jaroslaw Lindner in die Startformation. Demaj war überglücklich: Natürlich freue ich mich, dass ich von Beginn an dabei sein durfte, aber noch mehr über den Sieg. Das war richtig klasse von uns. Wir waren defensiv sehr gut, haben die Räume zugestellt und uns vorne welche geschaffen.“

Das 1:0 markierte Marcell Sobotta schon in der siebten Minute.

Das 1:0 markierte Marcell Sobotta schon in der siebten Minute. Foto: Frank Diederich

Was die Sportfreunde dann in den ersten 45 Minuten boten, war nahezu Fußball wie aus dem Lehrbuch. Nach sehenswerten Treffern von Marcell Sobotta, Alexander Langlitz und Kevin Freiberger hieß es 3:0 zur Pause. Einziges Manko bis dahin war die mangelnde Chancenverwertung. Eigentlich hätte die Führung höher sein müssen. Was machte SV Lippstadt? Von einer kläglich vergebenen Möglichkeit von Finn Heiserholt abgesehen war rein gar nichts von den Ostwestfalen zu sehen. Ja, sie wurden von den vom Anpfiff weg forsch auftretenden Sportfreunden förmlich überrannt. 5:0 nach Ecken hieß es bereits nach 22 Minuten.

Mit dem Schachzug, Erhan Yilmaz als einziger Spitze aufzubieten, der die Bälle vorne festmachen und weiterleiten sollte, lag Ismail Atalan goldrichtig. „Unser Plan ist voll aufgegangen“, meinte der eigentliche Mittelfeld-Regisseur. „Der Trainer hat uns top vorbereitet, und wir haben es umgesetzt. Dass es in der zweiten Halbzeit nicht mehr so gut war, können wir verkraften.“

Mit einem kompakten Mittelfeld, hohem Pressing und starkem Kampf gegen den Ball, zog Lotte den Gästen sofort den Zahn. Zudem schalteten sie, wie von Atalan gefordert, blitzschnell um. So kreierten die Hausherren eine Chance nach der anderen. Schon früh war ein blockübergreifender Support zu vernehmen. Wann hat es das zuletzt in Lotte gegeben?

Nach einem blitzsauberen Angriff über Gianluca Przondziono und Kevin Freiberger vollendete Marcell Sobotta zum frühen 1:0 (7.). Danach verpassten Yilmaz und Freiberger in aussichtsreicher Position. Eine kurze Schwächephase in der Folge überstanden die Sportfreunde gut. So erhöhte Alexander Langlitz wie schon beim Pokalsieg in Delbrück per direkt verwandeltem Freistoß auf 2:0 (42.). Als dann alles auf den Halbzeitpfiff des nicht immer sicher leitenden Referees Patrick Holz aus Münster wartete, zeigte Lotte noch einen Konter wie aus dem Bilderbuch. Vom eigenen Strafraum schlug Tim Möller einen harten Pass in den Lauf von Sobotta. Der passte in die Mitte zum mitgelaufenen Freiberger, der auf 3:0 erhöhte. Damit gingen 45 erste Minuten zu Ende, wie man sie in Lotte lange nicht mehr gesehen hat.

Wie wenig einverstanden Lippstadts Trainer Felix Bechtold mit dem Auftritt seiner Elf zufrieden war, demonstrierte er mit gleich drei Auswechslungen in der Halbzeit. Die hatten jedoch nicht den gewünschten Effekt, Lotte blieb klar überlegen, bei Lippstadt lief weiterhin nichts zusammen. Die Sportfreunde spielten allerdings nicht mehr so konsequent wie vor der Pause. Da zudem die Chancenverwertung zu wünschen übrig blieb, fiel nur noch ein Treffer, den Jules Reimerink nach Vorlage von Jaroslaw Lindner kurz vor dem Ende erzielte. Beide Spieler waren kurz zuvor eingewechselt worden.

SF Lotte : Eiban - Langlitz, T. Möller, Lisnic (56. Kolgeci), Gmeiner - Ti. Brauer, Przondziono - Sobotta (78. Jagupov), Demaj (70. Lindner), Freiberger (76. Reimerink) - Yilmaz.

SV Lippstadt : Balkenhoff - Matriciani, Heiserholt, Steringer, N. Köhler - Liehr, Arenz - Hoffmeier (46. Sezer), T. Harder (46. Henneke) , Gucciardo (46. Maiella) - Albrecht (67. Schindler)

Tore : 1:0 Sobotta (7.), 2:0 Langlitz (42.), 3:0 Freiberger (45.), 4:0 Reimerink (87.). - Schiedsrichter: Patrick Holz (Münster). - Gelbe Karten : Przondziono, Brauer - Harder, Hoffmeier, Steringer. - Zuschauer : 874 (77 aus Lippstadt).

Nächstes SFL-Spiel: Dienstag, 19.30 Uhr, beim Bonner SC

Trainerstimmen:

Felix Bechtold (SV Lippstadt): „Das war ein absolut verdienter Sieg für Lotte. Das spiel war eigentlich schon nach 20 Minuten entschieden. wir sind überhaupt nicht drauf gegangen und haben nie die richtige Einstellung gezeigt. So sind wir in dieser Liga nicht annähernd konkurrenzfähig.“

Ismail Atalan (SF Lotte): „Es gibt nicht viele Mannschaft, die wirklich Fußball spielen wollen. Lippstadt will es, wenn es heute auch nicht so funktioniert hat. Wir wollten bestimmte Zonen bespielen und Freiräume schaffen. Das ist uns bestens gelungen. Wenn wir zur Pause 4:0, 5:0 führen, kann keiner etwas sagen. Dass es nach der Pause nicht mehr so gut lief, muss man der jungen Truppe zugestehen. Die Jungs haben Potenzial und lernen ständig dazu. Es mach einfach Spaß zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln.“

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