Handball: Landesliga
TSV Ladbergen verliert den Faden und das Spiel

Ladbergen -

Ruppig, hart, umkämpft und am Ende glücklos – das Topspiel zwischen dem TSV Ladbergen und Spitzenreiter TV Verl hatte es am Sonntagabend so richtig in sich: Am Ende steht eine 24:27 (15:11)-Heimniederlage für die Mannschaft von Coach Holger Kaiser auf dem Papier.

Sonntag, 29.09.2019, 20:46 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 17:51 Uhr
Leon Ludwigs (links) und der TSV Ladbergen unterlagen am Sonntagabend in eigener Halle gegen den Favoriten TV Verl mit 24:27-Toren
Leon Ludwigs (links) und der TSV Ladbergen unterlagen am Sonntagabend in eigener Halle gegen den Favoriten TV Verl mit 24:27-Toren Foto: Luca Pals

Die Serie von zwei Siegen aus den ersten beiden Partien ist genauso gerissen wie die Hoffnung auf einen Lauf vor eigenem Publikum.

Ein Publikum, das in den zweiten 30 Minuten kaum noch auf ihren Plätzen saß. Ebenso die wenigen mitgereisten Fans aus Verl: Hin und her ging ein wildes Spiel – dabei hatte alles ganz ruhig angefangen. Ganze viereinhalb Minuten mussten die Fans in der Rott-Sporthalle auf den ersten Treffer warten: Vom Siebenmeterpunkt verwandelte Thilo Vogler unhaltbar für Keeper Dustin Mechelhoff – dieser hatte vergangene Woche bereits einen großen Teil zum Ladberger Sieg beigetragen und besonders in der ersten Hälfte erneut seine guten Momente. So hielt er zwei Würfe von Vogler, Leon Ludwigs vom TSV zielte dreimal ganz scharf und schon führte der TSV erstmals: 5:4 nach 20 Minuten.

Eine Führung, die Bestand hielt: Immer wieder gelangen den Heidedörflern Tore durch schnelle Konter, Jannik Meyer machte Tempo und ein treffsicherer Leon Ludwigs ließ sich kaum eine Chance entgehen: 15:11 nach den ersten 30 Minuten.

Ein trügerisches Polster, das bereits nach 15 Minuten Geschichte war: Erneut Vogler warf in Minute 46 erneut einen Treffer und seine Mannen mit 19:18 erstmals in Front. Merklich stieg die Temperatur in der Halle: erhitzte Gemüter auf Feld und Tribüne puschten sich gegenseitig auf, die Unparteiischen mussten mehrere schwierige Entscheidungen treffen - etliche Zeitstraffen und Platzverweise störten den Spielfluss. Diesen hatte der TSV zu diesem Zeitpunkt bereits verloren.

Und bekanntlich ist es ja so: Wenn du kein Glück hast, kommt auch noch Pech dazu. In Minute 59 verwarfen erst Jannik Meyer, dann Lennart Bontrup alleine vor dem TVV-Keeper – zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 23:20 für die Gäste. Zwar konnte in der Schlusssekunde Robin Dellbrügge noch einmal verkürzen, die 24:27-Niederlage konnte er auch nicht mehr verhindern. Der TV Verl darf weiter von der Tabellenspitze grüßen. Deren Coach Thomas Fröbel fand nach Abpfiff deutliche Worte: „Das heute war ein sehr kraftaufreibendes Spiel. Wir mussten viel durchwechseln. Besonders in der Abwehr war es extrem anstrengend.“ Umso mehr lobte er seine Mannen: „Wir haben eine bockstarke zweite Halbzeit gespielt. In den ersten Minuten fehlten uns Tempo, Wille und Zugriff. All das haben wir in der zweiten Hälfte wiedergewonnen. Dazu hatten wir einen super Keeper und Thilo Vogler hat heute nach seiner langen Schulterverletzung gezeigt, was er will: Handball spielen.“

Das wollten auch die Ladberger, am Ende standen sie mit leeren Händen da. TSV-Coach Holger Kaiser: „Wir hatten das Spiel in der ersten Hälfte super im Griff. Danach hat uns einfach die Leidenschaft und Überzeugung gefehlt. Dazu mussten wir viel in Unterzahl spielen und trotzdem hat es am Ende nicht gereicht.“ Sowohl Robin Dellbrügge als auch Lennart Friese seien nicht richtig ins Spiel gekommen. Letzterer war unter der Woche zudem noch erkrankt gewesen. Lange Rede, kurzer Sinn: „Wir haben heute kämpferisch nicht überzeugt.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6967886?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35348%2F
Nachrichten-Ticker