Fußball: Kreisliga A Tecklenburg
SWL-Kapitän Yannik Lunow über den Lienener Wahnsinn 

Lienen -

Gäbe es Bonuspunkte für Mentalitätsmonster, Aufsteiger Schwarz-Weiß Lienen wäre wahrscheinlich Spitzenreiter in der Kreisliga A. Alleine die beiden zurückliegenden Spiele der Schwarz-Weißen grenzten schon fast an Wahnsinn.

Freitag, 04.10.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 18:48 Uhr
SW Lienens Mannschaftskapitän Yannik Lunow (links), der hier noch an SW Eschs Keeper Niklas Prinz scheiterte, erzielte in der 90. Minute den 5:4-Siegtreffer.
SW Lienens Mannschaftskapitän Yannik Lunow (links), der hier noch an SW Eschs Keeper Niklas Prinz scheiterte, erzielte in der 90. Minute den 5:4-Siegtreffer. Foto: Uwe Wolter

In Mettingen machte der Gastgeber in der 74. Minute das 3:0. Alles entschieden? Denkste, nicht mit Lienen. Die Horstkotte-Elf schlug zurück und schoss innerhalb von 13 Minuten drei Tore. Der 3:3-Ausgleich durch Philip Winkler fiel in Minute 90. Einen Punkt geholt.

Wer nun glaubt, das ist nicht zu toppen, wurde eine Woche später eines Besseren belehrt. Zu Hause gegen Namensvetter SW Esch ließen sich die Hausherren schnell zwei Eier ins Nest legen. Nach elf Minuten führte Esch schon 2:0. Der einer oder andere Zuschauer begann zu murren. Als SWE auch noch das 3:0 (30.) machte, schien die Sache gelaufen zu sein, zumal die Lienener bis dahin restlos neben sich standen. Wer sich den Rest des Schauspiels geschenkt hat, dürfte später vom Stuhl gekippt sein. Nach gut einer Stunde blies Winkler zur Aufholjagd. Binnen vier Minuten glich Lienen zum 3:3 aus. Und ging kurz danach sogar 4:3 in Führung. Esch schlug zurück – 4:4. Aber – alte Fußballweisheit – ein Spiel dauert bekanntlich 90 Minuten. Diesmal kam das Unheil aus Gästesicht von SWL-Kapitän Yannik Lunow , In letzter Minute machte er den Sieg perfekt.

„Also normal scheint es in dieser Saison nicht zu gehen. Meistens ist es wirklich so, dass wir die Anfangsphase verschlafen und uns viele individuelle Fehler in allen Mannschaftsteilen leisten, die den Gegner dann aufbauen. Was dann in den vergangenen Spielen passiert ist, ist schon der Wahnsinn. Vor allem vergangenen Sonntag“, muss Lienens Mannschaftsführer auch ein paar Tage später selbst noch über die Spielverläufe lachen. „Die Trainer sind aber trotzdem in der Halbzeit ruhig geblieben, vielleicht auch aufgrund der vergangenen Spiele. Das überträgt sich auf die Mannschaft. Wir wissen, dass wir, wenn wir weiter Fußball spielen, gegen jeden Gegner Tore schießen können. Die Brechstange passt einfach nicht zu uns.“

Lienen steckt niemals auf, das haben wohl mittlerweile viele Gegner der ersten acht Spiele zu spüren bekommen. „Die Motivation kommt auch daher, dass wir einfach eine geile Truppe haben, die gewachsen ist und nicht eine zusammengewürfelte oder gekaufte Mannschaft. Wir sind zwar noch recht jung, spielen aber schon seit Jahren zusammen“, sieht Yannik Lunow als Grund für die mentale Stärke der Jungs um ihn herum. Nahezu jedes zweite Spiel des Aufsteigers wurde in der 90. Minute – oder sogar erst in der Nachspielzeit – entschieden. Und es fallen immer reichlich Tore. Da gewinnt Lienen 8:4 beim Mitaufsteiger SV Dickenberg, um eine Woche später gegen den SC Halen 3:6 unter zu gehen. Das zieht sich bis zum vergangenen Sonntag hin. Da ist ein 2:1 gegen die ISV-Reserve ja schon fast langweilig.

„Ich glaube es liegt daran, dass wir die Gegner schlecht einschätzen können. Außerdem denken wir sehr offensiv, was man auch an unserem Torverhältnis sieht, auch wenn die Trainer dabei sicher die Krise kriegen. Ein paar Gegentore weniger wären aber doch schon angebracht und daran arbeiten wir“, verspricht Yannik Lunow.

Ob der Lienener Wahnsinn weitergeht? Am Sonntag sind die Schwarz-Weißen zu Gast in Ladbergen. „Unser erstes Derby“, so Lunow. „Für solche Spiele wie gegen Ladbergen oder Lengerich sind wir aufgestiegen. Darauf haben wir richtig Bock. Ich erwarte Sonntag ein richtig enges Spiel und es ist gut möglich, dass es wieder ein Spektakel gibt. Wäre für die Zuschauer – ich hoffe auf viele – doch schön“, fiebert der SWL-Kapitän auf das Duell hin.

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