Fußball: 2. Bundesliga
Arminia Bielefeld und der Traum vom Aufstieg

Bielefeld/Osnabrück -

Arminia Bielefeld hat sich nach der finanziellen Sanierung zum erfolgreichsten Club der 2. Fußball-Bundesliga im Kalenderjahr 2019 entwickelt. Am Montag ist der Club zu Gast beim VfL Osnabrück: Derby-Atmosphäre an der Bremer Brücke.

Freitag, 04.10.2019, 00:00 Uhr
Mit dem Trainergespann Peter Németh (Co, links) und Chefcoach Uwe Neuhaus liegt Arminia Bielefeld auf Aufstiegskurs.
Mit dem Trainergespann Peter Németh (Co, links) und Chefcoach Uwe Neuhaus liegt Arminia Bielefeld auf Aufstiegskurs. Foto: dpa

Nachdem er die erste Enttäuschung verarbeitet hatte, richtete Uwe Neuhaus den Blick nach vorn. Fast schon trotzig klang der Arminia-Trainer, als er nach der unglücklichen 0:1-Heimniederlage im Spitzenspiel gegen den VfB Stuttgart feststellte: „Wir stehen aktuell zu Recht in der Tabelle oben.“ Ihren gelungenen Saisonstart, der sie auf Rang drei geführt hat, wollen die Ostwestfalen am Montag in Osnabrück (20.30 Uhr) fortsetzen. Arminia befindet sich im Aufwind, daran ändert auch die erste Niederlage dieser Spielzeit nichts. Unter der Führung von Neuhaus, der im Dezember 2018 als Nachfolger von Jeff Saibene kam, entwickelte sich der DSC zur bislang erfolgreichsten Zweitliga-Mannschaft im Kalenderjahr 2019. Neuhaus hat aus seinen inzwischen 26 Zweitliga-Partien mit Arminia 49 Punkte geholt, der daraus resultierende Schnitt von 1,88 Zählern pro Begegnung entspricht dem eines Aufsteigers. In Bielefeld ist der alte Traum von der Bundesliga-Rückkehr trotz Konkurrenten wie etwa Stuttgart oder Hamburger SV längst wieder aufgelebt.

Kein Wunder, dass der im Sommer auslaufende Vertrag von Neuhaus verlängert werden soll. So wünschen es sich jedenfalls die DSC-Verantwortlichen um Samir Arabi. „Wir sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden“, sagt der Sportchef. Auch der Trainer selbst kann sich vorstellen, über die Saison hinaus zu bleiben. Neuhaus hat mehrfach betont, selbst in die Bundesliga und damit dorthin zu wollen, wo er früher als Kicker mit der SG Wattenscheid 09 war. Und er kann sich gut vorstellen, es mit Arminia zu versuchen.

Der DSC besitzt in den Verhandlungen eine realistische Chance. Neuhaus ist keiner, der bis zuletzt pokert, sondern ein bodenständiger Typ, der sich – so wie aktuell bei Arminia – wohlfühlen und eine sportliche Perspektive erkennen möchte. Und er bleibt, wie je sieben Jahre bei Borussia Dortmund und Union Berlin verdeutlichen, gern lange bei einem Verein, um etwas entwickeln zu können. Diesen Prozess sieht er bei Arminia längst nicht beendet.

Den Bielefelder Profis hat Neuhaus ebenso schnell wie erfolgreich seine Vorstellungen vermittelt. Die Mannschaft spielt für Zweitliga-Verhältnisse gepflegten Ballbesitzfußball und verwöhnt ihre Fans mit Toren. Das 0:1 gegen Stuttgart war das erste Pflichtspiel unter Neuhaus, in dem Arminia ohne eigenen Treffer blieb. In den bisherigen acht Zweitliga-Spielen dieser Saison hat Bielefeld 19-mal getroffen und ist damit mit dem Hamburger SV in dieser Statistik spitze.

Die Voraussetzungen für den Bielefelder Aufschwung schuf das „Bündnis Ostwestfalen“, ein Zusammenschluss regionaler und lokaler Unternehmen, Sponsoren und Unterstützer. Es bewahrte den vor einem Jahr noch mit rund 30 Millionen Euro verschuldeten Verein vor dem Kollaps. Die verbesserten wirtschaftlichen Bedingungen nutzte Sportchef Arabi vor dieser Saison für Transfers, die sich inzwischen als gelungen herausgestellt haben. Das gilt beispielsweise für den schwedischen Innenverteidiger Joakim Nilsson, der für eine Ablösesumme von rund 400 000 Euro von IF Elfsborg Boras kam. Genauso für Marcel Hartel, der auf Anhieb zum Dreh- und Angelpunkt des DSC-Spiels wurde. Der Mittelfeldspieler kam für rund 250 000 Euro von Union Berlin und damit von einem Bundesliga-Aufsteiger.

Was ihm mit den Hauptstädtern schon gelungen ist, möchte Hartel mit Arminia wiederholen...

Ouahim weiterhin angeschlagen

Wenige Tage vor dem Zweitliga-Derby des VfL Osnabrück gegen Arminia Bielefeld (Montag, 20.30 Uhr) ist VfL-Coach Daniel Thioune froh, noch einige Trainingseinheiten absolvieren zu können.

Warum? Weil Marcos Álvarez (grippaler Infekt) und Kevin Friesenbichler (Oberschenkelprellung) erst wieder am Freitagvormittag ins Training eingestiegen seien. Die beiden Fußballer hätten in den zurückliegenden Tagen kaum trainieren können.

Ein großes Fragezeichen stehe nach wie vor hinter einem Einsatz von Anas Ouahim, der weiter über Wadenprobleme klage. Thioune: „Er hat in dieser Woche noch nicht mit der Mannschaft trainiert.“ Thioune blickt aber auch auf die positiven personellen Dinge: So stünden mit Lukas Gugganig, Adam Sušac und Sebastian Klaas wieder drei zuletzt fehlende Alternativen zur Verfügung.

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