Fußball: 2. Bundesliga
Moritz Heyer als Doppeltorschütze beim 3:3 des VfL Osnabrück in Regensburg

Osnabrück -

Ein mitreißender Schlagabtausch, das Ende zweier Torlos-Serien, aber keine Krönung mit einem Dreier für den VfL Osnabrück nach einem tollen Sturmlauf bis zum Schluss: Das 3:3-Remis beim SSV Jahn Regensburg in der 2. Fußball-Bundesliga schrieb interessante Geschichten.

Sonntag, 03.11.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 03.11.2019, 17:46 Uhr
Moritz Heyer war der Mann des Spiels. Er erzielte nicht nur sein erstes Zweitliga-Tor, er schnürte gleich einen Doppelpack. Beide Treffer bereite Felix Agu (hinten) vor.
Moritz Heyer war der Mann des Spiels. Er erzielte nicht nur sein erstes Zweitliga-Tor, er schnürte gleich einen Doppelpack. Beide Treffer bereite Felix Agu (hinten) vor. Foto: dpa

Unter anderem die Entdeckung von Moritz Heyer als Doppeltorschütze.

„Er kann fünf verschiedene Postitionen spielen und hat unter anderem in seiner Zeit in Lotte bewiesen, dass er ein Box-to-Box-Spieler sein kann, der Tore macht – und wir wollten torgefährlicher werden“, erklärte VfL-Trainer Daniel Thioune seinen Schachzug, den zuletzt eher als defensiven Abräumer gefragten Heyer im offensiven Mittelfeld aufzubieten. Und der 24-Jährige lieferte: nachdem er mit seinem ersten Abschluss noch an Jahn-Torhüter Alexander Meyer gescheitert war, versenkte er das Leder zweimal überlegt aus 14 Metern, nachdem er jeweils einen Regensburger per Körpertäuschung aussteigen hatte lassen. Die Tore zum 2:3 und 3:3 aus Osnabrücker Sicht sicherten dem VfL einen Auswärtspunkt, mit dem kaum noch jemand gerechnet hatte nach einer schwachen ersten Hälfte. Am Ende war Moritz Heyer dann doch noch einmal kurz verunsichert. „Ich weiß gar nicht, ob ich jetzt einen ausgeben muss?“, sagte er mit fragendem Gesichtsausdruck: „Ich hab ja noch nie in der zweiten Liga getroffen und ein Doppelpack kommt bei mir ja auch nicht so oft vor.“

Vor dieser Saison war der 24-jährige zurückgekehrt und ist gleich zur festen Größe geworden. Der in Ostercappeln geborene Heyer hat seitdem alle Spiele für den VfL absolviert, immer über die volle Distanz. Mal als Verteidiger, mal im defensiven Mittelfeld. Diesmal agierte er zeitweise hinter den Spitzen. In der zweiten Halbzeit mit Erfolg. Zwei Tore aus dem Zentrum des Strafraums. Macht er nun Marc Heider den Platz in der Sturmspitze streitig? Heyer lacht. „Ach“, seufzt er und sagt halb ernst und halb im Scherz: „Ich fühle mich überall wohl auf dem Feld. Wenn Not am Mann ist und der Trainer meint, dass ich da spielen soll, gehe ich notfalls auch ins Tor.“

Da muss Heyer so schnell nicht hin. Philipp Kühn war trotz dreier Gegentreffer weit davon entfernt, den Dienst zu quittieren. „Generell spiele ich lieber 0:0“, sagte der Torhüter des VfL: „Aber dass der Knoten endlich geplatzt ist, das freut mich ungemein für die Jungs. Das nächste Mal wäre es schöner, wenn wir die Null wieder halten und vorne dennoch treffen.“

Die Flaute – zuletzt traf der VfL beim 1:1 gegen St. Pauli am 22. September – hatte Marcos Álvarez gelöst. Zuvor allerdings hatte der Stürmer erst noch eine kleine Schrecksekunde zu überstehen gehabt. Kurz nach der Halbzeitpause schoss ihm Florian Heister aus kurzer Distanz am Mittelkreis ins Gesicht. „So etwas passiert immer mal, das sieht dann natürlich blöd aus“, sagte Álvarez und führte aus: „Das war unerwartet. Es war gerade wieder angepfiffen, da kriegt man so ein Ding auf die Nase und denkt sich: Guten Morgen, jetzt geht’s los!“

Ging es auch. Der VfL zeigte ein komplett anderes Gesicht. Wie das kam? Daran erinnerte sich Álvarez trotz des Kopftreffers genau: „In der Pause sind deutliche Worte gefallen. Man muss nicht immer alles schön reden“, berichtete er. Der Trainer, der stets etwas später die Kabine betritt, war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht anwesend. „Den brauchen wir dazu auch nicht“, sagte Álvarez: „Wir sind alle Männer genug, um uns gegenseitig die Meinung zu sagen. Es ist ein bisschen lauter geworden, aber keiner war sauer auf den anderen, im Gegenteil. Wir haben uns gepusht und verdient einen Punkt mitgenommen.“

Und viel Selbstvertrauen, wie Kapitän Marc Heider hofft. „Die zweite Halbzeit war einfach mega geil. Riesen Kompliment an die Mannschaft. Wie wir uns zurückgekämpft haben, wie jeder Einzelne gefightet hat – das müssen wir mitnehmen. Jetzt wollen wir die Großen ärgern.“ Und die kommen jetzt. Erst der VfB Stuttgart, dann der Hamburger SV.

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