Fußball: 2. Bundesliga
VfL Osnabrück beendet Sieglosserie – 1:0 gegen VfB Stuttgart

Osnabrück -

Nach sieben Spielen ohne Sieg hat der VfL Osnabrück wieder einen Erfolg gefeiert – und was für einen: Das frühe Tor von Marcos Álvarez reichte den Lila-Weißen, um am 13. Spieltag dem Aufstiegsfavoriten VfB Stuttgart eine 0:1-Niederlage beizubringen. Mit dem vierten Saisonsieg vor 15801 Zuschauern an der ausverkauften Bremer Brücke setzten sich die Lila-Weißen von den Abstiegsrängen ab.

Samstag, 09.11.2019, 18:28 Uhr
Stuttgarts Santiago Ascacibar (links) und Osnabrücks Moritz Heyer kämpfen im Kopfballduell um den Ball.
Stuttgarts Santiago Ascacibar (links) und Osnabrücks Moritz Heyer kämpfen im Kopfballduell um den Ball. Foto: dpa

Im Vergleich zum 3:3 in Regensburg tauschte Trainer Daniel Thioune dreimal personell: Felix Agu (hinten links), Etienne Amenyido (halbrechts im offensiven Mittelfeld) und Niklas Schmidt (links daneben) standen in der Startelf. Kapitän Marc Heider, der nur am ersten Spieltag nicht erste Wahl gewesen war, musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Dort saßen auch Kevin Wolze (abgesehen von der Sperre am 2. Spieltag bislang immer in der Startelf) und Anas Ouahim (neunmal in der Startelf). Beim VfB saß mit Ex-Nationalspieler Mario Gomez der prominenteste Kicker auf der Bank, aber an bekannten Namen mangelte es den Stuttgartern auf dem Rasen trotzdem nicht (Badstuber, Castro). Zudem spielte Pascal Stenzel von Beginn, der in der Jugend zwei Saisons lang das VfL-Trikot getragen hatte.

Um gegen den VfB Chancen zu haben, hatte Thioune der Partie den Charakter eines Pokalspiels zugeschrieben – und was tut dem Außenseiter da besser als eine frühe Führung? Marcos Álvarez war beim 25-Meter-Freistoß noch ausgerutscht, so dass VfB-Keeper Gregor Kobel den Ball parierte (2.). Kurz darauf ging der VfL schon in Führung: Bashkim Ajdinis lange Flanke von rechts fand Schmidt im Strafraum, der per Kopf exakt auf Álvarez zurücklegte. Dessen Schuss wurde von Marc-Oliver Kempf noch abgefälscht – Kobel war machtlos, 1:0 (4.).

Die Stuttgarter übernahmen die Regie, hatten mehr Ballbesitz, aber auch einige Ungenauigkeiten im Spiel, weil der VfL Räume und Passwege zustellte und mit Herz verteidigte. Dass der VfB nach einer Viertelstunde mehr drückte, war nicht zu verhindern, aber Philipp Kühn hielt den VfL mit einer starken Parade gegen Philipp Klements Linksschuss in Führung (18.).

Der VfL hätte den Vorsprung erhöhen können, wenn Joost van Aken eine Freistoß-Hereingabe erreicht hätte (27.). Auf der Gegenseite jagte Castro den Ball nach einem Freistoß aus der Distanz deutlich drüber (28.). Der VfL verpasste eine höhere Führung, weil Ballgewinne durch unpräzise Pässe beim Gegner landeten. In einer kurzen Drangphase hatten Ajdini (Schuss geblockt, 37.), Lukas Gugganig (Kopfball nach Ecke belockt, 38.) und Ulrich Taffertshofer (aus dem Getümmel rechts vorbei, 38.) Chancen. Dass der VfL nur mit einer 1:0-Führung in die Pause ging, wurde trotzdem von den lila-weißen Fans gefeiert – und war Keeper Kühn zu verdanken, der im Eins-gegen-Eins gegen Nicolas Gonzalez nach Körpertäuschung und schnellem Abschluss Sieger geblieben war (42.).

Für Gugganig, der aus der ersten Halbzeit nach einem Zweikampf am Knie angeschlagen war, kam nach der Pause Bryan Henning ins Spiel. Moritz Heyer rückte in die Viererkette. Die Partie wurde robuster, aber an den Verhältnissen auf dem Platz änderte sich wenig. Der VfL überstand eine Behandlungspause von van Aken, in der dem VfB ebenso wenig einfiel wie zuvor. Osnabrück verteidigte auch in neuer Konstellation aufmerksam, spielte aber einen Konter schlecht aus (59.) – und plötzlich drängte der VfB auf den Ausgleich. Kühn musste den Distanzschuss von Pascal Stenzel (62.) und den Kopfball aus kurzer Distanz von Holger Badstuber abwehren (64.). ^

Der VfL hätte die Stuttgarter Versäumnisse bestrafen könnten, aber Schmidt schoss nach einem Konter und Amenyido-Flanke knapp am langen Pfosten vorbei (66). Kühn verdiente sich zusätzliche Anfeuerung, als er gegen Gonzalez die nächste Parade auspackte (70.). Kurz darauf köpfte Kempf nur knapp drüber (71.). Amenyido ließ eine weitere Konterchance aus, holte aber einen Freistoß am VfB-Strafraum heraus. Den jagte Álvarez allerdings ebenfalls knapp über die Latte (74.).

Die Fans erwiesen sich in der Schlussphase erneut als zwölfter Mann, während sich der VfB mit seinen Ungenauigkeiten häufig im Weg stand. Trotzdem warfen die Stuttgarter noch mal alles nach vorn, wurden aber spätestens von VfL-Keeper Kühn gestoppt. Der wurde mit Sprechchören gefeiert – und geht genau wie seine Teamkollegen vor dem Auswärtsspiel in Bochum gut gelaunt in die Länderspielpause.

VfL-Coach Daniel Thioune: „Von Beginn an habe ich das gesehen, was wir eingefordert hatten. Wir waren sehr frech und sehr mutig. Und dann hatten wir relativ früh unseren guten Moment zum 1:0. Wir haben es geschafft, den Gegner über 90 Minuten zu stressen. Aber natürlich konnten wir nicht über 90 Minuten die Qualitäten des Gegners einschränken. Diesen Sieg haben wir uns durch harte Arbeit erkämpft. Wir sind sehr glücklich darüber.“

VfB-Coach Tim Walter: „Glückwunsch an den VfL. Wir wussten genau, was auf uns zukommt. Es war die logische Konsequenz, dass man bis zum Ende zittern muss, wenn man seine eigenen Chancen nicht nutzt. Wir haben von Anfang das Ganze nicht so angenommen, wie ich es mir vorgestellt habe. Wie so oft war es wieder unser Laster, dass wir einfach die Tore nicht schießen.“

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