Fußball: Regionalliga West
SF Lotte vor Ausgliederung der Profiabteilung

Lotte -

Die Sportfreunde Lotte befinden sich in schwerem Fahrwasser, dennoch planen sie den Weg in eine bessere Zukunft mit der Ausgliederung der Profiabteilung. Allerdings müssen sie auch den Rücktritt des Vorsitzenden des Aufsichtsrates schlucken.

Freitag, 15.11.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 15.11.2019, 18:57 Uhr
Rechtsanwalt Dr. Hanno Knippenberg (links) und Aufsichts-/Ältestenratmitglied Horst Petersson (rechts) standen den Mitgliedern der Sportfreunde Lotte zur geplanten Ausgliederung der Profiabteilung Rede und Antwort.
Rechtsanwalt Dr. Hanno Knippenberg (links) und Aufsichts-/Ältestenratmitglied Horst Petersson (rechts) standen den Mitgliedern der Sportfreunde Lotte zur geplanten Ausgliederung der Profiabteilung Rede und Antwort. Foto: Frank Diederich

Die Sportfreunde Lotte sind führungslos. Zumindest auf dem Papier. Nachdem Hans-Ulrich Saatkamp im Mai aus gesundheitlichen Gründen als Vereinsvorsitzender zurückgetreten war, stellte Anfang der Woche auch Aufsichtsratsvorsitzender Hans Günter Beyer seinen Posten zur Verfügung. Dass der Verein dennoch nicht handlungsunfähig ist und die Weichen für die Zukunft stellen möchte, wurde am Donnerstagabend bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Sportfreunde deutlich.

Der stellvertretende Vorsitzende Florian Heinrichs und kommissarische Clubchef führte durch eine insgesamt harmonische Tagung, in der sich die gut 60 Mitglieder über den Stand der geplanten Ausgliederung der Profiabteilung informierten.

Dennoch kam der Rücktritt von Hans-Günter Beyer überraschend. Zumindest bleibt er dem Aufsichtsrat erhalten. Dem gehört ab sofort auch Unternehmer Sören Korf an. Eindeutig votierten die Mitglieder dafür, Korf als neues Mitglied im Aufsichtsrat wie auch Hans Ulrich Saatkamp als Mitglied im Ältestenrat aufzunehmen.

Dass es im Verein ein Einvernehmen gibt, zeigten die Mitglieder, in dem sie ohne Gegenstimme eine Beitragserhöhung absegneten. Demnach müssen Erwachsene künftig statt 13 Euro 15 Euro pro Monat berappen. Für Schüler, Auszubildende und Studenten beträgt der monatliche Beitrag demnächst neun statt wie bisher sechs Euro. Der Beitrag für Familien erhöht sich von 21 auf 24 Euro.

Vornehmlich ging es bei der außerordentlichen Zusammenkunft um die geplante Ausgliederung der Profiabteilung. Florian Heinrichs sprach von einer schwierigen Situation, in der sich der Verein befindet. Gleichzeitig hob er aber die positive Entwicklung der Sportfreunde hervor: „Wir sind in vielen Bereichen auf einem guten Weg. Eine Ausgliederung ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft.“

Womöglich auch der einzige. Die Gemeinde Lotte hat bekanntlich verschiedene Gebäudekomplexe im Stadion, die dem Breitensport dienen, für gut eine halbe Millionen Euro erworben und die Eigenständigkeit der Profiabteilung als Voraussetzung dafür bezeichnet.

Rechtsanwalt Dr. Hanno Knippenberg und Aufsichtsratsmitglied Horst Petersson erläuterten die Vorzüge einer Ausgliederung und standen Rede und Antwort. Die Profimannschaft solle in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert werden. Als Rechtsform wird eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung präferiert. „Eine Ausgliederung ist im Profifußball mittlerweile üblich, ist allerdings auch kein Allheilmittel“, so der Jurist. Neben einer Haftungsbeschränkung sei eine Kapitalgesellschaft für Investoren attraktiv, meinte Knippenberg. Als Stammkapital schreibt der DFB eine Millionen Euro vor, das zunächst durch den Verein aufgebracht werden muss. Mittelfristig sollen aber weitere Gesellschafter mit ins Boot kommen.

Für den 10. Januar ist eine weitere Informationsversammlung geplant, ehe Ende Februar, Anfang März über die eine Ausgliederung abgestimmt werden soll.

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