Fußall: Regionalliga West
SF Lotte erkämpft in Unterzahl ein 2:2

Lotte -

Über eine Stunde mussten sie nach der Roten Karte gegen Filip Lisnic wegen groben Foulspiels in Unterzahl agieren, leer gingen die Sportfreunde Lotte am Samstagnachmittag dennoch nicht aus. Mit einem beherzten Auftritt kamen sie durch zwei Treffer von Geburtstagskind Kevin Freiberger zu einem 2:2.

Samstag, 16.11.2019, 00:00 Uhr
Fabian Gmeiner und Besfort Kolgeci im Duell mit Wuppertals Daniel Nessler. Recht Tim Wendler.
Fabian Gmeiner und Besfort Kolgeci im Duell mit Wuppertals Daniel Nessler. Recht Tim Wendler. Foto: Frank Diederich

Es war kein alltägliches Spiel am Samstagnachmittag im Stadion am Autobahnkreuz. Lange Zeit tat sich nichts zwischen den Sportfreunden Lotte und dem Wuppertaler SV , ehe sich die Ereignisse fast überschlugen. Bei einem Fallrückzieherversuch traf Filip Lisnic nach einer halben Stunde Nick Osygus böse am Kopf. Der musste ins Krankenhaus gebracht werden. Lisnic sah dafür die Rote Karte. Dennoch gingen die Hausherren im zweiten Durchgang zwei Mal in Führung. Wenn es auch letztlich nicht zum Sieg reichte, das 2:2-Endergebnis hat sich SF Lotte redlich verdient. Unter dem Strich war sogar mehr möglich, doch ließen die Blau-Weißen in der Schlussphase einmal mehr zahlreiche Chancen aus.

„Es ist schon ärgerlich“, meinte Besfort Kolgeci. „Wir waren die bessere Mannschaft, obwohl wir solange in Unterzahl waren. Wir hatten auch die besseren Chancen. Die müssen wir nur nutzen, dann gewinnen wir.“

Die Sportfreunde begannen mit zwei Änderungen gegenüber der Startelf bei der 1:4-Niederlage in Essen vor zwei Wochen. Für den gelb-rot-gesperrten Alexander Langlitz spielte Besfort Kolgeci, für den verletzten Erhan Yilmaz begann Dennis Engel. Empfangen wurden die Mannschaften von drei neu angeschafften großflächigen SFL-Fahnen. Lotte spielte mit einer Dreierkette mit Tim Möller, Filip Lisnic und Kolgeci. Gegen den Ball reihten sich Engel und Fabian Gmeiner ein und bildeten ein Abwehrbollwerk. Dagegen fanden die Gäste kein Mittel. Allerdings blieb auch die SFL-Offensive gegen die WSU-Abwehrreihe, die vom ehemaliger Lotter Kevin Pytlik organisiert wurde, blass. Mau war auf beiden Seiten der Spielaufbau, da sowohl die Hausherren als auch die Gäste früh störten. Von Halbchancen für Jaroslaw Lindner und Gianluca Marzuollo abgesehen, tat sich vor beiden Strafräumen lange nichts.

Erst nach einer halben Stunde sorgte Kevin Freiberger auf Flanke von Marcell Sobotta für den ersten Hallo-Wach-Effekt, ehe die folgenschwere Szene passierte. Nach einer Ecke in der 31. Minute setzte Filip Lisnic zu einem Fallrückzieher an, traf dabei allerdings nicht den Ball, sondern Nick Osygus, der sich böse am Kopf verletzte und mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Von der schweren Verletzung schien Schiedsrichter Julian Engelmann aus Iserlohn anscheinend geblendet und zeigte Lisnic zum Entsetzen aller Sportfreunde Rot. Eine viel zu harte Entscheidung.

Trotz Unterzahl übernahmen die Hausherren fortan das Kommando. Nach Flanke von Lindner hatte dann Freiberger die Führung auf den Kopf. In letzter Sekunde kratzte Tjorben Uphoff das Leder jedoch von der Linie (45.). In der folgenden siebenminütigen Nachspielzeit wegen der langen Behandlung von Osygus passierte nichts mehr.

Dafür stiegen die Sportfreunde in der zweiten Halbzeit gleich voll ein. Nachdem Lindner das WSU-Gehäuse knapp verpasst hatte, war anschließend Freiberger nach Ecke von Sobotta zur Stelle und köpfte zum 1:0 ein. Damit machte sich der Angreifer selbst das beste Geburtstagsgeschenk selbst. Er wurde am Samstag 31 Jahre alt.

Aber die Freude hielt nicht lange. Ebenfalls nach einer Ecke traf Lukas Knechtel per Kopf zum Ausgleich in der 65. Minute. Wenig später hätte der eingewechselte Mike Osenberg bei einem Konter,als die Sportfreunde defensiv ungeordnet waren, eigentlich das 1:2 machen müssen, verzog jedoch aus kurzer Entfernung.

Stattdessen jubelten die Sportfreunde in der 74. Minute erneut. Nach einer halbhohen Flanke von Wendel in den rutschte Uphoff aus. So war der Weg frei für Freiberger, der nur noch zum 2:1 einschieben musste. Aber auch dieser Spielstand hielt nicht lange. In der 77. Minute traf Goalgetter Marzulla per Kopf zum Ausgleich für Wuppertal.

Und dann hatte Lindner die große Chance zum 3:2, doch schoss er freistehend über dass Tor. In der Schlussphase drängten die Hausherren mit aller Macht auf den Siegtreffer, doch er wollte nicht mehr fallen.

SF Lotte : Peitzmeier - Möller R77. (ahn) , Lisnic, Kolgeci - Engel, Gmeiner - Brauer, Wendel, - Lindner, Freiberger, Sobotta (84. Reimerink).

Wuppertaler SV : Lübcke - Osygus (36. Salau), Uphoff, Pytlik (56. Osenberg), Knechtel - J. Müller, Nesseler, Saric (65. Achouird, 88. Bajraktari)), N. Pepic - Ametov, Marzullo.

Tore : 1:0 Freiberger (48.), 1:1 Knechtel (65.), 2:1 Freiberger (74.), 2:2 Marzullo (77.) - Schiedsrichter : Julian Engelmann (Iserlohn). - Gelbe Karten : - Pytlik, Knechtel, Marzullo. - Rote Karte: Lisnic (35., grobes Foulspiel) - Zuschauer : 1121 (davon 160 aus Wuppertal).

Nächstes SFL-Spiel : Samstag, 23. November (14 Uhr) bei Fortuna Düsseldorf U23.

Trainerstimmen:

Alexander Voigt (Wuppertaler SV): „Es waren 95 aufregende Minuten. Wir waren nicht gut im Spiel zunächst, brauchten einige Zeit, bis wir drin waren. Dann kamen wir besser zurecht, konnten mit dem Ballbesitz aber nicht viel anfangen. Die Unterbrechung hat uns rausgebracht. Danach war es für uns trotz Überzahl umso schwerer. In der zweiten Halbzeit hatten wir nach unserem Ausgleich richtig gute Chancen, machen die nicht. Dann kriegen wir wieder einen Treffer, ein Slapstik-Tor. Letztlich hatten wir das Glück und machen den Ausgleich.“

Ismail Atalan (SF Lotte) : „Ich weiß nicht, was mehr überwiegt, stolz auf Mannschaft, die 65 Minuten solch einen Kampf abgeliefert hat oder zwei verlorene Punkte. Von der Bereitschaft her, vom Willen her , war es ein gutes Fußballspiel von uns. In der ersten Halbzeit lief es für uns zunächst nicht wie gewünscht. Nach der Situation in der 30. Minute lief es besser für uns in Unterzahl. Ob man da Rot zücken muss, bleibt die Frage. In der zweiten Halbzeit zeigen wir ein richtig gutes Fußballspiel, haben einen großartigen Kampf abgeliefert. Die Jungs haben gezeigt, dass sie unbedingt gewinnen wollten, leider haben wir die Chancen nicht genutzt. Wenn man fast 70 Minuten mit zehn Mann spielt, muss man letztlich zufrieden sein.“

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