Fußball: Regionalliga West
SF Lotte beim 2:2 gegen Wuppertaler SV in Unterzahl das bessere Team

Lotte -

Die Sportfreunde Lotte fuhren beim 2:2 am Samstag gegen den Wuppertaler SV in Unterzahl hoch verdient einen Punkt. Damit ist die Mannschaft SFL-Trainer Ismail Atalan im fünften Heimspiel in Folge ohne Niederlage. Indes wurde die erste Halbzeit von einer schweren Verletzung überschattet.

Sonntag, 17.11.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 17.11.2019, 14:22 Uhr
Mann des Tages: Geburtstagskind Kevin Freiberger erzielte beide Tore für die Sportfreunde am Samstag beim 2:2 gegen den Wuppertaler SV.
Mann des Tages: Geburtstagskind Kevin Freiberger erzielte beide Tore für die Sportfreunde am Samstag beim 2:2 gegen den Wuppertaler SV. Foto: Mrugalla,

Es ist schon bemerkenswert, wenn nach einem Fußballspiel nicht nur die Kicker ausgelaugt vom Feld gehen, sondern auch der Trainer sich so richtig mitgenommen fühlt. Zumindest traf das am vergangenen Samstag nach eigenen Worten auf Alexander Voigt zu. „Es waren 95 aufregende Minuten. Ich bin auch ein bisschen kaputt nach diesem turbulenten Spiel“, meinte der Chefcoach des Wuppertaler SV nach der Partie bei den Sportfreunden Lotte. Unrecht hatte er mit dem „turbulenten Spiel“ nicht. Auch wenn lange Zeit wenig vor den beiden Toren passiert war, überschlugen sich danach fast die Ereignisse. Am Ende trennen sich beiden 2:2-Unentschieden, wobei die Sportfreunde trotz fast 70-minütiger Unterzahl dem Sieg näher waren.

So dürfen sich die Hausherren wie der Sieger fühlen, angesichts der so langen numerischen Unterlegenheit. Nach einer halben Stunde musste Filip Lisnic das Feld verlassen. Der Lotter Innenverteidiger hatte die Rote Karte gesehen, nachdem er zuvor per Fallrückerzieher-Versuch nach einer Ecke nicht den Ball, sondern höchst unglücklich den Kopf des Wuppertaler Abwehrspielers Nick Osygus getroffen hatte. Der 18-Jährige wurde minutenlang auf dem Rasen behandelt und dann ins Krankenhaus nach Osnabrück gebracht, wo ein Kieferhöhlenbruch und eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde. Wohl von der Schwere der Verletzung eingeschüchtert, zückte Schiedsrichter Julian Engelmann aus Iserlohn Rot, wobei Gelb eher angebracht gewesen wäre. „So schlimm die Aktion auch war“, meinte SFL-Coach Ismail Atalan , „und wir wünschen Osygus alles Gute, dafür darf man aber keinen Platzverweis geben.“ Die meisten der 1121 Zuschauer sahen es ähnlich.

Zumindest ließen sich die Sportfreunde durch diese Entscheidung nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil. Sie übernahmen danach trotz Unterzahl mehr und mehr das Kommando. In der siebenminütigen Nachspielzeit aufgrund der langen Behandlungsdauer hatten Jaroslaw Lindner, Kevin Freiberger und Besfort Kolgeci gute Einschussmöglichkeiten.

Kolgeci, der auf eine Reise zur U21-Nationalmannschaft des Kosovo verzichtet hatte, war entsprechend enttäuscht: „Es ist schon ärgerlich. Wir waren die bessere Mannschaft, obwohl wir solange in Unterzahl waren, hätten schon zur Pause führen müssen. Nutzen wir die Chancen besser, dann gewinnen wir.“

Nach dem Seitenwechsel deutete vieles auf einen Lotter Sieg hin. Zweimal brachte Geburtstagskind Kevin Freiberger, er wurde am Samstag 31 Jahre alt, seine Farben in Front. In Führung liegend, wollte Lotte jedoch mehr und war zweimal in der Defensive unsortiert. Das nutzten Lukas Knechtel und Gianluca Marzullo zum jeweiligen Ausgleich. In der Schlussphase setzten die Hausherren alles auf eine Karte und waren dem 3:2 nahe, der Lucky Punch blieb aber aus.

Trainer Ismail Atalan konnte letztlich mit dem Resultat ganz gut leben: „Ich bin stolz über die Truppe, die so gekämpft hat in Unterzahl. Von der Einstellung her war das ein sehr gutes Fußballspiel. Die Jungs haben gezeigt, dass sie unbedingt gewinnen wollten, leider haben wir die Chancen nicht genutzt.“ Mittelfeldspieler Timo Brauer sah es ähnlich: „Klar, eigentlich müssen wir gewinnen. Aber wir nehmen das Positive daraus mit. Wir haben mit zehn Mann das Spiel diktiert und uns nicht hinten rein gestellt. Deshalb Hut ab.“

Matthias Rahn dagegen war nicht zufrieden: „„Absolut enttäuschend, wir haben in Unterzahl noch reichlich Chancen. Der Gegner war bezwingbar. Im Endeffekt ist ein 2:2 aber zu wenig.“

SF Lotte : Peitzmeier - Möller R77. (ahn) , Lisnic, Kolgeci - Engel, Gmeiner - Brauer, Wendel, - Lindner, Freiberger, Sobotta (84. Reimerink).

Wuppertaler SV : Lübcke - Osygus (36. Salau), Uphoff, Pytlik (56. Osenberg), Knechtel - J. Müller, Nesseler, Saric (65. Achouird, 88. Bajraktari)), N. Pepic - Ametov, Marzullo.

Tore : 1:0 Freiberger (48.), 1:1 Knechtel (65.), 2:1 Freiberger (74.), 2:2 Marzullo (77.) - Schiedsrichter : Julian Engelmann (Iserlohn). - Gelbe Karten : - Pytlik, Knechtel, Marzullo. - Rote Karte: Lisnic (35., grobes Foulspiel) - Zuschauer : 1121 (davon 160 aus Wuppertal).

Nächstes SFL-Spiel : Samstag, 23. November (14 Uhr) bei Fortuna Düsseldorf U23.

Trainerstimmen:

Alexander Voigt (Wuppertaler SV): „Es waren 95 aufregende Minuten. Wir waren nicht gut im Spiel zunächst, brauchten einige Zeit, bis wir drin waren. Dann kamen wir besser zurecht, konnten mit dem Ballbesitz aber nicht viel anfangen. Die Unterbrechung hat uns rausgebracht. Danach war es für uns trotz Überzahl umso schwerer. In der zweiten Halbzeit hatten wir nach unserem Ausgleich richtig gute Chancen, machen die nicht. Dann kriegen wir wieder einen Treffer, ein Slapstik-Tor. Letztlich hatten wir das Glück und machen den Ausgleich.“

Ismail Atalan (SF Lotte) : „Ich weiß nicht, was mehr überwiegt, stolz auf Mannschaft, die 65 Minuten solch einen Kampf abgeliefert hat oder zwei verlorene Punkte. Von der Bereitschaft her, vom Willen her , war es ein gutes Fußballspiel von uns. In der ersten Halbzeit lief es für uns zunächst nicht wie gewünscht. Nach der Situation in der 30. Minute lief es besser für uns in Unterzahl. Ob man da Rot zücken muss, bleibt die Frage. In der zweiten Halbzeit zeigen wir ein richtig gutes Fußballspiel, haben einen großartigen Kampf abgeliefert. Die Jungs haben gezeigt, dass sie unbedingt gewinnen wollten, leider haben wir die Chancen nicht genutzt. Wenn man fast 70 Minuten mit zehn Mann spielt, muss man letztlich zufrieden sein.“

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