Fußball: 2. Bundesliga
Ausverkaufte Bremer Brücke: VfL Osnabrück erwartet den HSV

Osnabrück -

Es ist das Spiel des Jahres für den VfL Osnabrück: Der große Hamburger SV gastiert erstmals seit 57 Jahren zu einem Ligaspiel an der Bremer Brücke. Die traditionsreiche Kampfbahn ist restlos ausverkauft, zum vierten Mal in dieser Saison. Um 18.30 Uhr schaut die 2. Bundesliga nach Osnabrück.

Donnerstag, 28.11.2019, 21:21 Uhr aktualisiert: 28.11.2019, 21:30 Uhr
Zuletzt standen sich der VfL Osnabrück und der HSV im DFB-Pokal im August 2017 gegenüber. Hier stoppen Christian Groß (Mitte) und Konstantin Engel (rechts) Lewis Holtby. Der VfL siegte mit 3:1.
Zuletzt standen sich der VfL Osnabrück und der HSV im DFB-Pokal im August 2017 gegenüber. Hier stoppen Christian Groß (Mitte) und Konstantin Engel (rechts) Lewis Holtby. Der VfL siegte mit 3:1. Foto: Mareike Stratmann

„Für uns ist das die zweite Runde im Pokal, das erste Match gegen einen der Großen haben wir gewonnen. Jetzt wollen wir zum zweiten Mal versuchen, die Grenzen zu verwischen“, sagt VfL-Trainer Daniel Thioune .Vor drei Wochen sorgte der Neuling mit einem 1:0 gegen den VfB Stuttgart für Aufsehen.

Mut holte sich der VfL beim 1:1 in Bochum, wo die Mannschaft ohne die Leistungsträger David Blacha und Joost van Aken auskommen musste. Das gelang mit Bravour – auch, die beiden Startelf-Debütanten Sven Köhler und Nico Granatowski auf Anhieb einschlugen.

Gegen den HSV kann Thioune nahezu aus den Vollen schöpfen und hat auf einigen Positionen die Qual der Wahl. Wie immer orientiert sich der Fußballlehrer in seiner personellen und taktischen Ausrichtung am Gegner, den Co-Trainer Merlin Polzin intensiv beobachtet hat.

Der Assistent von Thioune ist einer von zwei Ex-HSVern, für die das Spiel ganz sicher eine besondere Dimension hat. A-Lizenz-Inhaber Polzin begann als Trainer in der Jugendabteilung des Hamburger SV . Dort absolvierte auch der heutige VfL-Sportchef Benjamin Schmedes seine achtjährige Lehrzeit im verschiedenen Positionen der zweiten Reihe.

Die Fans fiebern dem Spiel wie keinem anderen entgegen. Warum, erklärt Lothar Gans, der als Spieler und Manager für den VfL tätig war: „Viele haben sich riesig gefreut, dass der HSV den Aufstieg nicht geschafft hat – das war aber keine Häme, sondern einfach nur die Freude, dass dieser große, stolze Club zu einem Punktspiel an die Bremer Brücke kommt und wir im Volksparkstadion auflaufen dürfen.“

Und auch der HSV weiß, was an der Bremer Brücke auf ihn wartet: Eine Kulisse, die den VfL tragen wird und in dem engen Stadion eine magische Stimmung erzeugen kann, die jeden Favoriten in Not bringt. Zweimal scheiterte der große HSV an dieser Herausforderung: Am 23. September 2009 verlor die Mannschaft von Bruno Labbadia im Elfmeterschießen mit 2:4, 3:3 hatte es nach Verlängerung gestanden.

So wollen sie spielen

Kühn - Ajdini, Heyer, van Aken, Agu - U. Taffertshofer, S. Köhler, N. Schmidt, Blacha - Heider, Alvarez Heuer Fernandes - Narey, Letschert, van Drongelen, Leibold - Fein - Dudziak, Kinsombi - Harnik, Wood, Kittel Tobias Reichel (Stuttgart)

...

Und am 16. August 2017 unterlagen die Hamburger dem VfL, der als siegloser Vorletzter der 3. Liga antrat und nach 20 Minuten wegen einer Roten Karte in Unterzahl war. Es war der Anfang vom Ende des HSV, dem die Saison 2017/18 den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte einbrachte.

► Am 16. Dezember 1962 empfing der VfL den HSV zum letzten Mal in einem Punktspiel. An der Bremer Brücke waren 16 000 Zuschauer dabei, als die Rothosen das Spiel der Oberliga Nord mit 3:1 gewannen. Der VfL hielt lange mit, glich durch Udo Lattek die HSV-Führung aus, war dann aber machtlos, als der überragende Charly Dörfel und Uwe Reuter mit einem Doppelschlag in der 75./77. Minute alles klar machten.

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