Fußball: Regionalliga West
Sportfreunde Lotte lassen wieder etliche Chancen liegen: 1:3 in Aachen.

Lotte -

Die Sportfreunde Lotte legten am Aachener Tivoli einen beherzten Auftritt hin, waren meist auf Augenhöhe. Doch am Ende belohnten sie sich nicht. Aachen wahrte seinen Heimnimbus.

Samstag, 30.11.2019, 19:29 Uhr
Die Sportfreunde Lotte, hier versucht es Matthias Rahn (Nr. 5) mit einer Direktabnahme, musste bei Alemannia Aachen 1:3 geschlagen geben. Trotz der Niederlage war es lange Zeit ein Duell auf Augenhöhe.
Die Sportfreunde Lotte, hier versucht es Matthias Rahn (Nr. 5) mit einer Direktabnahme, musste bei Alemannia Aachen 1:3 geschlagen geben. Trotz der Niederlage war es lange Zeit ein Duell auf Augenhöhe. Foto: Frank Diederich

Ob es am Theaterdonner der zurückliegenden Tage lag oder ob einfach der Gegner an diesem Samstag einen Tick besser, ist nach dem 1:3 (0:1) der Sportfreunde Lotte bei Alemannia Aachen schwer zu sagen. Tatsache ist, dass auch dieser Tag nicht ohne Störungen verlief. So war kurzfristig ein Fahrzeug der „Bulli-Flotte“ wegen einer Reifenpanne kurz vorm Aufbruch in Lotte ausgefallen, SFL-Mittelfeldspieler Tim Wendel sprang ein und lud einen Teil seiner Mitspieler kurzerhand in seinen Privat-Pkw ein. Mit leichter Verspätung konnte so nach Aachen aufgebrochen werden.

SFL-Coach Ismail Atalan, der seine Startelf im Vergleich zum 1:0-Sieg in Düsseldorf unverändert ließ, hatte schon vor der Fahrt nach Aachen gewarnt, dass dort ein starker Gegner wartet. Denn zu Hause ist Aachen noch immer ungeschlagen. Und so sollte es am Ende auch bleiben. Die Sportfreunde scheiterten wieder einmal an ihrer mangelhaften Chancenverwertung, sonst wäre durchaus mehr drin gewesen.

Erste Chance für Rahn

Die Sportfreunde stiegen in die Partie vor 4500 Zuschauern so ein, als hätte es die jüngsten Ereignisse gar nicht gegeben. Schon nach drei Minuten hatte Matthias Rahn nach einer Ecke eine gute Kopfballchance. Das hätte die frühe Führung sein können. Fast 15 Minuten entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. In der 16. Minute vereitelte zwei Mal SFL-Schlussmann Jhonny Peitzmeier mit super Reaktionen gegen Batarilo und Benteke dicke Aachener Chancen. Zehn Minuten später konnte auf der anderen Seite Kevin Freiberger eine Wendel-Vorlage per Kopf nicht verwerten.

Rüter für Aachen

Danach ist wieder Aachen dran. Nach einem Freistoß von Bösing von der linken Seite wehrt Youngster Peitzmeier einen Kopfball von Müller glänzend ab. Nur eine Minute später ist Lottes Keeper aber machtlos. Rüter setzte sich am Strafraum durch und schob trocken zum 1:0 für die Gastgeber ein. Fast postwendend hätte der Ausgleich fallen müssen. Einen Przondziono-Freistoß aus 30 Metern konnte Aachens Torsteher Cymer nicht festhalten, Wendel setzte nach, traf aber nur den Pfosten. Kurz vorm Seitenwechsel musste Peitzmeier noch einmal eingreifen und vor dem Einschuss bereiten Müller klären. So blieb es beim knappen 0:1-Rückstand zur Pause.

Die zweite Hälfte beginnt wieder mit Chancen auf beiden Seiten. Zunächst zielte Benteke (55.) zu hoch, dann klärte Cymer (57.) gegen Tim Brauer im Nachfassen. Beide Teams schenkten sich weiterhin nichts. Es war ein Kampf auf Augenhöhe. In der 62. Minute durfte sich der am Samstagnachmittag bärenstarke Peitzmeier mit einer Glanztat gegen Benteke auszeichnen.

Bentekes Vorentscheidung

Mit einer herrlichen Kombination über Bösing und Wallenborn vollendete Beneteke in der 66. Minute doch zum vorentscheidenden 2:0. In Minute 73 verhinderte Lottes Schlussmann gegen Rüter die endgültige Entscheidung. Diese aber elf Minuten später fällig. Boesen vollendete nach einer Ballpassage über Rüter und Müller zum 3:0. Es spricht für die tolle Moral der Sportfreunde, dass sie nicht vollends aufsteckten. So markierte Freiberger in der Nachspielzeit wenigsten den mehr als verdienten Ehrentreffer. Trotz der Niederlage durften die Atalan-Schützlinge erhobenen Hauptes den Rasen im Tivoli-Stadion verlassen.

Zum Haare raufen

„In der ersten Halbzeit war das ein Spiel auf Augenhöhe“, erklärte Lottes Trainer Atalan in der PK nach dem Spiel. „Wir hatten gute Möglichkeiten, Aachen hatte zwei, drei gute Möglichkeiten. Sie machen eine davon, wir nicht“, so Atalan. Für die Zuschauer sei es ein offenes Spiel gewesen, „denn beide Mannschaften wollten unbedingt gewinnen und haben mit offenem Visier gespielt.“ In der zweiten Halbzeit hätte Lotte das Spiel offen halten wollen. „Wir waren aber nicht konkret genug in unserem Spiel im letzten Drittel“, meinte der SFL-Coach. „Es war klar, dass Aachen auf Konter lauerte. Wir sind das Risiko eingegangen. Bis zur 60. Minute kann ich der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen. Wir haben alles gegeben und eine offenes Spiel angeboten. Die Zuschauer haben ein richtig gutes Spiel gesehen.“ Nach dem 0:2 sei es allerdings ein Hin-und-Her-Flippern gewesen. „Das war schon zum Haare raufen, auch wenn ich nur wenig Haare habe“, endete Atalans Statement. Der SFL-Trainer hatte sich vor der Fahrt nach Aachen einen extremen Kurzhaarschnitt verpassen lassen.

Noch zwei Spiele

Für die Sportfreunde endet die Hinrunde mit 23 Punkten und vorerst Rang neun. Am nächsten Samstag, 7. Dezember, beginnt für die Blau-Weißen die Rückrunde mit dem Auswärtsspiel beim Aufsteiger TuS Haltern. Zum Jahresabschluss kommt am 14. Dezember Borussia Dortmunds U23 ans Lotter Kreuz.

► Die Statistik:

Alemannia Aachen: Cymer - Özkan, Heinze, Fiedler, Wallenborn - Müller, Rakk (75. Pütz) - Batarilo, Bösing (89.Ariti), Rüter (86. Salata) – Benteke (79. Boesen).

SF Lotte: Peitzmeier – Langlitz, Kolgeci, Rahn, Gmeiner (74. Reimerink) - Wendel, Brauer (67. Mbouhom), Przondziono (74. Engel) - Lindner, Freiberger, Sobotta.

Tore: 1:0 Rüter (31.), 2:0 Benteke (66.), 3:0 Boesen (84.), 3:1 Freiberer (90.+2) – Gelbe Karten: Müller, Batarilo / Kolgeci, Rahn, Langlitz.

Schiedsrichter: David Markus Koj (Wegberg) – Zuschauer: 4500.

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