Fußball: 2. Bundesliga
Unglaublicher Spielverlauf: VfL Osnabrück gewinnt in Kiel 4:2

Osnabrück -

Ein unglaublicher Spielverlauf, ein grandios errungener Auswärtssieg in einem Spiel komplett ohne Verschnaufpause: Mit dem 4:2-Auswärtssieg bei Holstein Kiel schraubt der VfL Osnabrück am Samstag sein Punktekonto in der 2. Bundesliga auf starke 23 nach 16 Spielen.

Sonntag, 08.12.2019, 20:18 Uhr aktualisiert: 09.12.2019, 18:01 Uhr
Osnabrücks Torschütze David Blacha (rechts) und Bashkim Ajdini bejubeln Blachas Treffer zum 3:2 für den VfL.
Osnabrücks Torschütze David Blacha (rechts) und Bashkim Ajdini bejubeln Blachas Treffer zum 3:2 für den VfL. Foto: dpa

VfL-Trainer Daniel Thioune hatte mit vier Veränderungen in der Startelf reagiert im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen den Hamburger SV: Für Adam Susac, Niklas Schmidt (beide Bank), Felix Agu (angeschlagen, war in Kiel vor Ort) und Etienne Amenyido (Syndesmosebandanriss) begannen Kevin Wolze, Marc Heider , Sven Köhler und Anas Ouahim.

Kiel legte los wie die Feuerwehr, Osnabrück kam zu Beginn im Zentrum kaum in die Zweikämpfe – so wurden die Schnelligkeitsnachteile auf den Außen gegen den Koreaner Lee sowie den Ex-Osnabrücker Emmanuel Iyoha schnell offensichtlich.

Dennoch hätte der VfL sogar in Führung gehen können, als Ouahim von Alvarez den Ball nach einem langen Schlag von Heyer am Strafraum serviert bekam. Mit Glück und Geschick versetzte der 21-Jährige den ersten Kieler Abwehrspieler, dann aber brauchte er etwas zu lang für den Abschluss. Den zweiten Ball nach der folgenden Ecke jagte Bashkim Ajdini zurück auf das Tor, ehe Ouahim den Ball über die Linie drückte – allerdings aus Abseitsposition.

So ging Holstein in einer Partie mit hoher Schlagzahl in Führung: Kiel hatte sich über die linke Angriffsseite über Lee und Özcan durchkombiniert, ehe in der Mitte Serra schneller am Ball war als van Aken und den Ball aus vier Metern über die Linie drückte. Direkt danach hätte Serra nach Flanke von Iyoha erhöhen können, verfehlte aber das Ziel.

Kiel agierte nun absolut überlegen, dennoch fand der VfL zurück ins Spiel, weil Marc Heider nach Ansicht der Videobilder korrekterweise einen Elfmeter bekam: Der VfL-Stürmer war im Strafraum an der Torauslinie von Holstein-Verteidiger Phil Neumann am Standbein getroffen worden. Alvarez lief an, verzögerte – und traf dann sicher links unten zum Ausgleich (31.).

Dennoch blieb Kiel am Drücker: Iyoha verzog nach Pass von Lee zunächst knapp mit links, holte dann aber einen Handelfmeter heraus, den Kiels Mühling humorlos zentral zum 2:1 versenkte (42.). Direkt danach war erneut Iyoha nach einem Konter rechts durch, suchte aber Serra in der Mitte, der an der vereinten Osnabrücker Verteidigung scheiterte. Die Szene zeigte: Dass der VfL zur Pause zurücklag, war leistungsgerecht.

Gut so – denn so konnte der VfL direkt nach der Pause zurückschlagen: Marcos Alvarez schlenzte einen 22-Meter-Freistoß in seiner unnachahmlichen Art direkt in den linken Torwinkel. Kiel-Keeper Ioannis Gelois musste gegen die Sonne schauen und flog vergeblich.

Am Spielverlauf änderte das 2:2 zunächst wenig – Kiel blieb klar überlegen. Mehrmals flog das Leder quer durch alle Mann im Osnabrücker Strafraum. Dann aber schlug wieder der VfL zu: Einen hohen Ball im Strafraum hielt eider mit einem Kopfball im Spiel, der die ganze Höhe des Platzes nutzte. Im folgenden Kurzpass-Gestocher behielt David Blacha die Übersicht, als er mit Tempo den Ball mitnahm und dann ansatzlos aus dem Dribbling ins lange Eck drückte.

Osnabrück hatte die Partie gedreht, die Kieler wussten gar nicht, wie ihnen geschehen war. Wütend, aber zunehmend hektischer versuchten sie, in die Partie zurückzufinden – die größte Chance vergab Serra, der mit einem Kopfball in Kühn seinen Meister fand. Dann fuhr Osnabrück schulbuchmäßig den Konter zur Entscheidung: Der mal wieder überragende Heyer behauptete im Dribbling lange den Ball, eher er Henning per Zuspiel fand, der Ajdini auf rechts auf die Reise schickte. Dessen Hereingabe in den Rücken der Abwehr war perfekt – Henning netzte aus zehn Metern konsequent zum 2:4 ein.

Ein unglaublicher Spielverlauf, der dafür sorgte, dass die Kieler die Nerven verloren: So flog Meffert mit der Roten Karte vom Platz, als er dem Schiedsrichter nach einer Foulentscheidung im Mittelfeld den Vogel zeigte. So konnte Osnabrück in Überzahl die Partie locker nach Hause spielen – Ouahim traf noch den Pfosten, einige Kontersituationen wurden rechts schlampig verdaddelt.

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