Handball
Experten sind vorsichtig optimistisch

Kattenvenne/Ladbergen/Lengerich -

Der überzeugende Auftritt der deutschen Nationalmannschaft hat unter den Handballfans schlagartig neue Begeisterung geweckt – auch unter den Anhängern in Lengerich, Ladbergen und Kattenvenne, wo sie allesamt dem EM-Kracher der DHB-Auswahl gegen Kroatien am Samstag entgegenfiebern. Die Einschätzungen in Expertenkreisen sind durchaus optimistisch.

Freitag, 17.01.2020, 17:16 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 17:22 Uhr
Wird DHB-Nationaltrainer Christian Prokop auch heute Abend die Faust ballen und jubeln? Durchaus optimistisch sind die Handball-Experten im hiesigen Raum, Anja Mundus von der HSG (kl. Foto li.), Christian Scherer vom TVK (kl. Foto oben) und Hans-Gerd Schröer vom TSV.
Wird DHB-Nationaltrainer Christian Prokop auch heute Abend die Faust ballen und jubeln? Foto: imago-images

Nach dem Stotterstart in die Europameisterschaft mit (Pflicht-)Siegen gegen die Niederlande und Lettland sowie der Niederlage gegen Spanien scheint die deutsche Handball-Nationalmannschaft mit dem überzeugenden Erfolg gegen Weißrussland im Turnier angekommen zu sein. Der Funke der Begeisterung ist auf die Fans in Deutschland übergesprungen. Auch in Kattenvenne, Ladbergen und Lengerich fiebern die Anhänger nun dem Handball-Kracher zwischen der deutschen Nationalmannschaft und Kroatien am Samstagabend ab 20.30 Uhr entgegen.

Die Vorzeichen lassen kaum Spielraum für Rechnereien. Will die DHB-Auswahl ihr vor Turnierbeginn gestecktes Ziel, Einzug ins Halbfinale, erreichen, dann hilft ihr nur ein Sieg gegen den WM-Sechsten von 2019 weiter. In diesem Fall stünde das Tor zur Runde der letzten vier weit offen. Eine Niederlage indes würde wohl das Ende aller Medaillenträume bedeuten.

Doch so weit braucht es nicht zu kommen. Davon jedenfalls ist Hans-Gerd Schröer überzeugt. „Es ist sicherlich das schwerste Spiel der Hauptrunde. Aber gegen Weißrussland hat die deutsche Nationalmannschaft offensichtlich zu alter Stärke zurückgefunden. Ruft die Auswahl diese Leistung auch heute Abend ab, dann bin ich optimistisch“, verkündet der Vorsitzende des TSV Ladbergen. Er legt sich sogar fest, indem er sagt, dass er der Mannschaft von Trainer Christian Prokop „einen knapp Sieg“ zutraut. Top-Favorit auf den Titel bleibt für ihn aber Spanien, „im Finale vermutlich gegen die Norweger, die viel Selbstvertrauen aus dem Heimvorteil in den Vorrundenspielen mitgenommen haben“, erläutert Schröer, der schon im 20. Jahr als TSV-Vorsitzender im Amt ist.

Total auf Handball geeicht – und da erzählt man in Lengerich und Umgebung nichts Neues – ist Familie Mundus. Jürgen spielte einst als Torwart mit der Ibbenbürener SV in der Handball-Regionalliga, seine Frau Anja zu besten Oberliga-Zeiten beim TV Lengerich und später bei der HSG Hohne/Lengerich, wo sie nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn auch Trainerin war. Sohn Marvin setzt diese Familientradition auf höchstem Level fort, denn der Filius unterschrieb im Sommer vergangenen Jahres beim ambitionierten Zweitligisten TuS N-Lübbecke einen Profivertrag.

„In der Vorrunde hat sich unsere Mannschaft ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert, aber nach dem Sieg gegen Weißrussland habe ich wieder etwas Hoffnung“, glaubt Anja Mundus. Auch Sportlerinnen sind bisweilen abergläubisch. Deshalb setzt die ehemalige HSG-Trainerin auf eine ähnliche Entwicklung wie beim „Wintermärchen“ 2007, als sich die deutsche Nationalmannschaft nach einer durchwachsenen Vorrunde kontinuierlich steigerte und sie am Ende Weltmeister wurde.

Ähnlich vorsichtig ist Christian Scherer. „Nach der Vorrunde hätte ich gesagt: Das wird nichts mehr mit der deutschen Mannschaft. Aber gegen Weißrussland haben sie sich die Köpfe freigespielt“, glaubt der Vorsitzende der JSG Tecklenburger Land und Spielwart des TV Kattenvenne.

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