Fußball: Regionalliga West
SF Lotte 3:0 in Homberg: Przondziono betätigt sich als Türöffner

Duisburg -

Die Sportfreunde Lotte feierten am Samstag einen gelungenen Start in die Rest-Rückrunde. Beim VfB Homberg feierten die Blau-Weißen vor 400 Zuschauern im PCC-Stadion einen verdienten 3:0 (0:0)-Erfolg und kletterten auf Rang neun. „Das war eine starke Leistung“, war SFL-Trainer Ismail Atalan erfreut und erleichtert zugleich. Allerdings profitierten die Gäste von der gelb-roten Karte gegen den Homberger Kücükarslan Sekunden nach der Pause.

Samstag, 25.01.2020, 18:56 Uhr
Jaroslaw Lindner (rechts) lief sich mit seinen Dribblings oft in der VfB-Abwehr fest. Verdient war Lottes 3:0-Sieg aber allemal.
Jaroslaw Lindner (rechts) lief sich mit seinen Dribblings oft in der VfB-Abwehr fest. Verdient war Lottes 3:0-Sieg aber allemal. Foto: Frank Diederich

Atalan brachte erstmals wieder Jules Reimerink in der Startelf. Dafür saß der gerade wieder genesene Marcel Sobotta nur auf der Bank. Neben Reimerink stürmten Kevin Freiberger in der Mitte und Jaroslaw Lindner auf rechts. Vor Schlussmann Johnny Peitzmeier bildeten Kapitän Alexander Langlitz, Besfort Kolgeci, Filip Lisnic und Fabian Gmeiner die Abwehrkette. Im Mittelfeld lief Timo Brauer, Tim Wendel und Gianluca Przondziono auf. Erstmals auf der Bank saß der am Donnerstag verpflichtete Torwart Jonas Brammen.

Hombergs Trainer Stefan Janßen hatte vor dem Spiel angekündigt, nicht nur auf die Defensive zu setzen. So begannen die Gastgeber durchaus mit der einen oder anderen Offensivaktion. In der zehnten Minute verhinderte Peitzmeier das mögliche 1:0 für die Gastgeber, als er gegen Kader, der sich im Mittelfeld den Ball erobert hatte, klärte.

Nach und nach kamen die Sportfreunde besser ins Spiel. In der 15. Minute wurde Freiberger im Sechzehner von Langlitz bedient, ließ den Ball aber zu weit abspringen. Sechs Minuten später behinderten sich Freiberger und Brauer bei einem Kopfballversuch gegenseitig. Dann verhinderte VfB-Keeper Gutkowski mit einer Parade nach einem Brauer-Schuss den möglichen Rückstand.

Weiter ging es meist in eine Richtung. Lotte hatte das Spiel auf dem tiefen Geläuf klar im Griff. Was fehlte, war einfach der finale Pass. Lindner übertrieb es oft mit seinen Dribblings, übersah mehrmals besser postierte Mitspieler. Auf der anderen Seite versuchte Reimerink, der ein paar gute Szenen hatte, das Spiel schnell nach vorne zu treiben – mitunter etwas glücklos. In der 43. Minute scheiterte der Niederländer am Außennetz. So ging es torlos in die Pause.

Homberg-Coach Janßen brachte mit Wiederbeginn mit Lorch und Dertwinkel (für Acar und Kogel) frische Kräfte. Lotte lief unverändert auf. Das Spiel lief wenige Sekunden, da zückte Schiedsrichter Jonas Windeln (Heinsberg) die gelb-rote Karte für Kücükarslan wegen eines Fouls. Der Homberger, der schon in der dritten Minute nach einem hitzigen Gerangel mit Lottes Wendel gelb gesehen hatte, durfte nach 26 Sekunden unter die Dusche.

Homberg zeigte sich kaum geschockt, tauchte nach dem Platzverweis ein, zwei Mal im Lotter Strafraum auf. Doch mehr und mehr taten sich dann doch für die Gäste Räume auf. In der 55. Minute musste Gutkowski per Fußabwehr gegen Reimerink retten. Neun Minuten später konnte Reimerink nach Freiberger-Flanke den Kopfball nicht richtig platzieren. Die Gästeführung schien nur noch einer Frage der Zeit.

Fast wäre das Tor auf der anderen Seite gefallen. Nach einer Ecke von links setzte Koenders (66.) das Leder an die Querlatte. Peitzmeier wäre machtlos gewesen. Kurz nach diesem Schreckmoment betätigte sich Przondziono als Türöffner und brachte die Gäste in Minute 69 auf die Siegerstraße. Erst scheiterte Lindner, zum Nachschuss war dann der Youngster zur Stelle. Scheiterte der kurz vorher eingewechselte Jegor Jagupov (72.) noch aus kurzer Distanz an Gutkowski, schloss der SFL-Angreifer einen Konter über Freiberger mustergültig zum 2:0 (77.) ab. Den Schlusspunkt setzte Erhan Yilmaz in der Nachspielzeit mit einem herrlichen Schuss in den Winkel.

Statistik

VfB Homberg: Gutkowski – Kacinoglu, Urban, Koenders, Wolf (72. Nowitzki) – Kücükarslan, Kogel (46. Dertwinkel), Walker – Wibbe (80, Hirschberger), Acar (46. Lorch), Kader

SF Lotte : Peitzmeier – Langlitz, Kolgeci, Lisnic, Gmeiner – Brauer, Wendel (81. Engel), Przondziono – Lindner (81. Demaj), Freiberger (87.Yilmaz), Reimerink (67. Jagupov)

Tore: 0:1 Przondziono (69.), 0:2 Jagupov (77.), 0:3 Yilmaz (90.+2) – Gelbe Karten: Koenders, Lorch / Wendel, Kolgeci – Gelb-Rot: Kücükarslan (46./Homberg) – Zuschauer: 400 – Schiedsrichter: Jonas Windeln (Heinsberg)

Stimmen zum Spiel

Ismail Atalan, Trainer SF Lotte: „Wir haben unser Spiel im Vergleich zur Hinrunde verbessert. Wir wollen mehr Strukturen haben bei Ballbesitz, wir wollen mehr Breite haben bei Ballbesitz. Das hat man heute auch wieder gesehen. 20 Minuten haben wir uns auf dem Platz sehr schwer getan, wobei Homberg das auch sehr gut gemacht hat. Aber wir haben die Geduld nicht verloren und haben, je länger das Spiel dauerte, mehr Zutrauen bekommen im Ballbesitz. Wir haben auch etwas Glück gehabt, den ersten Torschuss hat Kader gehabt. Wenn der durchkommt, steht es 1:0. In der zweiten Halbzeit war die rote Karte sicherlich kein Nachteil für uns. Trotzdem mussten wir sehr viel Geduld aufbringen. Wir haben immer wieder Torchancen gehabt, sind immer wieder über die Außen gut durchgekommen. Wir uns gegenüber aber auch einen guten Torwart, der uns das Spiel ein wenig vermasselt hat. Und wir hatten bei dem einen Eckball noch einmal Glück. Am Ende hatten wir 16 Torchancen.“

Stefan Janßen, Trainer VfB Homberg: „Erst einmal Danke an unseren Platzwart, denn der hat wirklich gute Arbeit geleistet, so dass wir überhaupt spielen konnten. Wir wollten einfachen Fußball spielen und haben das in der ersten Halbzeit auch größtenteils gut hinbekommen. Es fehlte ein bisschen Ballsicherheit. Wir sind nicht gut ins Umschaltspiel gekommen, weil Lotte auch sehr gut verteidigt hat. Wir wollten dann in der Halbzeit reagieren. Aber alles war schnell ad acta gelegt nach der roten Karte. Lotte hatte mehr Chancen, aber wir hätten das 1:0 machen können. Solche Spiele müssen dann aber mit viel, viel Glück laufen. Lotte hat dann folgerichtig die Tore erzielt und verdient gewonnen.“

Gianluca Przondziono, SF Lotte, Schütze des 1:0: „Auch in Unterzahl wollten das Spiel geduldig zu Ende spielen. Torchancen würden dann schon kommen. Dass ich das Tor mache, ist natürlich umso schöner. Da wir auf unserem Trainingsplatz ähnlich Bedingungen haben, war es nicht so schwer, hier zu spielen. Aber beide mussten darauf spielen.“

Erhan Yilmaz, SF Lotte, Schütze zum 3:0: „Für mich persönlich ist das super. Ich war nach einer Verletzung zweieinhalb Monate raus. Ich habe die Vorbereitung fast komplett mitgemacht, bis auf die letzte Woche. Da habe ich wegen einer Fußverletzung ausgesetzt. Umso schöner, dass mich der Trainer hier die letzten paar Minuten noch gebracht hat. Das war heute eine Supermannschaftsleistung. Der Platz war zwar schwer bespielbar, aber das kennen wir ja in der Regionalliga. Die Jungs haben das Spiel so angenommen. Glückwunsch an die Mannschaft.“

Nächstes Spiel

Sonntag, 2. Februar, 14 Uhr: SF Lotte - 1. FC Köln II (14 Uhr Stadion Lotter Kreuz)

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