2. Liga: Erzgebirge Aue zu Gast an der Bremer Brücke
VfL Osnabrück erhofft sich Rückenwind

Osnabrück -

Der VfL Osnabrück empfängt am Freitag den FC Erzgebirge Aue im Stadion an der Bremer Brücke. War das 1:1-Remis in Darmstadt zuletzt die Wende zum Besseren? Die Antwort auf diese Frage elektrisiert die Fans.

Donnerstag, 20.02.2020, 18:50 Uhr
Bashkim Ajdini gibt sich angriffslustig vor dem Spiel des VfL gegen Erzgebirge Aue.
Bashkim Ajdini gibt sich angriffslustig vor dem Spiel des VfL gegen Erzgebirge Aue. Foto: imago images/Nordphoto

Vor fünf Tagen kam Bashkim Ajdini wieder auf der Position an, für die ihn der VfL Osnabrück 2016 aus Großaspach geholt hatte: Beim Zweitligaspiel in Karlsruhe lief er im rechten Mittelfeld der Lila-Weißen auf. Das könnte an diesem Freitag (18.30 Uhr, Bremer Brücke) gegen den FC Erzgebirge Aue erneut der Fall sein. Aber auch, wenn er wieder in die Rolle des Rechtsverteidigers zurückrutschen sollte, will der 27-Jährige angriffslustig bleiben. „Ich spüre diesen Drang in mir, etwas fürs Offensivspiel zu tun“, sagt er.

In der Saison 2017/18 hatte Trainer Daniel Thioune ihn zum Abwehrspieler umgeschult. Damit hat sich Ajdini inzwischen angefreundet, aber die offensivere Rolle „ist auch interessant. Das ist eigentlich meine gelernte Position. Da bist du noch mehr im vorderen Drittel des Feldes unterwegs, kannst mehr Chancen kreieren und Tore schießen.“

In der Aufstiegssaison war er mit acht Vorlagen zweitbester VfL-Vorbereiter. In der 2. Fußball-Bundesliga steht bislang erst ein Assist in der Statistik, dafür aber schon zwei Tore. Gegen Dresden (3:0) und Sandhausen (1:3) traf er – „und am Freitag vielleicht ja noch mal?“

„Er kann ja Flanken bringen und hat diese Abschlussqualität“, traut ihm Thioune weitere Offensivakzente zu. In Karlsruhe war die Rochade ins Mittelfeld taktisch bedingt: Moritz Heyer war in der Viererkette als Bewacher für KSC-Linksaußen Marc Lorenz eingeteilt. Ajdini hatte offensiv mehr Freiräume, hätte aber beim Wechsel auf eine Fünferkette auch noch nach hinten rücken können.

„Unabhängig davon, ob er die offensive oder defensive Position hat, ist er jemand, der sehr aktiv die Linie rauf- und runtergeht“, sagt Thioune. Das könnte auch gegen den FC Erzgebirge Räume schaffen, wobei Thioune erst einmal nicht davon ausgeht, „dass sich Aue verschanzen wird“. Der VfL erhofft sich gegen die eher auswärtsschwachen Sachsen (ein Sieg, drei Unentschieden, sieben Niederlagen) Rückenwind vom Auftritt in Karlsruhe. Dort habe sein Team „völlig verdient gewonnen“, befand Thioune unter der Woche. Genau genommen gab es für das 1:1 nur einen Punkt, aber die Worte des Trainers zeigten, „dass sich das Spiel so gut für uns angefühlt hat“, erklärt Ajdini. Mit einem Remis will er sich gegen Aue aber nicht zufriedengeben: „Jetzt geht es darum, dass wir mal wieder dreifach punkten. Das bringt uns am meisten weiter.“

Das Unterzahl-2:2 in Darmstadt hätte schon ein Wendepunkt zum Besseren sein können. Das Unterzahl-1:1 in Karlsruhe soll es nun aber wirklich sein. „Vielleicht sollten wir einfach mal wieder 1:0 in Führung gehen“, kennt Ajdini ein Rezept für bessere Ergebnisse, nachdem der VfL in allen fünf Rückrundenspielen einem Rückstand hinterherlaufen musste. „Wenn wir zu Hause führen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass wir als Gewinner vom Platz gehen. Wir auf dem Platz mit den Fans im Rücken – da wird es für jeden Gegner schwer, hier was zu holen“, sagt Ajdini.

Dass die Auer auswärts in dieser Saison erst eins von elf Spielen gewonnen haben, hat für Thioune wenig Bedeutung: „Natürlich sehen wir die Zahlen, aber sie sind ja nicht repräsentativ für das, was kommen wird.“ Der Trainer erwartet beim Gegner robuste Verteidiger und kreative Offensivkräfte, die den Unterschied machen können – „da müssen wir Augenhöhe herstellen“, sagt Thioune und hofft insgeheim auf einen kleinen Heimvorteil: „Für den Gegner ist es die größere Herausforderung, dass es ein Auswärtsspiel ist, und die Herausforderung soll noch ein bisschen größer sein, dass es ein Spiel an der Bremer Brücke ist.“

Vier sieglose Spiele im Jahr 2020 drücken beim VfL nicht auf das Selbstvertrauen. „Es gibt immer mal wieder solche Phasen. Die haben wir auch in der Hinrunde gehabt“, bleibt Ajdini ruhig und denkt lieber positiv. „Umso schöner ist es, wenn der Zeitpunkt kommt, an dem man die Arme wieder in die Luft reißen kann und als Sieger vom Platz geht. Dafür arbeiten und kämpfen wir sehr hart. Vielleicht klappt es ja schon am Freitag“, sagt der 27-Jährige, der im aktuellen Team zusammen mit Marc Heider der dienstälteste VfLer ist.

Im Sommer läuft sein Vertrag aus, aber davon will sich Ajdini derzeit nicht ablenken lassen. „Es ist erst Februar. Wichtig ist jetzt, dass der Verein die Liga hält. Das hat Priorität, auch in meinem Kopf“, sagt er. Grundsätzlich „schließe ich nicht aus, dass es hier weitergehen könnte“.

Wen hätte der Trainer denn auf Dauer lieber? Den Rechtsverteidiger Ajdini oder den Mittelfeldspieler Ajdini? „Es gibt kein ,lieber‘“, sagt Thioune. „Wenn die Spieler spielen wollen, müssen sie flexibel sein und auch andere Positionen einnehmen.“ Aber wo Ajdini am wertvollsten ist, da gibt es für den Trainer dann doch keine zwei Meinungen: „Am wertvollsten ist er auf dem Platz.“

 

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