HSG sucht einen neuen Trainer und ein Konzept, um Frauen-Handball in Lengerich am Leben zu halten
Ahmann tritt bei der HSG zurück

Lengerich -

Überraschende Wende bei den Bezirksliga-Handballerinnen der HSG Hohne/Lengerich. Nachdem Daniel Ahmann bereits im Januar zugesagt hatte, für ein weiteres Jahr HSG-Trainer zu bleiben, hat es sich der Coach in der Corona-Krise noch einmal anders überlegt.

Mittwoch, 22.04.2020, 19:24 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 18:12 Uhr
Nicht mehr HSG-Trainer: Daniel Ahmann
Nicht mehr HSG-Trainer: Daniel Ahmann Foto: Mareike Stratmann

Die Bezirksliga-Handballerinnen der HSG Hohne /Lengerich müssen sich einen neuen Trainer suchen. Nachdem Daniel Ahmann noch im Januar seine Bereitschaft signalisiert hatte, auch in der kommenden Saison als Coach der ersten Frauen-Mannschaft zur Verfügung zu stehen, machte er jetzt einen Rückzieher.

Am Wochenende informierte Ahmann zunächst den HSG-Vorstand über seinen Entschluss, von seinem Amt zurückzutreten. Nachdem auch die Mannschaft in Kenntnis gesetzt worden war, wandte sich Friedrich-Wilhelm Blömker jetzt an die Öffentlichkeit. Der HSG-Vorsitzende bedauert die Entscheidung und verweist auf die sportliche Entwicklung, die sich im Lauf der Saison in zunehmendem Maße verändert habe.

„Als wir im August anfingen, stand eine andere Mannschaft als zuletzt auf dem Feld“, sagt Blömker. Ohnehin war die Herausforderung, der sich Ahmann bei seinem Amtsantritt im Juli vergangenen Jahres gestellt hatte, nicht ohne. Mit Lisa Ramos-Fangmeier, Jule Ertelt, Anica Steinbach, Madeleine Hütt und Katrin Hilgemann hatten sich gleich fünf Spielerinnen der ersten HSG-Damen am Saisonende 2018/19 verabschiedet.

Diese Lücken zu schließen und ein Team zu formen, das in der Bezirksliga konkurrenzfähig sein sollte, war letztlich nicht zu stemmen, „zumal im Saisonverlauf weitere Spielerinnen aus beruflichen Gründen oder verletzungsbedingt ausfielen“, erläutert Blömker. Letztlich war dieser Substanzverlust nicht mehr aufzufangen. Die Perspektivlosigkeit, dieses Manko zu beheben, dürfte Ahmann zu der Entscheidung bewogen haben, seinen Rücktritt zu erklären. Der Trainer war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen. Eine telefonische Anfrage blieb ohne Antwort.

Die Frage, die sich nun stellt, lautet: Wie geht es weiter bei den HSG-Handballerinnen? Ahmann, einst in Diensten des Zweitligisten TV Emsdetten und des Bundesligisten VfL Gummersbach, hatte erst im Sommer vergangenen Jahres die Nachfolge von Dennis Suhre angetreten, der zuvor die HSG-Frauen gecoacht hatte. Es geht aber nicht nur darum, einen neuen Trainer zu finden, sondern vielmehr darum, die Sparte „Frauen-Handball“ bei der HSG am Leben zu halten.

Dass sich das nicht so ohne Weiteres bewerkstelligen lassen wird, zeigte Blömker schon vor einigen Wochen auf, und in dieser Hinsicht haben sich die Perspektiven eher noch verschlechtert als verbessert. „Spielerinnen stehen nicht an jeder Hausecke, die man nur einzusammeln braucht“, erläutert Blömker. Es ist ein grundsätzliches Problem, mit dem sich nicht nur die HSG-Frauen, sondern auch andere Vereine in der Nachbarschaft konfrontiert sehen.

Am 8. März hatte das Team sein letztes Saisonspiel mit dem 17:25 gegen DJK Coesfeld absolviert. Inzwischen wurde die Serie bekanntlich abgebrochen und für beendet erklärt. Die HSG liegt mit 2:26 Punkten abgeschlagen am Tabellenende, und sportlich wäre sie mit hoher Wahrscheinlichkeit neben dem als Absteiger bereits feststehenden SC Münster 08 kaum mehr zu retten gewesen, wäre der Spielbetrieb fortgesetzt worden.

Da es aufgrund der besonderen „Corona“-Regelung in dieser Saison aber keine Absteiger gibt, könnte die HSG in 2020/21 sogar erneut in der Bezirksliga auflaufen. Doch ob das angesichts der speziellen Umstände überhaupt Sinn macht? Die Anwort auf diese Frage kann nur die HSG liefern.

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