2. Liga: VfL Osnabrück ohne Álvarez und Ceesay, aber mit Selbstvertrauen zum VfB Stuttgart
„Klein gegen Groß – das mögen wir doch“

Osnabrück -

Die Rollen sind klar verteilt im Spiel des VfL Osnabrück beim VfB Stuttgart. Dennoch hat sich das Team von Osnabrücks Trainer Daniel Thioune einiges vorgenommen für das Zweitliga-Match in der leeren Mercedes-Benz Arena.

Freitag, 05.06.2020, 18:40 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 17:46 Uhr
Möglicherweise rückt Marc Heider (unten) im Spiel des VfL beim VfB Stuttgart in die Osnabrücker Startformation.
Möglicherweise rückt Marc Heider (unten) im Spiel des VfL beim VfB Stuttgart in die Osnabrücker Startformation. Foto: Jürgen Peperhowe

Es waren große Fußballmomente im vergangenen Herbst: Innerhalb von drei Wochen Heimsiege gegen den VfB Stuttgart (1:0) und den HSV (1:0), zwischendrin ein 1:1 in Bochum. Der VfL und seine Fans schwammen auf einer Welle, jetzt kämpft Lila-Weiß gegen den Abstiegssog. Und zwar in Stuttgart und beim HSV, dazwischen kommt Bochum zur Brücke. Zehn Tage, drei Spiele – jetzt gilt’s!

So sagte man jedenfalls früher, wenn sich eine Saison zuspitzte und der Druck wuchs. Heute sagen die Trainer dazu „Crunchtime“, auch Daniel Thioune benutzte dieses Wort, als er in der Video-Konferenz über das Spiel in Stuttgart am Sonntag sprach.

„Stuttgart will und muss uns schlagen, wenn sie aufsteigen wollen“, sagt Thioune, „wir sind krasser Außenseiter – aber das haben wir ja besonders gern: Klein gegen Groß.“ Stimmt: Siege gegen HSV und Stuttgart sowie in Fürth, Unentschieden in Bielefeld, Bochum und Hannover, vier Punkte gegen Darmstadt, Erfolg in Fürth.

Und wenn sie nichts Zählbares mitnahmen, dann haben sie fast immer mitgemischt. So soll es auch in Stuttgart sein. „Frech und mutig“ will Thioune mit seiner Mannschaft beim heimstärksten Team der Liga auftreten; der VfB hat elf Heimspiele gewonnen, nur gegen Wehen Wiesbaden (1:2) und Holstein Kiel (0:1) verlor der Bundesliga-Absteiger.

Auswärts hat der VfL nur vier Punkte weniger geholt als zu Hause, er muss sich das Selbstvertrauen nicht einreden. Auf den letzten neun Dienstreisen gab es immer mindestens ein Osnabrücker Tor – das gelang in 16 Jahren in der 2. Bundesliga erst zweimal, jetzt winkt ein Vereinsrekord.

Und da ist natürlich noch die Erinnerung an das Hinspiel. Trotz etlicher Chancen verlor der favorisierte VfB mit 0:1 – weil Marcos Álvarez früh traf, der VfL leidenschaftlich kämpfte, klug und zäh verteidigte und in Philipp Kühn einen Torwart in Höchstform hatte. „Es war sicher ein glücklicher Sieg, aber dafür mussten und müssen wir uns nicht schämen“, sagt Thioune, „ich werde meine Mannschaft daran erinnern, wie sie den VfB geschlagen hat…“

Dass das nicht unwiederholbar ist, wird Thioune seiner Mannschaft vermitteln und sie mit seiner ganzen mentalen und emotionalen Kraft durch das Spiel begleiten. Top-Scorer Marcos Álvarez, der formstarke Konterstürmer Assan Ceesay und Innenverteidiger Joost van Aken fallen aus, doch das ist für den Trainer kein Thema am Tag vor der Abreise.

Noch weniger interessiert es Thioune, ob die gerade verlängerten Verträge von Etienne Amenyido und Sebastian Klaas auch für die 3. Liga gelten. Thioune freut sich über die Einigung mit den Spielern; das Lob verknüpft er mit Zielen: „Etienne hat große Fähigkeiten, aber er muss sie konstanter abrufen. Sebastian ist ein toller Typ, ein toller Fußballer. Er muss weiter Widerstandskraft entwickeln. Dafür bekommt er Zeit, dabei helfen wir ihm.“

  • Sonntag, 13.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena Stuttgart
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