Erstmals seit 2008 bei der Pokalauslosung im Profitopf
Verlassen zehn Spieler den VfL?

Osnabrück -

Für Laurenz Beckemeyer war es ein „super Gefühl“. Den meisten Beobachtern wird wohl entgangen sein, was der 20-Jährige damit meint: es war sein erster Einsatz in der zweiten Fußball-Bundesliga.

Donnerstag, 02.07.2020, 06:01 Uhr
Laurenz Beckemeyer absolvierte in Dresden sein erstes Zweitliga-Spiel für den VfL Osnabrück.
Laurenz Beckemeyer absolvierte in Dresden sein erstes Zweitliga-Spiel für den VfL Osnabrück. Foto: Tobias Mönninghoff

Für viele Außenstehende mag es eine Randnotiz gewesen sein. Auf das Spiel des VfL Osnabrück zum Saisonabschluss bei Dynamo Desden (2:2) hatte es auch kaum Einfluss. Und doch war es bemerkenswert, was da kurz vor Schluss im Rudolf-Harbig-Stadion passierte. Laurenz Beckemeyer , 20 Jahre alt, durfte zum ersten Mal erleben, wie es sich anfühlt, in der 2. Fußball-Bundesliga auf dem Platz zu stehen.

„Das war ein super Gefühl, ich hab erst gar nicht damit gerechnet. Als der Trainer dann meinen Namen rief, habe ich mich natürlich tierisch gefreut, spielen zu können“, sagte der Debütant. Wieder hatte ein Spieler aus der eigenen Jugend den Sprung aufs Profi-Feld geschafft. Mit Beckemeyer, Sebastian Klaas, Kapitän Marc Heider und Felix Agu kamen in Dresden vier Spieler zum Einsatz, die beim VfL ausgebildet wurden.

Auf den eigenen Nachwuchs zu setzen ist immer das große Kapital eines jeden Vereins. Das ist beim VfL Osnabrück nicht anders. Gerade aktuell, da vermutlich zehn Spieler den Verein verlassen. Zumindest wurden so viele am Wochenende verabschiedet. Nils Körber (zurück zu Hertha), Joost van Aken (Niederlande), Felix Agu (Werder Bremen), Marcos Álvarez, (Krakau), Benjamin Girth (zurück nach Kiel), Manuel Farona Pulido, Thomas Konrad, Simon Haubrock (alle noch auf Vereinssuche) sowie Anas Ouahim und Assan Ceesay haben ein Bild mit ihren schönsten Szenen im VfL-Trikot bekommen.

Zumindest bei einigen Akteuren scheint der Abschied jedoch nicht endgültig zu sein. „In weiten Teilen schon“, sagt Sportdirektor Benjamin Schmedes. Wer die kleinen Teile sind, dazu will er sich im Detail nicht äußern. Vermutlich dürfte es sich aber auf zwei Spieler beschränken, bei denen die Entscheidung noch nicht endgültig gefallen ist: Anas Ouahim und Assan Ceesay.

Mit Anas Ouahim soll es Gespräche gegeben haben, die allerdings zu keinem Abschluss geführt hatten. Interesse, den 22-Jährigen zu halten, ist also durchaus vorhanden. Ähnliches gilt wohl für eine Verlängerung der Leihe von Assan Ceesay. Der Stürmer, der im Winter nach Osnabrück wechselte, geht allerdings nun erst einmal zurück zum FC Zürich in die Schweiz.

Am Montag kam die Mannschaft noch ein letztes Mal zusammen, ehe sich alle in den Urlaub verabschiedet haben. Die Spieler, die auch in der kommenden Saison beim VfL unter Vertrag stehen, bekamen zudem ihre Pläne für den Sommer. Hausaufgaben für eine Zeit, von der noch keiner so genau weiß, wann sie endet. Denn noch steht nicht fest, wann die Saison in der 2. Bundesliga fortgesetzt wird. Corona hat alles verändert – auch den sonst so verlässlichen Rahmenterminkalender der Deutschen Fußball Liga. Mitte oder Ende September soll es weitergehen.

Ebenfalls noch nicht genau fest steht der Termin, an dem die erste Runde im DFB-Pokal gespielt wird. Sicher ist dagegen: Der VfL Osnabrück ist zum ersten Mal seit 2008 im Profitopf des DFB-Pokals. In diesem sind neben den 18 Bundesligisten die 14 besten Zweitligisten vertreten. Die Lila-Weißen werden also in der ersten Pokalrunde ein Auswärtsspiel haben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7476716?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35348%2F
Nachrichten-Ticker