Fußball Zweite Bundesliga: VfL Osnabrück sucht neuen Geschäftsführer
Jürgen Wehlend zieht‘s nach Dresden

Osnabrück -

Daniel Thioune, Benjamin Schmedes, Jürgen Wehlend – drei Namen, die für den Erfolg des VfL Osnabrück stehen. Thioune ist inzwischen Trainer beim HSV; Wehlend ab Januar Geschäftsführer bei Dynamo Dresden. Der Zweitligist hat dem Wunsch des 54-Jährigen entsprochen.

Mittwoch, 30.09.2020, 14:32 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 17:58 Uhr
Viele Jahre Macher des Erfolges (von links): Trainer Daniel Thioune, Sportdirektor Benjamin Schmedes und Geschäftsführer Jürgen Wehlend.
Viele Jahre Macher des Erfolges (von links): Trainer Daniel Thioune, Sportdirektor Benjamin Schmedes und Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Foto: Mareike Stratmann

Jetzt wird es auch offiziell bestätigt: Der VfL Osnabrück hat seinem Geschäftsführer Jürgen Wehlend die Freigabe für einen Wechsel zu Dynamo Dresden erteilt.

Der 54-Jährige, dessen Vertrag beim VfL bis Ende 2021 datiert war, trete zum 1. Januar 2021 sein Amt beim sächsischen Drittligisten als neuer kaufmännischer Geschäftsführer an, so der VfL. „Jürgen Wehlend hat den VfL Osnabrück in einer denkbar schwierigen Phase übernommen und den Club seither auf wirtschaftlich solide Füße gestellt. So ist die positive Entwicklung der vergangenen Jahre insbesondere eng mit seinem Namen verbunden. Dafür gilt ihm unser, aber auch mein persönlicher Dank. Für meine Präsidentschaftskandidatur spielte seine Person eine entscheidende Rolle“, wird Manfred Hülsmann als Beiratsvorsitzender des VfL Osnabrück zitiert. „Wir wären auch deshalb gerne gemeinsam mit ihm die vor uns liegenden Herausforderungen angegangen. Bei aller Enttäuschung können wir seine Entscheidung, den VfL zu verlassen, nachvollziehen und akzeptieren diese – insbesondere deshalb, weil es keine Entscheidung gegen den VfL ist.“

Wehlend war Anfang 2013 zum VfL gekommen. Unter seiner Führung wurde die kurz vor seinem Antritt beschlossene Ausgliederung umgesetzt und damit die Basis für den rettenden Schuldenschnitt 2016 gelegt. Im Herbst 2017 holte Wehlend vom Hamburger SV Benjamin Schmedes als Sportdirektor. 2016 warb Dynamo Dresden bereits intensiv um Wehlend, der sich allerdings gegen ein Engagement in seiner Heimatstadt und für die Aufgabe in Osnabrück entschied. Vor seiner Zeit beim VfL war Wehlend als Geschäftsführer beim Telekommunikationsanbieter Osnatel. Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga im Jahre 2004 leistete Osnatel durch die Vermarktung des Stadionnamens einen wesentlichen Beitrag zum Neuanfang nach der desaströsen Saison mit Startrainer Frank Pagelsdorf.

„Der Abschied aus Osnabrück wird mir nicht leichtfallen. Ich hatte hier unternehmensübergreifend über 30 schöne und erfolgreiche Jahre, konnte meinen Traumberuf lernen und studieren sowie mit der Gründung von osnatel den einen oder anderen innovativen Beitrag zur infrastrukturellen Entwicklung dieser Region leisten, der ich persönlich viel zu verdanken habe“, wird Wehlend in einer VfL-Mitteilung zitiert. „Beim VfL Osnabrück habe ich ab 2004 – als wir mit osnatel das Namenssponsoring der Bremer Brücke übernommen haben, um den Verein nach dem Abstieg aus der 2. Liga wirtschaftlich zu stabilisieren – und den nunmehr acht Jahren als Geschäftsführer unfassbar emotionale, intensive sowie mit dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga schlussendlich sehr erfolgreiche Jahre erleben dürfen. Ich bedanke mich bei Präsident Manfred Hülsmann und dem gesamten Beirat, dass nunmehr meiner Bitte nach einer vorzeitigen Vertragsauflösung zum Ende dieses Jahres entsprochen wurde und wünsche dem VfL natürlich weiterhin maximalen sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg.“

„In jedem personellen Wechsel liegt auch immer eine Chance, die wollen wir nutzen. Bis zum Ende des Jahres wird Wehlend bereits angestoßene und nicht aufschiebbare Themen zum Wohle des Clubs abwickeln – das war eine Bedingung für die vorzeitige Vertragsauflösung. Benjamin Schmedes ist als Teil der Geschäftsleitung ohnehin in alle wesentlichen Entscheidungen eingebunden“, so Hülsmann weiter. „Wir nehmen uns nun die notwendige Zeit, um die zukünftige strukturelle Ausrichtung des VfL zu definieren. Zunächst geht es dabei nicht um Namen und Personen, sondern um den tatsächlichen Bedarf. Die sich aus diesem Prozess ergebenden Anforderungen nehmen wir als Basis für das Profil nachfolgender Personalentscheidungen. Der Beirat hat eine interne Findungskommission eingesetzt, um eine mit der notwendigen Sorgfalt wohlüberlegte Entscheidung für die Zukunft zu treffen.“

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