Fußball Zweite Liga: Osnabrück weiter ungeschlagen
0:0 – VfL holt verdient Punkt in Bochum

Bochum/Osnabrück -

Einen Punkt hat sich der VfL Osnabrück in der Partie beim VfL Bochum erkämpft. Das 0:0 stand am Ende eines eher mäßigen Spiels. VfL-Trainer Marco Grote war dennoch zufrieden.

Sonntag, 04.10.2020, 13:24 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 13:38 Uhr
Bochums Danilo Soares und Maurice Multhaup (2.v.l) von Osnabrück versuchen an den Ball zu kommen.
Bochums Danilo Soares und Maurice Multhaup (2.v.l) von Osnabrück versuchen an den Ball zu kommen. Foto: Bernd Thissen/dpa

Marco Grote bleibt als Trainer des VfL Osnabrück ungeschlagen, die Vereinsrekord-Auswärtsserie von nunmehr sieben Spielen ohne Niederlage hat Bestand: In einem intensiven, spielerisch über weite Strecken aber nur mäßigen Zweitligaspiel verdiente sich der VfL einen Zähler beim 0:0 gegen Bochum durch eine starke kämpferische Leistung. Und bewies in der Kaderbreite Flexibilität nach einigen Ausfällen im Vorfeld.

Bochums Trainer Thomas Reis schickte seine Elf wie bewährt im 4-2-3-1 aufs Feld – mit den Ex-Osnabrückern Manuel Riemann im Tor und Simon Zoller rechts offensiv. Den gelb-rot-gesperrten Gerrit Holtmann ersetzte im Vergleich zum 1:0-Sieg in Karlsruhe Milos Pantovic auf der linken Offensivposition.

VfL-Coach Grote setzte eine Art 4-3-1-2-System dagegen, mit Bryan Henning rechts und dem für Sebastian Klaas (Knieverletzung) neu ins Team gerückten Sven Köhler links von Stabilisator Ulrich Taffertshofer. Davor Sebastian Kerk zentral mit allen Freiheiten hinter den beiden Spitzen Etienne Amenyido und Christian Santos. Für Timo Beermann (Oberschenkelprobleme) begann zudem Lukas Gugganig im Abwehrzentrum. Weil neben den Langzeitverletzten auch David Blacha wegen einer Rippenprellung im Kader fehlte, schafften alle sonstigen fitten Feldspieler den Sprung in den VfL-Kader.

Die in den fürs Auge ungewohnten gelben Trikos auflaufenden Osnabrücker starteten hektisch in die Partie – kleine Fehler von Lukas Gugganig und Ulrich Taffertshofer begünstigten Feldvorteile der Bochumer, die aber ebenso fahrig begannen und zunächst nichts daraus machten. Nach fünf Minuten erlangten die Osnabrücker Spielkontrolle, schlossen die Räume der Bochumer früh und aufmerksam und bekamen so ein leichtes Oberwasser, was sich unter anderem in einer kleinen Eckenserie für den VfL äußerte. Der war ein leicht abgefälschter und deshalb noch gefährlicherer 25-Meter-Schuss von Köhler vorausgegangen, den Bochum-Keeper Riemann gerade so über die Latte lenkte.

Dass die Sattelfestigkeit des VfL nach etwa 20 Minuten verloren ging, lag vor allem auch an eigenen Fehlern, die Bochum ins Spiel brachte: Zwei verlorene Pressschläge im Zentrum, als erst Köhler und dann Taffertshofer den Ball zu lange gehalten hatten, brachten Anthony Losilla in Position. Bochums Sechser chippte den Ball in den Strafraum auf den völlig freien Pantovic, der aus 11 Metern am herausspringenden Philipp Kühn scheiterte. Der VfL-Keeper wehrte direkt danach noch einmal Pantovics Schuss aus spitzem Winkel ab. Nur eine Minute später drückte Silvere Ganvoula, nach einem Henning-Ballverlust von Zoller eingesetzt, mit dem langen Bein an den Pfosten – wobei der Videoschiedsrichter ein Tor aufgrund einer Abseitsstellung wohl zurückgenommen hätte. Dennoch schwamm der VfL weiter, hatte Glück, dass Ganvoula die Hereingabe von Pantovic frei vor dem Tor knapp nicht erreichte und Zoller kurz darauf einen 20-Meter-Schuss über den Kasten jagte.

Grote reagiert

Vfl-Trainer Grote reagierte darauf, dass die Bochumer nun vermehrt die Lücken in der Osnabrücker Defensive gefunden hatten und stellte nach 37 Minuten auf ein 4-4-2 um – mit Amenyido und Kerk auf den Flügeln sowie Henning als zweiter Spitze neben Santos. Osnabrück nahm zudem, wenn möglich – und auf Kosten einer Gelben Karte gegen Kühn wegen Spielverzögerung –, das Tempo aus der Partie und rettete sich so mit einem torlosen Remis in die Halbzeit.

Zum Start der zweiten 45 Minuten kam Maurice Multhaup in die Partie für Köhler, der sich kurz vor der Pause bei der Landung nach einem Luftduell mit Zulj am Fuß verletzt hatte. Multhaup ging ins rechte Mittelfeld, Amenyido nach links – und Kerk in die Spitze anstelle von Henning, der auf die Doppelsechs zurückfiel. Zunächst neutralisierten sich beide Teams weitgehend, ohne dass es ganz große Chancen gab. Für Bochum schoss Pantovic aus 23 Metern weit drüber, Ganvoulas Bogenlampe per Kopf blieb auch ungefährlich, Zuljs aufs Tor gezogener Freistoß aus spitzem Winkel sauste über den Kasten. Beim VfL erreichte Kerk eine Amenyido-Flanke nach einem stark vorgetragenen Konterangriff knapp nicht – kurz darauf landete ein 20-Meter-Freistoß des Neuzugangs in der Abwehrmauer auf dem Kopf von Bochums Leitsch, der den Freistoß mit einem Handspiel verursacht hatte.

Mit der Einwechslung von Niklas Schmidt und Marc Heider als neue Offensivkräfte für Kerk und Santos stellte Grote erneut ein wenig um: Amenyido kam nun über rechts, Multhaup über links – Schmidt agierte eher hängend im Vergleich zu Zielspieler Heider. Der hatte gleich eine Kopfballchance nach einer Multhaup-Flanke, scheiterte am langen Pfosten aber am Rücken des einspringenden Abwehrspielers Leitsch – kurz darauf drückte er eine Schmidt-Ecke im Duell gegen zwei Bochumer knapp vorbei. Im Vorfeld war ein abgefälschter Multhaup-Schuss von Linksaußen knapp am langen Eck vorbeigeflogen.

Und Bochum? Hatte lange Zeit durch Losillas 18-Meter-Schuss, der am linken Torpfosten des Osnabrücker Kastens vorbeirauschte, seine größte Chance im zweiten Durchgang. Dann aber flog Bashkim Ajdini, der sich zuvor mit einer unnötig resoluten Grätsche an der Eckfahne eine Gelbe Karte eingehandelt hatte, nach einem Foul am eingewechselten Danny Blum per Ampelkarte vom Platz (83.). In der Schlussphase drückten die Gastgeber folglich auf den Siegtreffer, blieben aber wie über weiteste Strecken der zweiten Halbzeit spielerisch vieles schuldig und kamen im Prinzip zu keiner Einschusschance mehr gegen aufopferungsvoll um den Punkt kämpfende und kompakt stehende Osnabrücker. Fünf Punkte nach drei Spielen, davon zwei auswärts und jeweils gegen Gegner, die sicher nicht zum Schlechtesten in dieser 2. Bundesliga zählen: Der Saisonstart des VfL Osnabrück darf als gelungen bezeichnet werden. Nach der Länderspielpause geht es zu Hause gegen Darmstadt weiter.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7616137?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35348%2F
Nachrichten-Ticker