Zweite Bundesliga: VfL leiht Ludovit Reis aus Barcelona aus
Team-Kollektiv verhilft zu Punkt in Bochum

Osnabrück/Bochum -

Der VfL hat als Kollektiv einen Punkt in Bochum geholt. Darüber freut sich der Trainerstab um Headcoach Marco Grote. Daneben war der Verein noch einmal auf dem Transfermarkt erfolgreich: Mit Ludovit Reis kommt ein Fußballtalent vom FC Barcelona zu den Niedersachsen.

Sonntag, 04.10.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 21:34 Uhr
Bochums Robert Zulj (rechts) und Torwart Philipp Kühn von Osnabrück versuchen an den Ball zu kommen
Bochums Robert Zulj (rechts) und Torwart Philipp Kühn von Osnabrück versuchen an den Ball zu kommen Foto: Bernd Thissen/dpa

Wie sehr der VfL Osnabrück seine Gegner vom VfL Bochum entnervt hatte, zeigte sich unmittelbar nach dem Schlusspfiff am Freitag. Im Moment, als Schiedsrichter Alexander Sather das 0:0 Realität werden ließ, hielt Manuel Riemann den Ball in der Hand – dann warf er ihn hoch und drosch ihn volley voller Wut in hohem Bogen aus dem Ruhrstadion.

Minuten zuvor war Riemann, einst beim VfL im Tor, verbal eskaliert: Sein Trainer Thomas Reis hatte ihn angewiesen, nicht jeden Ball erst lange zu halten und dann lang und fantasielos auf Zielspieler Silvère Ganvoula in vorderster Linie zu schlagen, sondern auch mal den kurzen Ball zum Innenverteidiger zu spielen. Die folgende Replik des Keepers zu seinem Trainer ist an dieser Stelle nicht zitierfähig.

Nun hat Riemann natürlich seine Qualitäten als Spieleröffner, der neben der präzisen Bedienung des Stoßstürmers auch genaue Diagonalbälle auf Außenverteidiger und Flügelspieler beherrscht, die sich fernab des Balles an der Linie freigeschlichen haben. Im Normalfall eine Qualität in Bochums Spiel, die flinken Ballempfängern Raum und eine gute Position verschafft.

Osnabrück aber war darauf perfekt eingestellt: Die Innenverteidiger Lukas Gugganig und Maurice Trapp sowie die Sechser stellten Überzahl und Präsenz bei Kopfballduellen im Zentrum her – und der Rest des Teams postierte sich so geschickt in den Räumen zwischen den Bochumern, dass jeder Empfänger eines langen Passes in einem Vier-Sekunden-Sprint erreichbar war und bei der Ballannahme direkt in den Zweikampf gezwungen werden konnte. So verpuffte Bochums Plan, mit dem zusätzlichen Torwart-Feldspieler den Druck auf den VfL zu erhöhen.

Unter Druck stand der VfL nur zwischen der 20. und der 35. Minute, als einige fahrige Ballverluste in der Dreierreihe im defensiven Mittelfeld (Sven Köhler, Ulrich Taffertshofer, Bryan Henning) Bochum ins Spiel brachten. In dieser Phase retteten Paraden von Torwart Philipp Kühn – die Stärkste gegen den Schuss aus elf Metern von Milos Pantovic – die Null. Als Trainer Marco Grote das 4-3-1-2-System auf ein flaches 4-4-2 umstellte, erlangte der VfL die Stabilität zurück und verlor sie auch nicht mehr, als Bashkim Ajdini gegen Ende die Ampelkarte sah.

Eine starke Kollektivleistung gegen die potenzielle Spitzenelf, dazu zeigte der VfL spielerisch gute Ansätze. „Stellenweise hat uns noch die Tiefe im Spiel sowie die Klarheit und Konsequenz am und im gegnerischen Strafraum gefehlt“, sagte Grote. So hätte es des Spielglücks bedurft, dass die abgefälschten Schüsse von Köhler (24 Meter, Riemann parierte) oder des eingewechselten Maurice Multhaup (Strafraumeck, vorbei) den Weg ins Tor finden. Mehr drin war vielleicht bei zwei Kopfbällen von Marc Heider, der zu wenig Wucht in den Ball brachte.

„Ein absolut gelungener Saisonstart“, sagte Grote mit Blick auf fünf Punkte nach drei Spielen gegen durchaus namhafte Gegner. Auswärts ist der VfL saisonübergreifend sieben Spiele in Serie unbesiegt – Vereinsrekord.

Der Verein war noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv: Bis zum Ende der Saison 2020/21 leiht der VfL Osnabrück Ludovit Reis vom FC Barcelona aus. Der 20-jährige Mittelfeldspieler hat einen entsprechenden Vertrag bei den Lila-Weißen unterschrieben.

VfL-Sportdirektor Benjamin Schmedes sagt: „Ludovit Reis kann auf sämtlichen Positionen im Mittelfeld eingesetzt werden und verschafft unserem Kader damit weitere Flexibilität.“ Ludovit Reis ist aktueller U21-Nationalspieler der Niederlande. Er wird für den VfL mit der Rückennummer 6 spielen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7617112?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35348%2F
Nachrichten-Ticker