Kein Sieger im Derby zwischen SC Preußen und VfL Ladbergen
Dank „fliegender Hand Gottes“ zum 2:2

Lengerich -

Am Ende eines durchwachsenen Derbys zwischen dem SC Preußen Lengerich und dem VfL Ladbergen gab es keinen Sieger. Dennoch überschlugen sich in der Schlussphase des A-Liga-Spiels die Ereignisse.

Sonntag, 18.10.2020, 20:24 Uhr aktualisiert: 21.10.2020, 18:34 Uhr
Gleich klingelt es: Martin Fleige (Nr. 13) steigt hoch und köpft zum 1:1 für den SC Preußen ein.
Gleich klingelt es: Martin Fleige (Nr. 13) steigt hoch und köpft zum 1:1 für den SC Preußen ein. Foto: Jörg Wahlbrink

Fehlpässe und Fouls, jede Menge Kampf und Krampf – wer das A-Liga-Derby zwischen dem SC Preußen und dem VfL Ladbergen am Sonntagnachmittag nicht gesehen hat, der hat auch nichts versäumt. Positiv dürften die Protagonisten hüben wie drüben allenfalls registriert haben, dass keiner verloren hat, denn das Derby endete leistungsgerecht mit einem 2:2 (1:1)-Unentschieden.

Anfangs schien sich ein fußballerisches Spektakel anzukündigen, denn schon nach fünf Minuten traf Preußens Timo Zimmermann die obere Torstange. Doch es blieb für lange Zeit der einzige Aufreger in einem Spiel, in dem sich beide Teams neutralisierten. Der VfL agierte zunächst verhalten, suchte nur selten den Weg zum gegnerischen Tor. Auf der anderen Seite zeigte sich, dass den Preußen – wie schon in manchen Partien zuvor – die spielerischen Mittel fehlten, um Ladbergens Abwehr in Verlegenheit zu bringen.

Erst in der 23. Minute kam Farbe ins Spiel. Nach einem Eckstoß von Marcel Witzke stieg Fabian Büker am höchsten und köpfte zur 1:0-Führung des VfL ein. Auf ähnliche Weise fiel zehn Minuten später auf der anderen Seite der Ausgleich. Jonathan Westhoff schlug den Ball aus dem rechten Halbfeld hoch in den Ladberger Strafraum hinein. Preußens Goalgetter Martin Fleige hatte sich ein Stück von VfL-Innenverteidiger Daniel Kemper abgesetzt und vollendete per Kopf zum 1:1.

Die einzige weitere Chance der Preußen resultierte aus einem Freistoß von Bewar Deger in der 36. Minute, nachdem Zimmermann gefoult worden war, doch VfL-Keeper Abdoul Midjiyawa tauchte ab und lenkte den Ball zur Ecke.

Vier Minuten nach dem Seitenwechsel schlug Deger das Leder per Eckstoß in den gegnerischen Strafraum, aber der am ersten Pfosten lauernde Westhoff war zu überrascht und konnte den Ball nicht ins leere Tor bugsieren. Es blieb zunächst beim 1:1, und die Partie verflachte nun zusehends. Es gab viele Fouls und noch mehr Fehlpässe. Preußen zeigte zwar etwas mehr Präsenz, doch fußballerisch hatte das, was beide Mannschaften ablieferten, weder Sinn noch Verstand.

Erst in der Schlussphase wurde es turbulent. In der 88. Minute eroberte der eingewechselte Arnold Keszegpal den Ball, wobei sein Tackling an Westhoff eigentlich hätte abgepfiffen werden müssen. Der Schiedsrichter ließ jedoch weiterlaufen, sodass Keszegpal auf Büker ablegte, der zur umjubelten Ladberger 2:1-Führung einschoss.

Den Preußen lief nun die Zeit davon. Dass es dennoch ein halbwegs versöhnliches Ende gab, hatten die Preußen ausgerechnet VfL-Akteur Büker zu verdanken, der nach einer Flanke hochstieg und den Ball für alle sichtbar mit dem nach oben ausgestreckten Arm berührte. Den fälligen Handelfmeter verwandelte Ole Schürbrock zum 2:2-Endstand.

„Das 2:2 geht so in Ordnung. Ärgerlich ist nur, dass es auch drei Punkte für uns hätten sein können, wenn da nicht in der letzten Minute die Hand Gottes hochgeflogen wäre“, sagte VfL-Trainer Stefan Kilfitt an seiner alten Wirkungsstätte. Für den SC Preußen war das 2:2 nach den dürftigen Leistungen der vergangenen Wochen nicht der erhoffte Befreiungsschlag. Trainer Pascal Heemann ärgerte sich vor allem über das nicht geahndete Tackling, das zum zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand geführt hatte: „Das hätte der Schiedsrichter drei Mal abpfeifen müssen.“ Zur Leistung seiner Mannschaft sagte er: „Das Ergebnis ist völlig gerecht, obwohl wir die besseren Chancen hatten. Wir müssen uns mit dem Punkt zufriedengeben, weil wir im Moment nicht mehr abrufen können. Deshalb müssen wir diese Phase überstehen, um dann wieder in einem positiven Lauf zu kommen.“ –Tore: 0:1 Büker (23.), 1:1 Fleige (33.), 1:2 Büker (88.), 2:2 Schürbock (90./Foulelfmeter).

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