Besorgniserregender Rücklauf an Mannschaftsmeldungen im Fußballkreis Tecklenburg
Aderlass in allen Altersklassen

Tecklenburger Land -

Die Entwicklung im Juniorenfußball im Fußballkreis Tecklenburg stimmt bedenklich. Gegenüber dem vergangenen Jahr ist ein Rückgang an Mannschaftsmeldungen zu verzeichnen.

Donnerstag, 12.11.2020, 14:04 Uhr
Preußen Lengerich steht mit 18 gemeldeten Juniorenteams an Nummer drei im Fußballkreis Tecklenburg.
Preußen Lengerich steht mit 18 gemeldeten Juniorenteams an Nummer drei im Fußballkreis Tecklenburg. Foto: Walter Wahlbrink

 

Nach einem Blick auf die zurückliegenden zehn Spieljahre waren die Mannschaftsmeldungen im Juniorenfußball stetig rückläufig. In dieser Saison ist der Rückgang im Fußballkreis Tecklenburg schon besorgniserregend. Der Aderlass zieht sich durch alle Altersklassen. Ob es jedoch speziell in dieser Saison eine Verbindung mit der Corona-Pandemie gibt, lässt sich pauschal nur schwer nachvollziehen.

In der Vorsaison konnte der starke Abwärtstrend der letzten zehn Jahre noch gestoppt werden. Während im vergangenen Spieljahr 318 Mannschaften am Spielbetrieb teilnahmen, sind es in dieser Saison nur noch 285 Teams. Dass sind 33 Teams weniger. Im Vergleich gingen im Spieljahr 2010/11 noch 396 Mannschaften an den Start. So hat der TE-Kreis in den vergangenen zehn Jahren 111 Nachwuchsmannschaften verloren. Noch nie hatte der TE-Kreis so wenig A-Juniorenteams wie in dieser Spielzeit. In der Vorsaison waren es noch 26 Teams, im aktuellen Spieljahr sind es nur 19 Mannschaften.

Die A-Junioren Kreisliga A setzt sich erstmals in der TE-Geschichte nur noch aus zehn Mannschaften zusammen. Die Kreisliga B aus sechs Teams. So schwach war die älteste Altersklasse noch nie besetzt. Nur die Ibbenbürener SV und Arminia Ibbenbüren stellen in der Kreisliga B ein Reserveteam. Das Positive ist, dass nach vielen mageren Jahren mit der Ibbenbürener SV, SF Lotte und Eintracht Mettingen drei TE-Mannschaften überkreislich vertreten sind.

Die Team-Entwicklungen der B-, C- und D-Junioren sind gegenüber dem Vorjahr einigermaßen stabil geblieben. Dennoch ist die C-Junioren-Kreisliga-A das Sorgenkind im Juniorenfußball. Nur noch sieben Vereine sind bereit, ihre Kräfte in der Leistungsklasse zu messen. Grund ist das Leistungsgefälle der Teams. Große Sorgen bereiten die rückläufigen Mannschaftsmeldungen in den unteren Altersklassen der E-, F- und G-Junioren.

Wie bereits berichtet sind die Mannschaftsmeldungen bei den Juniorinnen in den vergangen Jahren stark rückläufig. Vor drei Jahren gingen noch 41 Mädchenteams in vier Altersklassen an den Start, in der aktuellen Saison sind es nur noch 26 Mannschaften. Nach einem Blick auf die Mannschaftsmeldungen der einzelnen Vereine hält die DJK Arminia Ibbenbüren mit 28 Teams immer noch die Spitze. Fast alle Vereine haben Einbußen. Erfreulich ist, dass zehn Junioren- und vier Mädchenteams überkreislich spielen. So viele waren es noch nie. Die Qualität scheint trotz der Einbußen noch vorhanden zu sein. Der Verlust der Mannschaften hat sich durch alle Kreise des FLVW gezogen. Insgesamt meldeten die Vereine in Westfalen 304 Mannschaft weniger als in der Vorsaison. Kreisjugendobmann(KJO) Helmut Hettwer aus Lienen ist auch beim Verband als Staffelleiter tätig und hat den Abwärtstrend im gesamten FLWV schon länger im Auge. „Mit der Bildung von Jugendspielgemeinschaften haben die Vereine nun eine Perspektive für die Zukunft. Der Rückgang der A-Junioren in unserem Kreis macht mich auch nachdenklich. Corona spielt sicher auch eine Rolle und hat einige Nachwuchsspieler beim ersten Lockdown scheinbar aus der Bahn geworfen“, sagt Hettwer. Im TE-Kreis haben sich 20 Vereine in einer Jugendspielgemeinschaft(JSG) zusammengeschlossen. Nach der demografischen Entwicklung sorgt die Corona-Pandemie scheinbar für weitere Probleme im Juniorenfußball. Bleibt zu hoffen, das der zweite Lockdown keine Auswirkungen auf die Stabilität der Nachwuchsmannschaften hat und es im Laufe der Saison zu keinen weiteren Abmeldungen kommt.

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