Lottes Ex-Trainerin Imke Wübbenhorst
Bereit für einen neuen Anfang

Lotte/Osnabrück -

Seit Dezember ist Imke Wübbenhorst nicht mehr Trainerin der Sportfreunde Lotte. Trotzdem ist das Kapitel Lotte noch nicht beendet – weder für die Sportfreunde noch für sie selbst. Da sie im April vergangenen Jahres einen Vertrag mit einer Gültigkeitsdauer bis zum 30. Juni 2022 unterschrieben hatte, steht die 32-Jährige noch 16 Monate auf der Gehaltsliste der Sportfreunde.

Freitag, 22.01.2021, 17:38 Uhr
Seit Dezember ist Imke Wübbenhorst nicht mehr Trainerin in Lotte. Sie steht aber noch auf auf der Gehaltsliste der Sportfreunde, weil ihr Vertrag bis zum 30. Juni 2022 läuft.
Seit Dezember ist Imke Wübbenhorst nicht mehr Trainerin in Lotte. Sie steht aber noch auf auf der Gehaltsliste der Sportfreunde, weil ihr Vertrag bis zum 30. Juni 2022 läuft. Foto: Jürgen Peperhowe

Vor knapp fünf Wochen wurde Imke Wübbenhorst als Trainerin der Sportfreunde Lotte entlassen. Seitdem war die 32-Jährige öffentlich nicht mehr in Erscheinung getreten. Sie hat die Zeit genutzt, um das Aus beim heimischen Fußball-Regionalligisten zu reflektieren und einzusortieren.

Im NDR 2 Bundesligashow-Podcast äußerte sie sich erstmals wieder. Daraus geht hervor, dass das Kapitel Lotte noch nicht ganz abgehakt ist – weder für die Sportfreunde noch für sie selbst. Die Fußball-Lehrerin hatte im April vergangenen Jahres einen bis zum 30. Juni 2022 gültigen Vertrag unterzeichnet. Bis dahin stände sie noch auf der Gehaltsliste der Sportfreunde, sollten sich beide Parteien nicht auf eine Vertragsauflösung einigen. „Ich habe das meinem Anwalt übergeben. Ich bin da ganz entspannt“, erklärt Wübbenhorst, die nach wie vor in Osnabrück wohnt, gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk.

In dem Gespräch wurde deutlich, dass sie den Gang vors Arbeitsgericht am liebsten vermeiden würde – sie würde sich davor aber auch nicht scheuen. Zunächst allerdings kommt es beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu einem Schlichtungsverfahren. „Ich hoffe, dass es eine schnelle Einigung gibt, weil es nicht mein Ansinnen war, vorzeitig auszuscheiden und schon gar nicht, im Streit auseinanderzugehen.“ Sie sagt, die einmonatige Auszeit habe nicht geschadet, um all das aufzuarbeiten, was in Lotte geschehen sei. „Aber ich bin der Typ, der arbeiten möchte. Deshalb hoffe ich auf eine schnelle Einigung. Mir brennt es unter den Fingernägeln, neue Aufgaben anzugehen.“

Noch ist nicht absehbar, wann das wieder sein wird. Sie hatte viel geopfert, ihre Wohnung aufgegeben, sich von ihrem Beruf als Gymnasiallehrerin in Bad Zwischenahn beurlauben lassen und 15 000 Euro in ihre Ausbildung investiert. Lotte sollte ihre erste Station sein, um sich in der Domäne „Männer-Fußball“ zu etablieren.

„Beschissen“, sagt sie, habe sie sich gefühlt, als ihr am 14. Dezember die Kündigung ausgesprochen worden sei. „Es war ein herber Rückschlag für mich, auch emotional, weil ich viel investiert habe. Letztlich jedoch kriegst du den Schwarzen Peter zugeschoben, weil du als Trainer das schwächste Glied in der Kette bist.“

In Lotte habe sie vieles mitgenommen, was sie sich auf ihrer nächsten Station genauer angucken werde. „Im Umfeld war es nicht immer leicht. Da weiß ich, worauf ich in Zukunft zu achten habe.“ Als sie zu den Sportfreunden kam, räumt sie im Nachhinein ein, „habe ich all das außen vor gelassen, weil ich diese Chance bekommen habe, als Trainerin zu arbeiten. Ich bin ein Typ, der anderen mitunter zu schnell vertraut.“

Offen ist noch, wie es für sie weitergeht. Vor ihrem Engagement in Lotte hatte Imke Wübbenhorst einen Antrag auf Sonderurlaub bei der niedersächsischen Schulbehörde gestellt. Sie wolle sich nun weiterbilden und networken, „um irgendwann einmal die Möglichkeit zu haben, wieder reinzukommen“, wie sie sagt. Stand jetzt werde es vermutlich aber bis Sommer oder darüber hinaus dauern, bis sie sich mit den Sportfreunden geeinigt habe.

Sie könne sich gut vorstellen, künftig auch in zweiter Reihe dem Fußball verbunden zu bleiben. „Als Co-Trainerin, Videoanalystin oder als Individualtrainerin“, wie die gebürtige Ostfriesin zu verstehen gibt. „Ich kann mir aber auch vorstellen, zurück an eine Schule mit fußballerischem Schwerpunkt zu gehen. Da bin ich total offen.“

Auch wenn das Kapitel Lotte für Imke Wübbenhorst wegen der ausstehenden Modalitäten noch nicht abgeschlossen ist, erweckt die 32-Jährige dennoch den Eindruck: Leidenschaft und Energie sind zurück, um neue Ziele in Angriff zu nehmen.

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