2. Bundesliga: VfL gegen Bochum unter Zugzwang
Gemeinsam zum Befreiungsschlag?

Osnabrück -

Die Stimmungslage beim VfL Osnabrück könnte sich in den nächsten Tagen den vorhergesagten eisigen Temperaturen anpassen. Könnte – wenn die Lila-Weißen an diesem Samstag (13 Uhr) ihre Talfahrt in der 2. Fußball-Bundesliga fortsetzen

Freitag, 05.02.2021, 19:50 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 19:53 Uhr
Luc Ihorst (vorne) ist nach abgesessener Rotsperre wieder spielberechtigt.
Luc Ihorst (vorne) ist nach abgesessener Rotsperre wieder spielberechtigt. Foto: David Inderlied/dpa

. Im Fahrstuhl nach unten muss ausgerechnet ein Befreiungsschlag gegen ein weiteres Topteam der Liga her. Der Tabellenzweite VfL Bochum ist zu Gast an der Bremer Brücke. Die Jungs „vonne Castroper Straße“ strotzen vor Selbstvertrauen – und wollen nach elf Jahren mit aller Macht zurück in die Bundesliga.

Der Blick in die Statistik liefert besorgniserregende Zahlen: Sollte der VfL gegen die Bochumer verlieren, wäre das die siebte Heimniederlage in Folge – und auch nur ein lila-weißer Negativrekord. Der letzte Heimsieg liegt mehr als drei Monate zurück – 2:1 gegen den SV Sandhausen am 31. Oktober 2020. Mit einer erneuten Pleite würde der VfL nach dem 2:1 am 3. Januar 2021 bei Holstein Kiel die sechste Niederlage in Folge kassieren. Eine solche Negativserie gab es nicht einmal in den Spielzeiten 2003/04 sowie 1983/84, die mit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga endeten.

Mit solchen Zahlen und erst recht nicht mit den Kommentatoren, die momentan in den verschiedenen Internetforen den VfL auf dem sicheren Weg in die 3. Liga sehen, beschäftigt sich Trainer Marco Grote nicht: „Ruhig bleiben“ sei das Gebot der Stunde, „ich lese so etwas gar nicht“. Der Coach erinnert dabei an das Ziel, das der VfL vor dieser Saison formuliert hatte: ein weiteres Jahr in der 2. Fußball-Bundesliga überstehen: „Nur das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren.“ Er räume aber ein, dass seine Mannschaft vor Wochen mit der letzten halben Stunde gegen die Würzburger Kickers (2:3) aus dem Tritt gekommen sei. Nun sei man aber wieder in der richtigen Spur, „und wir haben die Möglichkeit, dem VfL Bochum auf Augenhöhe zu begegnen – und werden alles dafür tun, etwas Zählbares bei uns zu behalten“.

Bashkim Ajdini, der am vergangenen Montag in Hannover nach seiner Verletzungspause sein Comeback hatte, pflichtet seinem Trainer bei: „Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, dass sie nicht alles in die Waagschale wirft. In den letzten Spielen haben wir gezeigt, dass wir kämpfen und beißen wollen – und dass wir das hier leben und wissen, für was der Verein steht.“ Er sei schon länger beim VfL, „und ich habe schon ganz andere Zeiten mitgemacht“. Er könne sich noch gut an die Saison 2017/18erinnern, als der VfL gerade noch den Abstieg aus der 3. Liga verhindert habe, „dann wären hier möglicherweise die Lichter ausgegangen“. Im Vergleich dazu sei die aktuelle Situation harmlos. „Wir müssen dran glauben. Ich wünsche mir so sehr, dass wir mal wieder ein Spiel gewinnen.“

Viele Worte, viele Wünsche. Der VfL muss jetzt auch mal wieder liefern. Gut möglich, dass Neuzugang und Offensivkraft Sebastian Müller (vor wenigen Tagen von Arminia Bielefeld ausgeliehen) schon im Kader steht. Grote: „Er ist ein Kandidat – und macht bisher einen guten Eindruck.“ Die weitere Neuverpflichtung Jay-Roy Grot (zuletzt Leeds United) habe nach einer Verletzung noch einen Trainingsrückstand. Also: keine Option für das Bochum-Spiel.

Ansonsten gewährt Grote wie immer keine konkreten Einblicke in seine personellen Überlegungen. Youngster Luc Ihorst steht nach seiner Rotsperre wieder zur Verfügung. Ob Routinier David Blacha – seit drei Spielen Bankdrücker – wieder eine Chance in der Startelf bekommt, lässt der Trainer offen: Wenn „Blacho“ spiele, „muss ja auch jemand raus“. Er zähle in jedem Fall – wie alle anderen auch – zu den Kader-Kandidaten.

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