Handball: Verband erstattet 25 Prozent an Spielklassenbeiträgen zurück – TE-Vereine sind zufrieden
Solidarität steht an erster Stelle

Tecklenburger Land -

Der Handball ruht auch im Tecklenburger Land auf unbestimmte Zeit. Der Verband zeigt sich entgegenkommend und veranlasst eine teilweise Rückerstattung der eingezahlten Spielklassenbeiträge. Die Vereine sind zufrieden – zumindest die im Tecklenburger Land.

Donnerstag, 18.02.2021, 17:59 Uhr aktualisiert: 18.02.2021, 18:02 Uhr
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Bild mit symbolischem Charakter: Foto: Sportfoto Zink/Alexander Schli

Die Corona-Pandemie verhindert in dieser Saison im Handball weitgehend einen regulären Spielbetrieb. Hinzu kommt, dass es den Aktiven des TV Kattenvenne , des TSV Ladbergen und der HSG Hohne /Lengerich aufgrund des heftigen winterlichen Intermezzos in den ersten Tagen dieses Monats kaum möglich war, ihre Hausaufgaben in Form von Trainingsläufen zu erledigen. Und an eine Fortsetzung des Spielbetriebs ist nicht zu denken. Nur wenige Partien sind bislang absolviert – und ob überhaupt noch welche hinzukommen, ist gegenwärtig nicht abzuschätzen.

Deshalb erlässt der Handballverband Westfalen seinen Vereinen ein Viertel der Spielklassenbeiträge. „Für die Hinserie haben wir schon 25 Prozent zurücküberwiesen und auch für die Rückrunde wird es wohl so laufen“, sagt Udo Fricke, Geschäftsstellenleiter des Handballverbandes Westfalen (HVW). Dass nicht mehr erstattet werden könne, habe mit den unabhängig vom Spielbetrieb bestehenden Fixkosten zu tun. Die Geschäftsstelle und ihre Mitarbeiter müssten genauso wie Verbandstrainer weiterhin bezahlt werden. Auch an den Verwaltungskosten ändere sich nichts. „Wir wissen, dass es den Vereinen genauso dreckig geht wie uns. Wir denken, dass 25 Prozent Erstattung eine Größenordnung sind, die für beide Seiten erträglich ist“, sagt Fricke.

Für die Handballvereine aus dem Tecklenburger Land ist das eine Lösung, mit der sie leben können. Jeweils 750 Euro hatten die beiden heimischen Landesligisten TSV Ladbergen und der TV Kattenvenne als Spielbeitrag vor Saisonbeginn zu entrichten. Für Bezirksligist HSG Hohne/Lengerich liegt der Obolus bei 400 Euro.

„Sicherlich fehlen uns die Einnahmen aus den Heimspielen, bei denen wir ja auch noch die eine oder andere Bratwurst verkauft haben“, gibt Stefan Hülsmeier zu bedenken. „Aber hinsichtlich der Verbandsabgabe bleiben wir ganz entspannt“, fügt der Handballobmann des TV Kattenvenne hinzu. „Wenn der Verband von sich aus 25 Prozent an Rückerstattung anbietet, finde ich das in Ordnung. Wir werden jetzt nicht hingehen und 50 Prozent verlangen.“ Schließlich habe der Verband fixe Kosten. „Und viele Aufgaben werden ja auch ehrenamtlich erledigt“, erläutert Hülsmeier.

Beim TSV Ladbergen hat man sich in ähnlicher Weise mit dem Angebot des Handballverbandes arrangiert. „Obwohl uns seit einem Jahr Zuschauereinnahmen fehlen“, sagt Stefan Ferlemann. „Deshalb ist jeder Euro eigentlich Gold wert.“ Gleichwohl betont der TSV-Sportleiter, „dass wir kein Fass aufmachen werden“, wenn es um die Rückerstattung von Spielbeiträgen geht. „Wenn der Verband auf uns zukommt, werden wir das annehmen.“

Die Bezirksliga, der die HSG Hohne/Lengerich angehört, fällt in den Zuständigkeitsbereich des Handballverbandes Münsterland. Dessen Vorsitzender Daniel Hooge hat bereits angekündigt, dass sich der Verband dem Prozedere des Dachverbandes anschließen werde. „Natürlich werden auch unsere Vereine eine Erstattung erhalten. Wir haben uns allerdings dafür entschieden, mit der Erstattung zu warten, bis die Saison wirklich beendet ist. Erst dann können wir beurteilen, wie viel Spielbetrieb tatsächlich stattgefunden hat“, verkündet der Kattenvenner und verweist damit auf eine denkbare Fortsetzung des Spielbetriebs auf freiwilliger Basis. „Ich selbst habe als stimmberechtigtes Mitglied auf Verbandsebene für eine Erstattung gestimmt, das war auch der Wunsch des Präsidiums. Ob es in zwei Teilzahlungen, wie beim HVW, oder in einer Summe am Ende der Saison ausgezahlt wird, das sollte jede Organisation für sich entscheiden. Denkbar wäre ja auch, die Erstattung mit den fälligen Spielbeiträgen der nächsten Saison zu verrechnen. Wir werden vorerst abwarten und nach dem Ende der Spielzeit entscheiden, wie wir verfahren.“

Friedrich-Wilhelm Blömker sagt, er könne diese Argumention nachvollziehen. „Wir durchleben eine Zeit, in der nichts normal ist. Deshalb sollte Solidarität an erster Stelle stehen“, so der Vorsitzende der HSG Hohne/Lengerich.

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