Fußball: Ein Aufsteiger mit bemerkenswerter Bilanz
SW Lienen rockt die Kreisliga

Lienen -

A-Ligist SW Lienen wartet mit einer bemerkenswerten Bilanz in der Kreisliga A auf. Bemerkenswert deshalb, weil die Mannschaft nach dem Aufstieg aus der B-Liga im ersten Jahr im Kreisliga-Oberhaus mitmischt.

Montag, 02.03.2020, 19:56 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 17:22 Uhr
Lienens Lebensversicherung: SW-Kapitän Yannick Lunow (li.) hat schon 14 Treffer auf seinem Konto.
Lienens Lebensversicherung: SW-Kapitän Yannick Lunow (li.) hat schon 14 Treffer auf seinem Konto. Foto: Jörg Wahlbrink

„Lienen spielt offensiven, attraktiven Fußball. Deshalb ist die Mannschaft sicherlich eine Bereicherung für die Kreisliga A“, sagte Saer­becks Holger Althaus vor dem Spiel bei den Schwarz-Weißen am Sonntag. Wenn der Trainer einer gegnerischen Mannschaft zu solch einem Urteil kommt, dann ist es kein vergiftetes Kompliment, sondern ehrliche Anerkennung für den Zustand einer Mannschaft.

Den Beleg für diese Einschätzung lieferten die Lienener am Sonntag, auch wenn es gegen den SC Falke nur zu einem 2:2-Remis reichte. Dennoch zeigten die Schwarz-Weißen, welch erstaunliche Offensivqualität in ihnen steckt.

Maik Horstkotte registriert diese Entwicklung mit Freude. Aber er selbst wie seine Trainer-Kollegen Sebastian Ruwisch und An­dreas Horstmeier sind auch ein bisschen überrascht. Denn dieser ausgeprägte Hurra-Stil entspricht nicht unbedingt dem, was bei ihnen ganz oben auf der Agenda steht. „Als Aufsteiger wollen wir eigentlich aus einer sicheren Abwehr kontrolliert nach vorne spielen“, sagt Horstkotte. „Aber wenn die Jungs diesen Drang nach vorne entwickeln, können wir sie schlecht hinten anbinden“, fügt er hinzu, womit er im Vergleich zu manch anderem A-Ligisten auf ziemlich hohem Niveau klagt.

57 Tore haben die Schwarz-Weißen in den 19 bislang absolvierten Punktspielen erzielt. Für einen Aufsteiger ist das aller Ehren wert, zumal Arminia Ibbenbüren als Tabellenzweiter nur einmal mehr getroffen hat. „Für solch einen kleinen Dorfverein wie wir es nun einmal sind“, sagt Horstkotte, „ist das schon ein ganz ordentliches Ergebnis.“

Auch das fachkundige Lienener Fußball-Publikum registriert diese wundersame Wandlung, die sich in den knapp zwei Jahren unter der Regie des Trainer-Trios vollzogen hat, mit wachsendem Interesse. Wenn die Schwarz-Weißen zu ihren Heimspielen in die „OEG Arena“ bitten, dann finden sich immer mehr Besucher ein; auch schon mal Bürgermeister Arne Strietelmeier, dessen Leidenschaft neben der Leitung der Gemeindeverwaltung auch – und das in besonderem Maße – dem Fußball gilt. Es bewegt sich was im Lienener Fußball – vor allem dann, wenn die Clubs aus der Nachbarschaft aufkreuzen. Gegen Preußen Lengerich waren es mehr als 300 Zuschauer. „Dann gibt´s langsam Gänsehaut“, weiß Horstkotte offenkundig aus eigener Erfahrung.

Nun gibt es von der Lienener „Torfabrik“ allerdings auch eine Kehrseite der Medaille. So haben die Schwarz-Weißen zwar 57 Treffer erzielt – aber auch schon 65 kassiert. Das ist der Grund, weshalb sie tabellarisch momentan nur an Nummer elf geführt werden und mit 22 Punkten längst noch nicht auf der sicheren Seite sind. Das weiß auch Horstkotte.

Der VfL Ladbergen benötigte in der vergangenen A-Liga-Saison 34 Zähler zum Klassenerhalt. Daran orientieren sich die Lienener. „Wir benötigen mindestens noch 14 Punkte“, rechnet Horstkotte vor, „oder fünf Siege. Sobald wir die haben, sehen wir alles Weitere ganz entspannt.“

Aussprechen will es keiner, doch unterschwellig erhärtet sich der Eindruck: In Lienen glauben sie fest daran, den Klassenerhalt zu bewerkstelligen. Horstkotte ebenfalls – auch wenn er es nicht sagt.

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