Corona: Vereine vermissen klare Ansagen
Keine generellen Absagen

Kreis Tecklenburg -

Durchaus unterschiedlich sind die Maßnahmen, mit denen die Sportverbände auf das Coronavirus reagieren. In einer Hinsicht befinden sie sich allerdings auf einer Linie. Generelle Absagen gibt es in den jeweiligen Spielklassen bisher nicht.

Mittwoch, 11.03.2020, 19:38 Uhr aktualisiert: 12.03.2020, 16:08 Uhr
Unterschiedlich sind die Maßnahmen, mit denen Fuß-, Hand-, und Volleyballer sowie Tischtennisspieler auf das Corona-Virus reagieren.
Unterschiedlich sind die Maßnahmen, mit denen Fuß-, Hand-, und Volleyballer sowie Tischtennisspieler auf das Corona-Virus reagieren. Foto: jöw/hg

Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) hat am Dienstagabend die Saison aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus vorzeitig beendet. Die Play-offs werden nicht mehr gespielt, einen Meister gibt es folglich in diesem Jahr nicht. In der Fußball-Bundesliga werden am Wochenende die meisten Partien ohne Zuschauerbeteiligung ausgetragen. Aber wie verhält es sich auf lokaler Ebene, in den Fußball-, Handball- oder Tischtennis-Kreisligen? Das wollten die Westfälischen Nachrichten wissen.

 

Helmut Hettwer (VorsitzenderFußballkreisSteinfurt): „Eine generelle Spieltagabsage gibt es von Kreisseite momentan nicht“, sagt Helmut Hettwer. Der Vorsitzende des Fußballkreises Tecklenburg verweist in diesem Zusammenhang auf ein Schreiben des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW), in dem der Verband den Vereinen Empfehlungen im Umgang mit dem Coronavirus an die Hand gibt. In diesem Schreiben heißt es: „Die Task Force des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen informiert seine Vereine, dass Spiele ausschließlich unter Umsetzung der Verordnungen des NRW-Gesundheitsministeriums vom 10. März ausgetragen werden. Dies gilt auch für Entscheidungen der örtlichen Behörden, Veranstaltungen nur mit einer gewissen Personenanzahl stattfinden zu lassen. Aufgrund der Tatsache, dass die Zahl der Amateurspiele mit einem Zuschaueraufkommen in Höhe von 1000 Zuschauern überschaubar ist, gilt hier das Vorgehen zur Prüfung des Einzelfalls in Absprache mit den zuständigen Behörden.“ Aktuell plant der FLVW die laufende Saison 2019/2020 wie vorgesehen bis zum Sommer 2020 zu Ende zu spielen, um Auf- und Absteiger zu ermitteln und Vereinen Planungssicherheit zu geben.

Der FLVW steht mit den örtlichen Gesundheitsbehörden und Krisenstäben in Kontakt, um auf mögliche Entwicklungen umgehend zu reagieren und dies dann auch zu kommunizieren. Darüber hinaus gilt, dass im Fall einer diagnostizierten Corona-Infektion bzw. eines Verdachts mit Quarantäneanordnung im direkten Vereinsumfeld der Staffelleiter zu informieren ist. Dann wird das betreffende Spiel verlegt. Der Ausfall einzelner Spielerinnen und Spieler, die bei einem Verdacht nicht in direktem Kontakt zur Mannschaft standen und stehen, berechtigt grundsätzlich nicht zu einer Spielabsetzung. Hier ist die Verhältnismäßigkeit zu wahren, da in anderen Fällen von Erkrankungen und Verletzungen keine Absetzung möglich ist, um überhaupt einen geregelten Spielbetrieb betreiben zu können, heißt es in dem Schreiben. Für den Spielbetrieb in den heimischen Ligen bedeutet das, dass die Spiele der A-Ligisten TuS Tecklenburg (gegen VfL Büren), VfL Ladbergen (gegen SV Dickenberg) und Preußen Lengerich (bei Arminia Ibbenbüren) am Sonntag ausgetragen werden. So der Stand bis gestern. Ob die Regionalliga-Partie der Sportfreunde Lotte gegen den Bonner SC am Samstag angepfiffen wird, entscheidet sich voraussichtlich heute.

Dagegen steht bereits fest, dass die Hallenkreismeisterschafts-Endrunde der E-Junioren am Wochenende ausfällt. „Wir alle tragen eine große Verantwortung und müssen besonnen und rational mit der Lage umgehen. Aus dieser Verantwortung heraus haben wir uns in einem ersten Schritt dazu entschlossen, alle Veranstaltungen unter einem Hallendach für das Wochenende 14/15. März abzusetzen. Betroffen von dieser Absetzung ist die Hallenkreismeisterschaft der E-Junioren in Mettingen“, heißt es in einer Mitteilung des Westfälischen Fußball-Verbandes.

HeinerHüging(VorsitzenderTischtenniskreisSteinfurt): „Wir orientieren uns an den Vorgaben und Empfehlungen, die vom Verband kommen werden. Da die laufende Saison eh Ende März, Anfang April abgeschlossen ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie vorzeitig beendet wird. Zumal die Zuschauerzahlen sich da ja auch in Grenzen halten. Anders sieht das bei Veranstaltungen wie Ranglistenturnieren oder größeren Mitgliederversammlungen aus.“

 

DanielHooge(VorsitzenderHandballkreisMünster): „Wir haben uns gestern Abend getroffen, um uns beraten. Die Vereine werden von uns im Verlauf des heutigen Tages informiert.“

 

Karlo Keller (Manager der Drittliga-Volleyballer der Tecklenburger Land Volleys):„Wenn die Stadt verbietet, in Laggenbeck zu spielen, dann sollen wir das Heimrecht mit dem Gegner tauschen“, so die Anweisung der Staffelleitung laut Karlo Keller. „Und das wäre ziemlich ungerecht. Es kann doch nicht sein, dass in der einen Stadt gespielt werden darf und in der anderen nicht“, sagt Keller.

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