Trainingsauftakt beim VfL Osnabrück: Co-Trainer Dogan, neue Spieler, Erkenntnisse zur Torwartfrage
Ein neues Konstrukt – offen für alle

Osnabrück -

Zwei neue Gesichter im Kade, mit Deniz Dogan ein bekanntes Gesicht als neuer Co-Trainer – beim VfL Osnabrück tut sich was. Abgeschlossen sind die Planungen für die neue Saison noch nicht, betont Sportdirektor Benjamin Schmedes beim Trainingsauftakt auf der Illoshöhe.

Mittwoch, 05.08.2020, 06:33 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 16:46 Uhr
Das neue Trainergespann Deniz Dogan (Co-Trainer, links) und Marco Grote (Cheftrainer, rechts) des VfL Osnabrück begrüßt mit Abstand die Neuen (von links) Timo Beermann, Luc Ihorst, Maurice Multhaup, Hakim Traoré und Marc Augé.
Das neue Trainergespann Deniz Dogan (Co-Trainer, links) und Marco Grote (Cheftrainer, rechts) des VfL Osnabrück begrüßt mit Abstand die Neuen (von links) Timo Beermann, Luc Ihorst, Maurice Multhaup, Hakim Traoré und Marc Augé. Foto: Tobias Mönninghoff

Zum Trainingsauftakt für die Zweitliga-Saison 2020/21 hat der Kader des VfL Osnabrück mit zwei Zugängen etwas mehr Kontur bekommen – mit Deniz Dogan kehrt ein bekanntes Gesicht als Co-Trainer zurück. Eine gute Basis – aber natürlich bleiben Baustellen, bestätigten Sportdirektor Benjamin Schmedes und Trainer Marco Grote. Fakten und Beobachtungen von Platz zwei der Illoshöhe am späten Montagnachmittag.

Die Kaderplanung: Mit dem talentierten Luc Ihorst sowie dem flinken Marcel Multhaup verfügt Grote nun über zwei neue Offensivspieler mit Potenzial – sie sind Zugänge zwei und drei des VfL Osnabrück nach dem erfahrenen Innenverteidiger Timo Beermann. Angesichts der neun Abgänge – darunter vier Säulen mit mindestens 22 Einsätzen sowie der Aufstiegs-Keeper der Saison 2018/19 – ist klar, dass Grote sagt: „Wir sind nicht fertig.“ Sportdirektor Schmedes ergänzt, man suche weiter vor allem in der Offensive und im Tor.

Die Torwart-Situation: „Er ist nicht der einzige Kandidat, mit dem wir uns beschäftigen“, sagte Schmedes etwas zurückhaltend über Moritz Nicolas – vom Interesse des VfL am 22-jährigen Keeper, der einen U-21-Länderspieleinsatz in der EM-Qualifikation vorweisen kann, hatte zuvor der „Kicker“ berichtet. Nicolas steht bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag und ist eigentlich noch bis Sommer 2021 an den 1. FC Union Berlin ausgeliehen. Für die Eisernen hatte er in der vergangenen Bundesligasaison einmal gespielt – beim 0:4 in Hoffenheim am 33. Spieltag. Dass der VfL mit seinem erfahrenen Torwarttrainer Rolf Meyer ein gutes Pflaster für junge Keeper ist, um zu reifen, ist mit den Karriereverläufen von Manuel Riemann, Marvin Schwäbe und Daniel Heuer Fernandes bekannt. Die Vertragsgespräche mit zwei beteiligten Clubs könnten allerdings kompliziert werden.

Weil Union nach dem Abgang seines Stammtorwarts Rafal Gikiewicz mit Andreas Luthe am Montagabend einen Nachfolger verpflichtet hat, könnte sich in den nächsten Tagen eventuell eine Tür für den VfL öffnen.

Der Co-Trainer: Deniz Dogan hat als junger Fußballer in der Saison 2003/04 für den VfL 15 Spiele in der 2. Bundesliga gemacht. Später kickte er beim VfB Lübeck unter dem damaligen Co-Trainer Marco Grote – nun komplettiert er das Trainerteam beim VfL Osnabrück, zu dem Tim Danneberg als weiterer Co-Trainer, Rolf Meyer und Athletiktrainer Jan-Philipp Hesterman gehören. Dogan hatte zuvor die zweite Mannschaft sowie die U19 von Eintracht Braunschweig trainiert. Am Montag beobachtete der 40-Jährige genau die erste Einheit der VfL-Elf auf dem Feld.

Die Auftakt-Gruppe: 22 Fußballer, darunter drei Torhüter mit Philipp Kühn, David Buchholz und Laurenz Beckemeyer, waren beim Aufgalopp dabei. Dem Aufwärmen folgten Technik- und Passübungen, gefolgt vom Spiel elf gegen elf auf engem Raum. Dieses veredelte Grote mit Spezialaufgaben, indem er phasenweise nur zwei Kontakte erlaubte oder einen zweiten Ball ins Spiel brachte. „Ich habe ein bisschen für Chaos gesorgt“, grinste der Trainer, bevor er das Ziel der Übung erklärte: „Ich wollte die Jungs kennenlernen und sehen, wie sie sich verhalten und unter Druck kommunizieren – das war spannend.“

Die Fehlenden: Nicht dabei waren drei Spieler: Adam Sušac ist aus privaten Gründen verspätet aus seiner Heimat Kroatien zurückgekehrt und muss erst das Ergebnis seines zweiten Corona-Testes abwarten – der Abwehrspieler will am Mittwoch einsteigen und sah sich die Einheit vom Spielfeldrand aus an. Genau wie Konstantin Engel: Er hatte zuletzt mit einem Nagel im Fuß gespielt, der diesen nach seinem schweren Schien- und Wadenbeinbruch stabilisierte. Nun wurde der Nagel herausoperiert. „Das ist gut gelaufen“, sagte der Defensivspieler, der bald mit leichter Belastung beginnt und hofft, zum Punktspielstart wieder so gut wie möglich belastbar zu sein. Nur eine Laufeinheit hat zudem Nico Granatowski absolviert – der Linksaußen laboriert noch an Schmerzen aus einer Fußverletzung, die er sich in der Schlussphase seines Leih-Engagements bei Hansa Rostock zugezogen hatte.

Was ist mit den Leih-Rückkehrern? „Das Ziel war, dass sie Spielpraxis sammeln – das hat grundsätzlich geklappt“, sagte Schmedes über Granatowski und auch Tim Möller (21), der in der vergangenen Saison bei Regionalligist SF Lotte spielte und nun wieder beim VfL trainiert. „Ein neuer Trainer bedeutet immer ein neues Konstrukt und für alle eine neue Chance – so werden wir sehen, wie sich die beiden in den nächsten Wochen auf höherem Level bei uns präsentieren.“

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