Trainer Grote: Schnell beim VfL angekommen
Sechs Neue und ein Dauerbrenner

Osnabrück -

Der eine, Marco Grote, ist noch keinen Monat Trainer bei seinem Verein VfL Osnabrück. Der andere, Frank Schmidt, ist seit knapp 13 Jahren Chefcoach des 1. FC Heidenheim.

Mittwoch, 19.08.2020, 06:38 Uhr
Trainer Grote: Schnell beim VfL angekommen: Sechs Neue und ein Dauerbrenner
Foto: NOZ

Marco Grote ist noch keinen ganzen Monat Trainer des VfL Osnabrück , fühlt sich aber schon „relativ schnell“ angekommen beim Fußball-Zweitligisten. Menschlich habe er sich an seiner neuen Wirkungsstätte schnell wohl gefühlt, sagt der 47-Jährige. Zudem habe er „ab der ersten Sekunde an so wahnsinnig viel um die Ohren“ gehabt, dass gar keine Zeit blieb, um sich über das Ankommen große Gedanken zu machen.

Mit seinem Amtsantritt am 22. Juli steht Grote im Ligavergleich der dienstältesten Trainer an vorletzter Stelle. Nach dem VfL verpflichtete nur noch der 1. FC Nürnberg einen Trainer: Robert Klauß kam am 30. Juli. Insgesamt gehen sechs Clubs mit neuen Coaches in die Spielzeit 2020/21.

Sechs weitere wechselten im Laufe der vergangenen Saison den Trainer, was im Umkehrschluss bedeutet: Nur bei einem Drittel der 18 Mannschaften steht weiterhin der Mann an der Seitenlinie, der auch schon im Sommer 2019 die Verantwortung trug. Davon kommt einer aus der Bundesliga (Steffen Baumgart, Paderborn), einer aus der 3. Liga (Michael Schiele, Würzburg).

Zwei weitere Gesichter bleiben der 2. Liga grundsätzlich erhalten, aber arbeiten nun bei einem anderen Verein: Daniel Thioune coacht den Hamburger SV statt den VfL Osnabrück; Daniel Meyer, vergangene Saison beim FC Erzgebirge Aue gestartet, führt nun beim Aufsteiger Eintracht Braunschweig Regie. Der Altersschnitt der Zweitliga-Trainer beträgt derzeit 43,2 Jahre. Jüngster ist Kiels Ole Werner (32), ältester Aues Dirk Schuster (52).

Drei seiner Zweitliga-Konkurrenten kennt Grote bereits aus der Vergangenheit, teilweise noch als Gegenspieler auf dem Platz, aber vor allem aus seiner Tätigkeit als Nachwuchstrainer bei Werder Bremen: Für Timo Schultz begann die Trainerkarriere im Nachwuchsleistungszentrum des FC St. Pauli, dessen Profis er nun betreut; Thioune sammelte in Osnabrück als Jugendtrainer Erfahrung, Bochums Thomas Reis in der Nachwuchsarbeit beim VfL Wolfsburg.

Aber weder dieses Trio noch irgendein anderer Trainer der Liga hat für Grote eine so herausragende Stellung, dass der Coach dem Duell an der Seitenlinie besonders entgegenfiebert. „Ich freue mich, jeden zu sehen und kennenzulernen“, sagt er. In der sportlichen Auseinandersetzung geht es für Grote weniger um die Typen auf der Trainerbank, sondern um das, „was sie spielen lassen. Den einen oder anderen Schnack wird es aber sicher auch geben.“ Schließlich herrsche „ein sehr gutes, kollegiales Verhältnis in der Trainergilde“.

Über das Leben in der 2. Bundesliga könnte Grote am meisten von Frank Schmidt lernen. Der Coach des 1. FC Heidenheim hat eine Ausnahmestellung. Seit der Saison 2007/08 ist er beim FCH im Amt – eine Dauer, die im Trainergeschäft nicht die Regel ist. „Wenn du als Trainer zwei, drei Jahre irgendwo bist, ist das wahrscheinlich schon lange“, ahnt Grote. Vor den Entwicklungen in Heidenheim und Schmidts Anteil daran ziehe er daher den Hut. „Das ist eine sehr coole Geschichte“, sagt Grote, der aber auch weiß: „Solche Modelle sind eher selten und lassen sich nicht kopieren. So etwas ergibt sich. Das kann man nicht planen“ – auch wenn er „sehr gerne lange beim VfL bleiben“ würde.

Grotes Vertrag läuft vorerst bis 2022. Damit ist er in der 2. Bundesliga in guter Gesellschaft. Die Hälfte aller Clubs haben ihre Trainer für diesen Zeitraum verpflichtet. Bei sechs Übungsleitern laufen die Verträge nach der Saison aus. Mit Heidenheims Schmidt und Kenan Kocak in Hannover sind nur zwei Coaches bis 2023 gebunden. Zur Laufzeit des Vertrags von Robert Klauß gibt es aus Nürnberg keine offiziellen Angaben.

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