Zahl der Mitglieder bleibt relativ konstant
„Schwarze Null“ beim TSV Ladbergen, TV Lengerich und bei SW Lienen

Ladbergen/Lienen/Lengerich -

Im Gegensatz zum bundesweiten Trend scheinen die heimischen Mehrsparten-Sportvereine TV Lengerich, SW Lienen und TSV Ladbergen ohne großen Mitgliederschwund durch die Corona-Krise zu kommen. Die Gründe dafür sind mehrschichtig.

Donnerstag, 21.01.2021, 19:12 Uhr aktualisiert: 21.01.2021, 19:15 Uhr
TSV-Vorsitzender Hans-Gerd Schröer verzeichnet beim Ladberger Mehrspartenverein eine stabile Mitgliederzahl.
TSV-Vorsitzender Hans-Gerd Schröer verzeichnet beim Ladberger Mehrspartenverein eine stabile Mitgliederzahl. Foto: Uwe Wolter

Die Lage ist angespannt, aber im Vergleich zu anderen Sportclubs in Deutschland, die angesichts des zweiten Lockdowns in den kommenden zwölf Monaten existenzielle Nöte befürchten, scheinen der TSV Ladbergen, der TV Lengerich und Schwarz-Weiß Lienen mit einem „blauen Auge“ durch die Krise zu kommen.

Hans-Gerd Schröer sieht eine große Gefahr darin, „in diesen Zeiten schnell in Vergessenheit zu geraten“, sagt der Vorsitzende des TSV Ladbergen. Rund 900 Mitglieder hat der Verein. Sie verteilen sich auf die Sparten Handball, Turnen, Tennis, Freizeit- und Breitensport. Es habe zwar einige Austritte gegeben, weil der TSV aufgrund von Corona sein Kursangebot kappen musste. „Aber die Neueintritte überwiegen“, erläutert Schröer. „Wir schreiben eine schwarze Null.“ Was nichts anderes heißt: Der Verein will keine „Miesen“ machen und hofft auf einen ausgeglichenen Haushalt, wenn am Ende ein Strich unter die Rechnung gemacht wird.

Verantwortlich für diese Bilanz seien „überaus engagierte Trainer bei den Minis, bei denen wir regen Zuwachs verzeichnen“, verkündet der TSV-Chef. Auch im Bereich Kinderturnen habe es zahlreiche Neuanmeldungen gegeben. Gleichwohl betont Schröer, dass es wichtig sei, das Sportangebot so schnell wie möglich wieder hochzufahren. „Gerade Kinder müssen neue Ziele vor Augen haben“, sagt er und macht das am Beispiel Gerätturnen deutlich. Höhepunkt des Jahres sei das traditionelle Nikolausturnen beim TSV, zu dem sich Jahr für Jahr 400 Kinder aus dem Turngau Münsterland in Ladbergen versammelten.

2020 zeichnete sich jedoch früh ab, dass die zweite Corona-Welle eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht zuließ. „Darauf bereiten sich die Kinder ein ganzes Jahr vor. Wenn solch ein Wettkampf ausfällt, dann ist das natürlich enttäuschend. Kinder müssen sich doch entfalten können.“ Darauf setzen auch die Handballer im TSV. „Für uns ist es wichtig, wahrgenommen zu werden und oben mitzuschwimmen“, gibt Schröer zu verstehen.

Während 44 Prozent von 20 179 befragten Vereinen in Deutschland einen Mitgliederrückgang im zweiten Lockdown als Folge der Corona-Pandemie zu verzeichnen haben, vermag SW Lienen einen stabilen Trend zu vermelden. „Wir haben in dieser Zeit nicht eine Kündigung bekommen“, berichtet Vorsitzender Helmut Hettwer . Bei den Schwarz-Weißen betätigen sich rund 1200 Mitglieder in den Sparten Fußball, Tennis Schwimmen und Turnen/Ballspiele. Ein Mitglied, sagt Hettwer, habe mit dem Gedanken gespielt, sich abzumelden angesichts pandemiebedingter Kursausfälle. Ihm habe man aber die Umstände darlegen und ihn schließlich davon überzeugen können, im Verein zu bleiben. Hettwer: „Ein großes Dankeschön für die Treue unserer Mitglieder.“

Zur finanziellen Stabilität habe auch beigetragen, dass die Gemeinde in Zeiten von Corona keine Nutzungsgebühren verlangt – womit sich die Gemeindevertreter Lienens ähnlich kooperativ und solidarisch mit ihren Vereinen zeigen wie die in Lengerich und Ladbergen.

Andreas Hoffmeier vom TV Lengerich verweist darauf, dass der TVL in den ersten Wochen eines neuen Jahres oftmals überdurchschnittliche viele neue Mitglieder rekrutiert habe. „Da spielen die guten Vorsätze eine entscheidende Rolle“, erläutert der Vorsitzende. Wegen ausfallender Sportkurse können diese Vorsätze bislang aber nicht umgesetzt werden. „Deshalb gab es auch nur wenig Neuanmeldungen“, sagt Hoffmeier. Auf die Frage, ob die Lage existenzbedrohend für den rund 2000 Mitglieder zählenden Verein sei, antwortet der Vorsitzende: „Bei uns noch nicht.“

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