A-Junioren: Preußens größter Erfolg vor 21 Jahren
Landesligaaufstieg krönt starke Saison

Lengerich -

Die A-Junioren-Fußballer des SC Preußen Lengerich haben in den zurückliegenden 30 Jahren elf Spielzeiten in überkreislichen Ligen gespielt. Den größten Erfolg feierte der damalige Oberliga-Nachwuchs 2000 mit dem ersten Landesliga-Aufstieg in der Vereinsgeschichte.

Freitag, 22.01.2021, 17:51 Uhr
Das Preußen-Aufstiegsteam der Saison 1999/2000 (stehend von links): Co-Trainer Arnd Brügmann, Jost Knippenberg, Erhan Ayar, Rudi Homm, Matthias Prey, Andre Altmann, Martin Hilge, Tim Hahn, Alexej Meier, Trainer Michael Tillmann, Betreuer Hans-Jürgen Rzepucha; hockend von links: Hasan Denkli, Ferhat Altun, Ergün Simsek, Dennis Wissgott, Sven Schlassus, Andre Lemme, David Westermann und Amin Akbari-Jalalabadi. Es fehlen Terhan Aydemir und Benjamin Schulz.
Das Preußen-Aufstiegsteam der Saison 1999/2000 (stehend von links): Co-Trainer Arnd Brügmann, Jost Knippenberg, Erhan Ayar, Rudi Homm, Matthias Prey, Andre Altmann, Martin Hilge, Tim Hahn, Alexej Meier, Trainer Michael Tillmann, Betreuer Hans-Jürgen Rzepucha; hockend von links: Hasan Denkli, Ferhat Altun, Ergün Simsek, Dennis Wissgott, Sven Schlassus, Andre Lemme, David Westermann und Amin Akbari-Jalalabadi. Es fehlen Terhan Aydemir und Benjamin Schulz. Foto: Walter Wahlbrink

Nach dem Double auf Kreisebene im Spieljahr 1996/97 feierte Trainer Frank Achtermann mit den Lengericher A-Junioren nach drei Jahren Abstinenz den Wiederaufstieg in die Bezirksliga . Drei Jahre später avancierte Michael Tillmann mit dem Titelgewinn in der Bezirksliga erneut zum Meistertrainer. Nachdem er sich ein Jahr zuvor mit den B-Junioren des SC Preußen den Kreismeistertitel gesichert hatte, war er als neuer A-Junioren-Coach prädestiniert und feierte mit dem Landesliga-Aufstieg einen Einstand nach Maß.

Wir waren ein eingespieltes Trainergespann, haben wunderbar harmoniert und uns eigentlich auch von niemandem verrückt machen lassen.

Michael Tillmann

„Das war eine tolle Zeit bei den Preußen, die ich nicht vermissen möchte“, sagt der heute in Ladbergen lebende Tillmann im Nachgang. Mit dem Aufstieg sorgte seine Elf damals für eine faustdicke Überraschung. „Wir waren mit der Zielsetzung uns im gesicherten Mittelfeld zu etablieren, in die Saison gestartet. Vom Aufstieg habe ich am Anfang nicht einmal gewagt zu träumen“, sagt Tillmann heute. Großen Anteil am Erfolg hatte auch sein Co-Trainer Arnd Brügmann. „Wir waren ein eingespieltes Trainergespann, haben wunderbar harmoniert und uns eigentlich auch von niemandem verrückt machen lassen. Es hat einfach alles, auch im Zusammenspiel mit der Mannschaft, gepasst“, ist Tillmann heute noch begeistert.

Dabei war das Lengericher Trainergespann mit den Auftaktsiegen gegen Vorwärts Wettringen (1:0) und Fichte Bielefeld (3:0) verheißungsvoll in die Saison gestartet. Anschließend kam der Einbruch mit vier sieglosen Spielen und dem Absturz auf Platz sieben. „Das war der Tiefpunkt in der Saison. Wir hatten große Probleme im Torabschluss“, erinnert sich Tillmann. Der Knoten platzte dann nach den Herbstferien mit einem 6:1-Kantersieg am achten Spieltag gegen FSV Gescher. Am nachfolgenden Spieltag stürzten die Preußen dann Spitzenreiter VfL Schildesche mit einem 2:1-Sieg vom Thron und besiegten auch den neuen Tabellenführen SpVg Oelde mit einem hauchdünnen 1:0. Den goldenen Treffer markierte Amin Akbari in der 20. Minute auf Flanke von Sven Schlassus.

Nach der Siegesserie beendeten die Tillmann-Schützlinge die Vorrunde mit 23 Punkten auf Platz zwei und fanden plötzlich im Titelrennen wieder. Im Auftaktspiel der Rückrunde eroberten sich die Preußen durch ein 3:2 gegen Vorwärts Wettringen erstmals die Tabellenführung, ehe sie diese nach dem Ausrutscher (1:2) gegen Fichte Bielefeld am 13. Spieltag wieder verspielten. Nach dem 5:1 im Derby gegen den TuS Recke starteten die Preußen eine neue Serie und waren nicht mehr zu bremsen.

Bei drei Aufsteigern hatten die Preußen-Jungs nach 16 Spieltagen nach einem 7:0-Kantersieg bei der Warendorfer SU (für Tillmann der „wegweisende Spieltag“, da man im Hinspiel noch beim 0:3 die höchste Saison-Niederlage einstecken musste) schon acht Zähler Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz.

Am 19. Spieltag machten die Lengericher Preußen nach zwei Remisspielen mit einem verdienten 2:0-Erfolg gegen Verfolger VfL Schildesche einen großen Schritt zum Landesliga-Aufstieg. In einem Geduldspiel sorgten Sven Schlassus (64.) mit einer feinen Einzelleistung und Hassan Denkli (73.) mit einem Bilderbuchtor für die entscheidenden Treffer. Am 20. Spieltag war es dann soweit. In einem packenden Spitzenspiel bei der SG Ahlen behielten die Preußen mit einem 4:3-Last-Minute-Sieg die Oberhand und machten damit den ersten Landesliga-Aufstieg perfekt. Die Lengericher 3:1-Führung durch Ergün Simsek (29.), Matthias Prey (53.) und Erhan Ayar (59.) konnten die Ahlener in einer starken Drangphase egalisieren (62. und 76.), ehe Hasan Denkli quasi mit dem Schlusspfiff mit einem Traumtor aus 30 Metern der viel umjubelte Siegtreffer gelang.

„Damit konnte man wirklich vor der Saison nicht rechnen.

Michael Tillmann

Die Freude über den historischen Aufstieg war bei Trainer Michael Tillmann nach Spielschluss natürlich riesengroß. „Damit konnte man wirklich vor der Saison nicht rechnen. Umso schöner ist dieser Erfolg. Es ist der Lohn für eine sehr intensive Nachwuchsarbeit. Wir hatten 18 gleichwertige Spieler und konnten schon mal einen Ausfall kompensieren. Nun wollen wir auch Meister werden“, gab Tillmann damals nach dem Triumph in Ahlen zu Protokoll. Gesagt und getan. Am vorletzten Spieltag sicherte sich seine Elf mit einem verdienten 3:1 gegen Schlusslicht Arminia Ochtrup vorzeitig die Bezirksligameisterschaft. Am letzten Spieltag trennten sich Preußen Lengerich und die SpVg Oelde leistungsgerecht 2:2.

Die Preußen beendeten die Saison mit 55:21 Toren und 50 Punkten und waren mit 27 Zählern das beste Rückrundenteam. Ein erfolgshungriger Kader scharte sich um Torschützenkönig Erhan Ayar (19 Treffer) und sorgte für den bislang größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. „Die kontinuierliche Entwicklung unserer ehrgeizigen Mannschaft war letztendlich der Erfolgsgarant in einer unvergessenen Saison. Die Jungs und wir Trainer haben uns auch nach Rückschlägen nicht von unserem Weg abbringen lassen“, sagt Trainer Michael Tillmann heute im Rückblick. Jugendleiterin Petra Thiemann-Niermann und Jugendkoordinator Udo Kautsche waren natürlich auch von dem grandiosen Erfolg begeistert. In der Landesliga-Saison 2000/01 belegten die Preußen als Aufsteiger einen beachtlichen achten Platz und hatten mit dem Abstiegskampf nichts zu tun. „Danach hatten wir nicht mehr das Potenzial“, erinnert sich Tillmann. Im Spieljahr 2001/02 sind die Preußen dann wieder in die Bezirksliga abgestiegen und ein Jahr später sogar in die Kreisliga A durchgereicht worden, wo sie heute noch kicken.

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