Sportfreunde sind Herbstmeister
Nach Niederlage von Eintracht Trier ist inoffizieller Titel sicher / Noch zwei Highlights bis zur Winterpause

Lotte -

Ein klein wenig enttäuscht waren sie am Freitagabend schon, die Sportfreunde Lotte, dass es im Gastspiel bei Bayer Leverkusen II nicht zu mehr als einem 0:0-Unentschieden reichte. Zwar wollte Trainer Maik Walpurgis nicht ganz so schwarz malen: „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Leverkusen ist ein sehr starker Gegner.“ Dabei wusste auch er, dass mehr drin war. Dennoch bekommt dieser eine Punkt enorme Bedeutung. Denn er reichte, dass die Sportfreunde vorzeitig die Herbstmeisterschaft feiern dürfen.

Sonntag, 27.11.2011, 15:11 Uhr

Der Zweitplatzierte Eintracht Trier musste sich am Samstag mit 2:4 in Kaiserslautern geschlagen geben und kann Lotte in diesem Jahr nicht mehr vom Thron stoßen, auch wenn er noch ein Spiel mehr auszutragen hat. Am 10. Dezember treffen die beiden Spitzenteams in der connect-M-Arena im direkten Duell aufeinander. Dann könnten die Sportfreunde sogar schon für eine kleine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen sorgen.

Ohnehin ist die Elf von Trainer Maik Walpurgis auf bestem Wege aus der Herbstmeisterschaft den „richtigen“ Titel zu machen, auch wenn das der Coach gar nicht gerne hört. Seit Bestehen der Regionalliga weist Lotte die beste Bilanz aller Herbstmeister auf. Vor drei Jahren lag 1. FC Kaiserslautern II nach Hälfte der Serie mit 37 Punkten vorn, was einem Schnitt von 2,12 Zählern pro Spiel entspricht. Meister wurde dann allerdings Borussia Dortmund II mit 68 Punkten. Im Jahr darauf machte der 1. FC Saarbrücken das Rennen, der auch die Herbstmeisterschaft feiern durfte. Die Saarländer brachten es auf etwas mehr als zwei Zähler im Schnitt. Im vergangenen Jahr durfte Herbstmeister Preußen Münster auch den Titel feiern mit einem Punkte-Schnitt von 2,12. In dieser Saison sind die Sportfreunde Lotte das Nonplusultra. Nach 17 Spielen bringen sie es auf 39 Zähler, was einem Schnitt von 2,3 Punkten pro Spiel entspricht. Das ist die Bilanz eines Meisters.

„Wir sind noch lange nicht durch. Die Liga ist so stark. Da kann noch soviel passieren“, hält Walpurgis den Ball flach und nimmt das M-Wort gar nicht erst in den Mund. „Die Herbstmeisterschaft ist ein gutes Zwischenzeugnis, hat aber im Grunde wenig Bedeutung. Deshalb nehmen wir es gerne mit, ruhen uns aber sich nicht darauf aus.“

Dass der Schuss ganz schnell nach hinten losgehen kann, mussten die Sportfreunde am Freitag erkennen. In Leverkusen sind sie zunächst gar nicht ins Spiel gekommen und taten sich gegen bissige Hausherren sehr schwer. In der Halbzeitpause nahm Walpurgis dann einige Feinjustierungen vor, so dass es besser lief. Den Hebel so weit umlegen, alle drei Punkte mitzunehmen, gelang aber nicht mehr.

Ehe die Sportfreunde Weihnachten feiern und sich eventuell auf das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte einstellen können, stehen bis zur Winterpause noch zwei echte Highlights auf dem Programm. Am kommenden Mittwoch, wartet der Auftritt im Verbandspokal beim Drittligisten Arminia Bielefeld (19 Uhr Stadion an der Rußheide) und am 10. Dezember das Spitzenspiel daheim gegen Eintracht Trier. „Auch wenn es für die Spieler am Mittwoch eine schöne Sache ist, die Partie gegen Trier ist um ein Vielfaches wichtiger“, setzt Maik Walpurgis klare Prioritäten, ohne jedoch die Bedeutung der Bielefeld-Begegnung herunterzuschrauben.

Im Normalfall müssen sich die Sportfreunde dann mit einem für sie völlig unbekannten Gefühl anfreunden, nämlich das einer Niederlage. Mit den Auftritten im Pokal ist Lotte seit 27 Pflichtspielen ungeschlagen. Für die Partie am Mittwoch nimmt der Regionalliga-Spitzenreiter jedoch eindeutig die Außenseiterrolle ein. Arminia Bielefeld hat sich nach holprigen Start in der 3. Liga gefangen und gehört in der aktuellen Form zu den besten Clubs der Liga. Da wird also ganz sicher etwas auf die Sportfreunde zukommen. Chancenlos aber sind sie sicher nicht.

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