Pokal-Helden ohne Fortune
SF Lotte trumpft in Bielefeld groß auf, verliert aber im Elfmeterschießen / Sorge um Marcus Fischer

Lotte -

Die Sportfreunde Lotte sind Drittliga-tauglich. Wenn es dafür noch eines Beweises bedurft hätte, das Verbandspokal-Achtelfinalspiel am Mittwochabend bei Arminia Bielefeld hat ihn geliefert. Über weite Strecken war der Regionalliga-Spitzenreiter die bessere Mannschaft und hätte den Sieg bereits nach 90 Minuten durchaus verdient gehabt, nach 120 Minuten auf jeden Fall. Letztlich entschied die Glückslotterie Elfmeterschießen diesen Pokalkrimi. Und da zogen die Mannen von Trainer Maik Walpurgis den kürzeren. Mit 8:7 (2:2, 1:1, 0:0) setzte sich der DSC äußerst glücklich durch und darf nun von der DFB-Pokal-Hauptrunde träumen.

Donnerstag, 01.12.2011, 10:12 Uhr

Tragische Figur war Fabian Liesenfeld. Der Außenstürmer hatte in der 116. Minute die Riesenchance zum verdienten 3:2, verfehlte das Bielefelder Tor aber um Zentimeter. Dann scheiterte er als einziger im Elfmeterschießen an Bielefelds Keeper Platins. Vorwürfe gab es für Liesenfeld hernach aber nicht. „Der Elfmeter war doch gut geschossen“, erklärte Christian Schlösser . „Aber der Platins hat einfach glänzend reagiert. Wir waren die bessere Mannschaft, hatten aber einfach nicht das Glück auf unserer Seite.“

Die Enttäuschung stand den Sportfreunden ins Gesicht geschrieben. Doch sie wich sehr bald einem gewissen Stolz. Sie hatten den favorisierten Drittligisten im eigenen Stadion an den Rand einer Niederlage gebracht und deutlich untermauert, dass sie mithalten können in der Liga, in die sie wollen.

So großartig die Leistung war und so viele Sympathien sich die Sportfreunde erspielten, so groß ist aber auch der Schock über die Knieverletzung von Marcus Fischer , der in der 86. Minute humpelnd den Platz verlassen und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Eine genaue Diagnose steht noch aus. „Aber es sieht nicht gut aus“, befürchtet Trainer Maik Walpurgis. „Sollte er länger ausfallen, träfe uns das weitaus härter als das Aus im Pokal.“

Walpurgis verhehlt aber auch seinen Stolz über die Leistung seiner Mannschaft nicht: „Wir waren absolut auf Augenhöhe mit einem Gegner, der für mich in die obere Hälfte der 3. Liga gehört.“ Darüber hinaus nimmt der SFL-Trainer sogar einige wichtige Erkenntnisse mit: „Das Spiel hat deutlich gezeigt, woran wir noch arbeiten müssen. So müssen wir insgesamt robuster in die Zweikämpfe gehen und gewisse Bälle frühzeitiger klären.“

Einer, der das schon recht gut umgesetzt hat, konnte sich ob des Ergebnisses dennoch nicht so recht freuen. Kai-Bastian Evers war für den verletzten Henning Grieneisen in die Startformation gerutscht und gab sein Debüt im Lotter Trikot. „Natürlich freue ich mich über meinen ersten Einsatz“, meinte der. „Aber lieber wäre mir gewesen, wir hätten gewonnen. Das Spiel stand auf absolutem Drittliga-Niveau, und wir haben mehr als gut mitgehalten. Wir hätten es verdient gehabt, als Sieger vom Platz zu gehen.“

Den verpassten Chancen in der Verlängerung trauerte Andre Wiwerink nach. „Da haben nur noch wir gespielt. Bielefeld war doch praktisch tot. Elfmeterschießen ist immer reine Glückssache. Wir hätten vorher in der Verlängerung bereits den Sack zubinden können.“

Nachdem der Bielefelder Dennis Riemer in der 88. Minute die gelb-rote Karte gesehen hatte, spielten die Sportfreunde über 30 Minuten in Überzahl. Doch die klare Feldüberlegenheit konnten sie nicht in einen Sieg ummünzen. „Dabei wäre der verdient gewesen“, ist Marc Lorenz überzeugt. „Es war ein klasse Spiel von uns. Im Elfmeterschießen ist alles möglich. Für mich hat unsere Serie trotzdem gehalten. Wir haben gezeigt, dass es auch in 120 Minuten nicht gelingt, uns zu schlagen.“

Arminia Bielefeld: Platins, Riemer, Hübener, Hernandez Mayea (87. Hille), Rzatkowski, Rahn, Hornig, Burmeister, Schönfeld (66. Klos), Agyemang, Krük (91. Ahlschwede)

SF Lotte : Maczkowiak – Evers, Czyszczon, Wiwerink, Hohnstedt – Gorschlüter (101. Engelmann), Zinke, Liesenfeld, Lorenz – Hess (68. Schlösser), Fischer (89. Gataric)

Tore: 0:1 Hess (62.), 1:1 Burmeister (81.), 2:1 Klos (97.), 2:2 Gataric (105.)

Elfmeterschießen: 3:2 Hübener, 3:3 Hohnstedt, 4:3 Ahlschwede, 4:4 Schlösser, 5:4 Rahn, 5:5 Zinke, 6:5 Rzatkowski, 6:6 Lorenz, 7:6 Agyemang, 7:7 Engelmann, 8:7 Hornig

Gelbe Karten: Riemer, Klos – Hess, Gorschlüter, Schlösser, Czyszczon, Zinke, Wiwerink. - Gelb-Rot: Riemer. - Schiedsrichter: Sören Storks (Velen). - Zuschauer: 1809.

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